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Absolventenbarometer zeigt beliebteste Unternehmen

Die 10 Top-Arbeitgeber für Naturwissenschaftler

| Autor: Christian Lüttmann

Über 5000 Studenten der Naturwissenschaften haben geurteilt: Was sind ihre favorisierten Arbeitgeber? Welches Gehalt erwarten sie? Und was sind ihre Gos und No-Gos bei der Arbeitgeberwahl? Dies und mehr zeigt das Trendence Absolventenbarometer 2019.

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Das Absolventenbarometer von Trendence beleuchtet u.a. die Top-Arbeitgeber von Studenten aus den Naturwissenschaften (Symbolbild).
Das Absolventenbarometer von Trendence beleuchtet u.a. die Top-Arbeitgeber von Studenten aus den Naturwissenschaften (Symbolbild).
(Bild: ©Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Seit 1999 befragt das Unternehmen Trendence Studenten verschiedener Fachrichtungen nach ihren attraktivsten Arbeitgebern. Erst im vergangenen Jahr wurden die Naturwissenschaften als einzelne Fachrichtung in die Befragungen aufgenommen. Welche Arbeitgeber und Branchen bei den Naturwissenschaftlern am besten abgeschnitten haben, erfahren Sie im Folgenden.

Die attraktivsten Arbeitgeber naturwissenschaftlicher Absolventen

Etwa jeder fünfte Befragte (21%) gab Bayer als besonders attraktiven potenziellen Arbeitgeber an. Damit führt der Chemie- und Pharmakonzern das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber wie schon im Vorjahr deutlich an. An zweiter und dritter Stelle stehen mit 15% die Max-Planck-Gesellschaft und mit 13% die BASF. Die Fraunhofer-Gesellschaft und die Helmholtz-Gesellschaft folgen mit 12% und 8%. Damit spiegelt die Top 5 der Unternehmen gleichzeitig zwei der beliebtesten Branchen der Studenten wieder: Chemie und Forschung. Die nach der Trendence-Studie beliebteste Branche für angehende Naturwissenschaftler ist allerdings die Pharmazie: Mehr als ein Drittel der Studenten sucht hier einen Job.

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Methodik: Attraktivität der Arbeitgeberbranchen

In der Befragung konnten die Studenten drei Arbeitgeber nennen, die für sie besonders attraktiv erscheinen. Wenn mindestens zwei dieser drei potenziellen Arbeitgeber aus derselben Branche stammten, wurde diese Branche für den Befragten als „attraktiv“ gewertet. So kommen die prozentualen Attraktivitätswerte der verschiedenen Branchen in der Studie zustande. Die Attraktivität der Pharmabranche von 37% wird in der Trendence-Studie auch so gelesen, dass 37% der Studenten in der Pharmabranche einen Job suchen.

Die beliebtesten Branchen für Jobs in den Naturwissenschaften

Die Studie wurde auch für die Gruppe der so genannten High Potentials ausgewertet. Dazu zählen bei Trendence die Studenten, die nach Noten zu den besten 25 Prozent ihres Jahrgangs gehören und bereits Praxiserfahrung aufweisen. Betrachtet man nur diese Fokusgruppe, ist besonders bei der Branchenbeliebtheit ein auffälliger Unterschied zu der Gesamtauswertung festzustellen. So liegt die Pharmabranche im Beliebtheitsranking der High Potentials mit 19,5% knapp hinter Chemie (19,6%) und Forschung (19,8%), wohingegen die Pharmazie in der Gesamtbetrachtung mit 36,5% deutlich auf Platz 1 der beliebtesten Branchen ist (Chemie: 22,5%, Forschung: 17,3%).

High Potentials sind interessierter an Forschung

Dass die Forschung bei den High Potentials hoch im Kurs steht, verdeutlicht auch das Top-Arbeitgeber-Ranking. Betrachtet man dort nur die High Potentials, so muss Bayer den ersten Platz an die Max-Planck-Gesellschaft abgeben und die Fraunhofer-Gesellschaft und Max-Planck Gesellschaft verdrängen BASF auf Platz 5.

Welche Rolle spielt Gehalt bei der Jobwahl?

Neben den Top-Arbeitgebern beleuchtet die Trendence-Studie auch allgemeine Aspekte zur Berufswahl. So konnten die Studenten ihre persönlichen Gos und No-Gos bei der Arbeitgeberwahl angeben. Um sich von einem Jobangebot überzeugen zu lassen, ist das Wichtigste ein faires Gehalt: Insgesamt 64% der Befragten geben dies als „sehr wichtiges“ Argument an. Nimmt man die Angaben „wichtig“ und „sehr wichtig“ zusammen, kommt man sogar auf 99%. Die Gehaltsvorstellungen liegen bei durchschnittlich 46.300 Euro im Jahr, also hinter denen der Ingenieure und Informatiker (48.900 bzw. 48.700 Euro), aber vor denen der Wirtschaftswissenschaftler (45.500).

Beim Thema Geld fällt auf, dass die High Potentials mit ihren Erwartungen leicht unter dem Gesamtschnitt liegen: Sie rechnen mit 45.900 Euro pro Jahr. Dafür legen sie viel mehr Wert auf attraktive Aufgaben und die persönliche Entwicklung im Job als der Durchschnitts-Naturwissenschaftler. So liegen bei den High Potentials die attraktiven Arbeitsaufgaben mit 57% auf Platz 2 der Faktoren für die Arbeitgeberwahl, während dieser Faktor in der Gesamtbetrachtung mit 50% erst auf Platz 4 auftaucht. Auch die persönliche Entwicklung wird von 53% der High Potentials als sehr wichtig empfunden und liegt bei ihnen an fünfter Stelle der entscheidenden Faktoren für die Arbeitgeberwahl. Im Gesamtdurchschnitt landet dieser Faktor mit 46% auf Platz 7.

Was ist das größte No-Go auf der Arbeit?

Bei den No-Gos sind die Abweichungen der High Potentials etwas geringer. Besonders bei dem Nummer 1 Ablehnungsgrund für ein Jobangebot sind sich alle einig: Insgesamt geben 67% der Befragten an, dass Mobbing für sie ein absolutes No-Go ist, bei dem sie selbst ein attraktives Arbeitsangebot ablehnen würden. Bei den High Potentials sind es 68% der Befragten.

Auf Platz 2 der No-Gos liegt ein zu niedriges Gehalt, was die Top-Gründe für die Arbeitgeberwahl widerspiegelt. 41% aller Befragten würden aus diesem Grund lieber nach einem anderen Job suchen.

Wie ticken die jungen Naturwissenschaftler?

Trendence hat auch untersucht, welche Eigenschaften und Einstellungen die Bewerber von heute auszeichnen. Sie sollten sich z.B. zwischen komplementären Wortpaaren wie Freizeit/Geld entscheiden. Bei diesem Beispiel würde sich eine knappe Mehrheit der Studenten für die Freizeit entscheiden (52%), bei den High Potentials sogar etwas mehr (57%).

Die Naturwissenschaftler sind außerdem die Beständigen unter den Studenten (im Vergleich zu Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren oder Informatikern). Sie sind diejenigen, die besonders viel Wert auf Sicherheit legen (64%), und sie sind die einzigen, denen Beständigkeit (54%) wichtiger ist als der Wandel. Unternehmen könnten es also schwerer haben, Naturwissenschaftler von einem Umzug für einen Job zu überzeugen als andere. Vor allem für Arbeitgeber außerhalb der Ballungsgebiete wird es dann schwierig, Naturwissenschaftler zu rekrutieren. Aber: Hat man sie einmal im Unternehmen, spricht ihre Beständigkeit dafür, dass sie länger im Unternehmen bleiben als andere.

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Über den Autor

Christian Lüttmann

Christian Lüttmann

Volontär, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG

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