English China

LABORPRAXIS-Newsticker Fortpflanzungsgefährdende Ewigkeitschemikalie im Wasser: Umwelthilfe klagt

Aktualisiert am 10.03.2026 Quelle: dpa 7 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

10.3. – Fortpflanzungsgefährdende Ewigkeitschemikalie im Wasser: Umwelthilfe klagt

Berlin (ots) 7:01 Uhr –Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verschärft ihren juristischen Kurs gegen den Eintrag der langlebigen PFAS-Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) in Grund- und Oberflächengewässer. Dazu reicht die DUH Klagen wegen unzureichender Maßnahmenprogramme in sechs großen Flussgebietseinheiten ein: Donau, Elbe, Ems, Rhein, Warnow-Peene und Weser. Beklagt wird, dass die Länder keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen haben, obwohl der für Pestizide und deren relevante Abbauprodukte geltende Grenzwert in Höhe von 0,1 Mikrogramm pro Liter in Bezug auf TFA im Grundwasser überschritten wird.

Eine bereits 2022 eingereichte Klage zur Flussgebietseinheit Eider in Schleswig-Holstein ist derzeit vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht anhängig. Die weiteren Klagen liegen vor den obersten Verwaltungsgerichten der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

In keinem der Programme sind wirksame Maßnahmen vorgesehen, um den Eintrag von TFA in Gewässer zu verhindern oder bestehende Belastungen zurückzuführen. Aus Sicht der DUH müssen wirksame Maßnahmen zur Einschränkung von TFA-bildenden Pestiziden, F-Gasen und industriellen Einleitungen schnellstmöglich umgesetzt werden.

TFA ist die kleinste PFAS-Ewigkeitschemikalie sowie ein langlebiges Abbauprodukt zahlreicher Per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS). Die größten Quellen sind TFA-bildende Pestizide und fluorierte Kältemittel (F-Gase). Über Industrie, Kläranlagen, Niederschlag und die Auswaschung bestimmter Pestizide gelangt TFA ins Wasser.

Hier können die Maßnahmenprogramme der Bundesländer konkret ansetzen:

Sie müssen wasserrechtliche Einleitungen aus Industrie und Kläranlagen mit strengeren Auflagen zur Emissionsminderung versehen oder bestehende Genehmigungen widerrufen. Zudem müssen sie den Einsatz TFA-bildender Pflanzenschutzmittel insbesondere in Wasserschutzgebieten untersagen und neue Wasserschutzgebiete mit klaren Anwendungsbeschränkungen ausweisen.

10.3. – Mehr Patente: Industrie verstärkt Forschung und Entwicklung

München (dpa) 5:05 Uhr – Deutschlands Industrie reagiert mit verstärkter Forschung und Entwicklung auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen Nationen. Die Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Neuentwicklungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet als 2024. Das teilte die Münchner Bundesbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 4,7 Prozent auf 62.050.

Der Großteil – 42.349 Anmeldungen – stammte nach wie vor von heimischen Unternehmen, ein Plus von 5,6 Prozent. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität hat“, erklärte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Ausländische Firmen reichten 19.701 Patentanmeldungen ein, das war ein niedrigerer Anstieg von 2,8 Prozent.

Die zehn Unternehmen mit den meisten Anmeldungen waren sämtlich Autohersteller und -zulieferer, darunter acht deutsche Firmen.

Zahlenmäßig stärkster Technologiesektor war der Maschinenbau mit 24.338 in- und ausländischen Anmeldungen (+2,2 Prozent), gefolgt von der Elektrotechnik mit 19.436 (+ 9,1 Prozent). Im Bereich „Chemie“ wurden 4.613 Anmeldungen erfasst, ein Plus von 5,2 Prozent.

Die alljährliche Bilanz des Patent- und Markenamts ist ein Indikator der Entwicklungstätigkeit der deutschen Industrie. Ein vollständiges Bild liefern die Zahlen allerdings nicht, da Siemens und manche anderen deutschen Unternehmen ihre Neuentwicklungen bevorzugt beim ebenfalls in München sitzenden Europäischen Patentamt einreichen.

9.3. – Alexandra Knauer mit dem Pittcon Heritage Award ausgezeichnet

Berlin (Knauer) 17:29 Uhr – Die Unternehmerin Alexandra Knauer, geschäftsführende Gesellschafterin der KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH, wird in den USA mit dem Pittcon Heritage Award 2026 ausgezeichnet.

Der Preis würdigt besondere Persönlichkeiten, die die Entwicklung der Instrumentellen Analytik und der Laborwissenschaften nachhaltig geprägt haben. Die Verleihung fand am 8. März 2026 in San Antonio, Texas, im Rahmen der Pittcon-Konferenz und -Expo statt. Da Alexandra Knauer kein US-Visum erhalten hatte, nahm Dr. Markus Fuchs, der seit 30 Jahren bei KNAUER tätig ist, den Preis stellvertretend entgegen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Alexandra Knauer führt das Berliner Familienunternehmen in zweiter Generation und hat es in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich von einem klassischen Hersteller analytischer Messinstrumente zu einem breit aufgestellten Life-Science-Technologieanbieter transformiert. Unter ihrer Leitung wurden neben analytischen und präparativen HPLC‑Systemen auch neue Geschäftsfelder wie Fast-Protein-Liquid-Chromatography (FPLC) sowie Technologien für die Produktion von Lipidnanopartikeln etabliert.

Labortechnik zum Anfassen

Freier Eintritt und kostenlose Vorträge auf der LAB-SUPPLY

Informieren Sie sich umfassend und fachspezifisch über die neuesten Technologien in der Laborbranche. Vergleichen Sie Hersteller von Laborgeräten, Laborzubehör und Laborausstattung direkt vor Ort und knüpfen Sie neue Kontakte. Die Experten beantworten Ihre Fragen zu bestimmten Techniken, Anwendungen, Methoden und Richtlinien und ganz nebenbei können Sie sich weiterbilden.

Jetzt kostenfrei registrieren
zum Inhaltsverzeichnis

4.3. – Protest in Marburg gegen Einschnitte bei Biotech-Firmen

Marburg (dpa/lhe) 18:00 Uhr – Rund 3.000 Menschen haben nach Polizeiangaben in Marburg gegen Einschnitte bei Biotechnologieunternehmen protestiert. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Die Arbeitgeber haben innerhalb von acht Monaten über 1.000 Arbeitsplätze vernichtet“, hatte Anne Weinschenk, Leiterin des IGBCE-Bezirks Mittelhessen, vorab erklärt.

Einschnitte gibt es derzeit durch den Sparkurs des Unternehmens CSL, das seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Marburg einstellt. Bei der CSL Innovation GmbH fallen dadurch rund 500 Arbeitsplätze weg. Hinzu kommen weitere Einschnitte in der Produktion, die dem Vernehmen nach weitere Jobs kosten dürften - die Rede ist von rund 400 bis 450 Stellen. Das für seinen Corona-Impfstoff bekannte Unternehmen Biontech hatte zudem den Wegfall von 250 bis 350 Vollzeitäquivalenten an seinem Marburger Standort angekündigt.

CSL Limited mit Sitz im australischen Melbourne hat weltweit derzeit rund 29.000 Beschäftigte und durchläuft nach Angaben einer Sprecherin an allen Standorten weltweit eine „Transformation“. Marburg ist der mit Abstand größte Standort in Deutschland mit rund 3.000 Beschäftigten. Das Unternehmen bietet unter anderem plasmabasierte Therapien gegen seltene Erkrankungen an.

4.3. – Geschäftsergebnis 2025: Roche in Deutschland zieht positive Bilanz

Mannheim (Roche) 13:00 Uhr – Während große Teile der deutschen Wirtschaft stagnieren, setzt Roche ein ermutigendes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Im Geschäftsjahr 2025 investierte das Unternehmen über 700 Millionen Euro in die deutschen Standorte und steigerte seinen Umsatz um 4,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Dieses Wachstum basiert auf gezielten Investitionen in medizinischen Fortschritt entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Roche bekennt sich damit klar zum Standort Deutschland und zahlt direkt auf die Hightech-Agenda und künftige Pharma- und Medizintechnikstrategie der Bundesregierung ein.

Damit Deutschland auch weiterhin eine leistungsfähige medizinische Versorgung und einen schnellen Zugang von Patienten zu neuesten Innovationen sicherstellen kann und im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückfällt, müssen den politischen Bekenntnissen zügig wirksame industriepolitische Reformen folgen.

Geschäftsjahr 2025 von Roche in Deutschland im Überblick:

  • Gesamtumsatz* steigt auf rund 8,9 Milliarden Euro (+4,7 Prozent).
  • Pharma-Sparte: Umsatz von 2,2 Milliarden Euro (+6,3 Prozent). Dieses Ergebnis spiegelt die hohe Nachfrage nach innovativen Therapien wie Vabysmo, Ocrevus, Evrysdi und Polivy wider und ist Ausdruck eines funktionierenden Innovationswettbewerbs sowie eines steigenden Versorgungsbedarfs in einer alternden Gesellschaft.
  • Diagnostik-Sparte: Die Division Diagnostics entwickelte sich stabil und lag mit rund 909 Millionen Euro (-1 Prozent) nahezu auf dem starken Niveau des Vorjahres. Das Geschäft mit Blutzuckerteststreifen verzeichnete - infolge des technologischen Wandels hin zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM, z. B. Accu-Chek SmartGuide) - einen erwarteten Rückgang. Ebenso entwickelte sich das Gerinnungsselbstmanagement aufgrund veränderter Therapieansätze rückläufig. Die Rückgänge konnten jedoch durch das solide Wachstum im Kerngeschäft weitgehend kompensiert werden.
  • Konzernlieferungen: Die Lieferungen aus den deutschen Standorten in den globalen Roche-Verbund stiegen auf 5,8 Milliarden Euro (+5 Prozent). Dies unterstreicht die strategische Bedeutung Deutschlands als Technologie- und Produktionsknotenpunkt innerhalb des Konzerns sowie als Exportnation.
  • Mitarbeitende: Roche beschäftigte zum 31. Dezember 2025 18.594 Mitarbeitende (+338 im Vergleich zu 2024), davon 643 Auszubildende. Insgesamt hängen laut Prognos AG rund 56.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von Roche ab - jeder Roche-Arbeitsplatz induziert 2,1 Arbeitsplätze.

* Gesamtumsatz von Roche in Deutschland umfasst die Umsätze der Sparten Pharma und Diagnostik sowie die Konzernlieferungen.

27.2. – BASF zeigt sich für 2026 vorsichtig

Ludwigshafen (dpa) – 7:17 Uhr Der weltgrößte Chemiekonzern BASF blickt vorsichtig in das laufende Jahr. Für 2026 peilt BASF für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern bei der Vorlage der endgültigen Jahreszahlen mitteilte. 2025 ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro zurück.

BASF kämpft mit Kostendruck, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk in Ludwigshafen. Dort arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten. Der Konzern hat mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Zuletzt erzielten das Management und die Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt.

2025 schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt um knapp drei Prozent im Jahresvergleich auf knapp 59,7 Milliarden. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht. Doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte belasteten. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Dazu trug unter anderem ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an den US-Konzern Sherwin-Williams bei. Die Dividende für 2025 will der BASF-Vorstand mit 2,25 Euro (Vorjahr: 2,25) je Aktie stabil halten. Das Unternehmen hatte bereits im Januar Eckdaten bekanntgegeben.

Archiv

Ältere Meldungen, auch aus den vergangenen Jahren, finden Sie hier im Archiv des Newstickers.

(ID:47764034)