Immunologie Erforschung von Autoimmunerkrankungen prämiert
Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Immunologie erhält Falk Nimmerjahn den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2009.
Anbieter zum Thema
Frankfurt – Der Biologe Professor Dr. Falk Nimmerjahn (36), Labor für Experimentelle Immunologie und Immuntherapie an der Medizinischen Klinik 3 der Universität Erlangen-Nürnberg, wird mit dem diesjährigen Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 60 000 Euro dotiert und wird gemeinsam mit dem renommierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis am 14. März, dem Geburtstag von Paul Ehrlich, in der Frankfurter Paulskirche überreicht. Falk Nimmerjahn erhält die Auszeichnung für seine „herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Immunologie“, so die Begründung des Stiftungsrates der Paul Ehrlich-Stiftung.
Bedeutung der Antikörper für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen
Falk Nimmerjahn beschäftigt sich wissenschaftlich hauptsächlich mit Antikörpern und ihrer Bedeutung für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten. Gemeinsam mit seinem Team fand er heraus, dass die An- oder Abwesenheit bestimmter Zuckermoleküle über die zerstörerische Aktivität von Autoantikörpern entscheiden. Die Zuckerseitenketten bestehen aus mehreren Zuckerresten, zum Beispiel Sialinsäure und Galaktose. In Experimenten an Mäusen wiesen die Wissenschaftler nach, dass insbesondere Sialinsäurereste bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten eine Schlüsselfunktion spielen. Fehlen die Zuckerreste an den Antikörpern, verstärkt dies deren zerstörerisches Potenzial. Sie reagieren mit den Fc-Rezeptoren. Das sind Membranproteine, die auf die Bindung unterschiedlicher Antikörper-Subtypen spezialisiert sind und auf einer Vielzahl von Zelltypen, wie etwa Fresszellen, vorkommen. Die Bindung von Autoantikörpern an diese Rezeptoren führt zu einer Zellaktivierung und zur Entstehung einer Entzündung. Bei Autoimmunpatienten treten die sialinsäurefreien Autoantikörper stark gehäuft auf, was deren entzündliche Wirkung erklären könnte. Aus den Erkenntnissen von Falk Nimmerjahn und seinem Team ergeben sich neue Möglichkeiten für die Therapie von Autoimmunerkrankungen. Zum einen könnte die Interaktion der selbstreaktiven Antikörper mit Fc-Rezeptoren blockiert werden, zum anderen könnten Veränderungen in den Zuckerresten dieser Antikörper einen Therapieansatz liefern.
Neben Projekten über die Aktivierung des Immunsystems beschäftigt sich Falk Nimmerjahn mit der Anwendung von Antikörpern in der Tumortherapie und der Entwicklung von neuen Modellsystemen, in denen die Komplexität des menschlichen Immunsystems besser abgebildet wird.
(ID:282198)

