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Forschung an moderat pathogenen Erregern Fraunhofer FEP nimmt Biolabor mit Schutzstufe 2 in Betrieb

Quelle: Pressemitteilung Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP 2 min Lesedauer

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Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik hat einen neuen Laborkomplex für Arbeiten mit Biosicherheitsstufe 2 in Betrieb genommen. Damit können die Forschenden nun mit humanen Proben und moderat pathogenen Erregern arbeiten – das eröffnet praxisnähere Forschungs- und Testmöglichkeiten.

Hinter dieser Tür wird Zukunft erforscht: Blick in den Schutzstufenbereich am Fraunhofer FEP.(Bild:  Fraunhofer FEP, Finn Hoyer)
Hinter dieser Tür wird Zukunft erforscht: Blick in den Schutzstufenbereich am Fraunhofer FEP.
(Bild: Fraunhofer FEP, Finn Hoyer)

Am Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP tut sich was: Das Institut hat ein neues Gebäude für fortschrittliche biomedizinische und biotechnologische Forschung errichtet und nun offiziell für Arbeiten mit Schutzstufe 2 in Betrieb genommen

Bereits im Herbst 2023 hatte die Arbeitsgruppe „Biomedizinische Laboreinheit“ den großzügigen Laborkomplex im Erdgeschoss des Neubaus bezogen und in Betrieb genommen. Nach einer sorgfältigen Dokumentation und Anzeige der geplanten Tätigkeiten sowie einer Begehung durch die Landesdirektion Sachsen erteilte die zuständige Behörde im November 2025 die Genehmigung.

Das Labor ist technisch und räumlich so gestaltet, dass es alle Anforderungen zum sicheren Arbeiten mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 erfüllt. Biostoffe dieser Kategorie können Krankheiten bei Menschen hervorrufen, wobei jedoch eine Verbreitung in der Bevölkerung als unwahrscheinlich eingestuft wird und eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich ist.

Sichere Technologie für praxisrelevante Forschung

Sichere Entsorgung biologischer Materialien: Nach Abschluss der Versuche werden Bakteriensuspensionen im Autoklaven sicher inaktiviert.(Bild:  Fraunhofer FEP, Finn Hoyer)
Sichere Entsorgung biologischer Materialien: Nach Abschluss der Versuche werden Bakteriensuspensionen im Autoklaven sicher inaktiviert.
(Bild: Fraunhofer FEP, Finn Hoyer)

Die biologische Schutzstufe 2 erweitert das Forschungsspektrum des Fraunhofer FEP erheblich. Während die bisherige Schutzstufe 1 auf Mikroorganismen ohne Pathogenität beschränkt war, ermöglicht die Schutzstufe 2 nun das sichere Arbeiten mit humanen Proben, Umweltproben und moderat pathogenen Erregern. Dies bedeutet für das Institut und seine Kooperationspartner einen direkten Zugewinn an wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Flexibilität.

Das größere Einsatzspektrum von Erregern ermöglicht praxisrelevantere und anwendungsnähere Forschungs- und Testmöglichkeiten, sodass Experimente unter Bedingungen durchgeführt werden können, die realen Szenarien deutlich näherkommen. Gleichzeitig führt die strenge Regulierung dieser Schutzstufe zu einer signifikanten Erhöhung der Qualitätssicherung und Compliance – ein Wettbewerbsvorteil für Kunden und Projektpartner.

Leistungen am Fraunhofer FEP

In der Biomedizinischen Laboreinheit werden experimentelle Arbeiten aus den Bereichen Chemie, Biologie, Biotechnologie, Bioanalytik und Zellbiologie durchgeführt. Die Projekte orientieren sich an den strategischen Themen des Fraunhofer FEP, darunter biotechnologische Ressourcengewinnung, Hygienisierung, Gewebeaufbereitung, Smart Farming sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung. Neben Anwendungen für interne Forschungsvorhaben werden auch kunden- und projektspezifische Versuchsaufbauten und -regime realisiert.

Die Stärke des Fraunhofer FEP liegt nach Institutsangaben in der Verbindung von fachlicher Expertise, moderner Technologie und strikten Sicherheitsstandards. Biologische und chemische Analysen werden mit den Kernkompetenzen des Instituts verknüpft, wobei die gesamte Probenvorbereitung, -herstellung und -analyse inhouse stattfindet. Dies ermöglicht reproduzierbare, rechtskonforme und zuverlässige Ergebnisse nach dem aktuellen Stand der Technik und in Übereinstimmung mit aktuellen DIN-Normen.

Neue Chancen für Kooperationen

Für die Zukunft plant das Fraunhofer FEP den kontinuierlichen Ausbau seines Serviceportfolios, die Erweiterung des Technologieparks sowie den Aufbau eines erweiterten Mikroorganismen- und Zellbestands, um noch breitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. Hierbei steht das Labor sowohl Industriekunden als auch öffentlichen Institutionen als Technologie- und Servicepartner zur Verfügung. Das Institut ist offen für vielfältige Kooperationsformen und richtet sich gezielt an Akteure aus den Bereichen Life Science, Umwelt- und Biotechnologie.

Mit der Inbetriebnahme des Laborkomplexes mit biologischer Schutzstufe 2 vervollständigt das Fraunhofer FEP seine Infrastruktur für innovative Forschung und Dienstleistungen auf höchstem Niveau, heißt es in einer Pressemeldung. Das Institut unterstreicht damit seinen Anspruch, Unternehmen und Institutionen bei zukunftsweisenden Entwicklungen zu begleiten und zu unterstützen.

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