English China

Waldgesundheit und Umweltschutz Mikroplastik im Waldboden besser erforschen

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Coburg 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mikroplastik ist im Wasser, in der Luft und auch im Boden. Letzteren untersuchen Forscher der Hochschule Coburg in einem Projekt, um die Auswirkungen von Mikroplastik auf Böden und Waldökosysteme besser zu verstehen.

Am Rand einer Landstraße hat das Projektteam Bodenproben genommen, um sie auf Mikroplastik zu untersuchen.(Bild:  Prof. Dr. Sebastian Hein / Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg)
Am Rand einer Landstraße hat das Projektteam Bodenproben genommen, um sie auf Mikroplastik zu untersuchen.
(Bild: Prof. Dr. Sebastian Hein / Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg)

Gelangt Mikroplastik auch in den Waldboden? Und welche Folgen hat das für Bodenorganismen und die Gesundheit des Waldes? Diesen Fragen geht die Hochschule Coburg gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg im Forschungsprojekt „Forest Health & Plastics (Forest HP)“ nach.

Während die Auswirkungen von Mikroplastik auf Meere und Flüsse inzwischen intensiv erforscht sind, gibt es über Kunststoffe in Waldböden bislang nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Besonders wenig ist darüber bekannt, wie sich Mikroplastik auf die mikrobiellen Lebensgemeinschaften im Boden auswirkt. Dabei erfüllen Waldböden wichtige Funktionen: Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe und bilden eine wesentliche Grundlage für die Grundwasserneubildung.

Das Forschungsteam entnimmt nun erstmals Bodenproben auf den Mountainbike-Trails am Krappenberg bei Lichtenfels. Ausgewählt wurde der Krappenberg, da die Trails seit ihrem Bau 2021 unter Mountainbikern überregional bekannt sind und der Ort ein repräsentativer Standort für stark besuchte Waldgebiete in Nordbayern ist.

Auf Plastiksuche im Wald

Der Krappenberg gehört zu insgesamt 42 Untersuchungsflächen in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. An jedem Standort werden zehn Bodenproben entnommen und anschließend im Labor analysiert. Ziel ist es, Art, Menge und Herkunft von Kunststoffen im Waldboden zu bestimmen und deren Auswirkungen auf Bodenstruktur, Mikroorganismen und die ökologische Funktion des Waldes zu untersuchen. Damit es nicht zu einer Kontamination der Proben kommt, wird bei der Entnahme der Proben komplett auf Kunststoff verzichtet. Das bedeutet, es sind Überzüge für die Schuhsohlen, kunststofffreies Werkzeug und ein Weidenkorb statt einer Plastikbox für den Transport der genommenen Proben im Einsatz.

Prof. Dr. Matthias Noll und Doktorandin Alexandra Unglaube von der Hochschule Coburg haben die Probenentnahmen im Frühjahr 2026 bereits getestet. Als Nächstes sammeln sie die echten Proben im Wald. Dabei verzichten sie auf Kunststoff an Kleidung und Werkzeug, um die Proben nicht zu verfälschen.(Bild:  Dr. Eva-Maria Wittmann / Hochschule Coburg)
Prof. Dr. Matthias Noll und Doktorandin Alexandra Unglaube von der Hochschule Coburg haben die Probenentnahmen im Frühjahr 2026 bereits getestet. Als Nächstes sammeln sie die echten Proben im Wald. Dabei verzichten sie auf Kunststoff an Kleidung und Werkzeug, um die Proben nicht zu verfälschen.
(Bild: Dr. Eva-Maria Wittmann / Hochschule Coburg)

„Wir machen es dem Waschbär nach und gehen dahin, wo der Müll liegt“, sagt Prof. Dr. Matthias Noll von der Hochschule Coburg, Verbundleiter des Projekts. „Statt den gesamten Wald gleichmäßig zu beproben, konzentrieren wir uns auf so genannte Hotspots, an denen mit einer erhöhten Kunststoffbelastung zu rechnen ist.“

Zu diesen Hotspots zählen unter anderem stark genutzte Erholungsflächen wie Mountainbike-Trails, aber auch Touristenattraktionen, forstliche Rückegassen sowie Straßenränder im Wald. Um die Ergebnisse einordnen zu können, untersucht das Forschungsteam zusätzlich wenig frequentierte Waldflächen als Vergleichsstandorte.

Ziel: Auswirkung auf den Waldboden ermitteln

Neben der Menge und Art der Kunststoffe untersuchen die Forschenden auch bodenphysikalische und bodenchemische Eigenschaften, die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Boden sowie die Mikroorganismen auf Makroplastik. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Auswirkungen von Kunststoffeinträgen auf Waldökosysteme besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen für Waldbesitzer, Behörden und die Forstpraxis zu entwickeln.

Probenentnahme im Wald(Bild:  Eva Maria Wittmann)
Probenentnahme im Wald
(Bild: Eva Maria Wittmann)

Das Verbundprojekt Forest Health & Plastics läuft seit Oktober 2025 und endet im September 2028. Es wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung