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Fruchtbar bis zum Schluss

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Späte Mütter – kein Problem?

Aber: Keimzellen altern wie alle anderen Zellen auch. Sie fallen der so genannten inhärenten Unfruchtbarkeit anheim, denn ein Mädchen wird bereits mit allen seinen Eizellen geboren, die mit ihm altern. Die meisten Oozyten gehen im Laufe der Jahre zugrunde oder erleiden erhebliche Qualitätsverluste, die zu vermehrten Gen-Aberrationen wie Trisomien führen.

Deshalb gelten Frauen ab 35 in Deutschland als Spätgebärende und Risikoschwangere mit einem erhöhten Beratungs- und Betreuungsbedarf. Für diese Zuweisung spielt es keine Rolle, ob die Frau ihr erstes Kind bekommt oder bereits Kinder hat. Den Spätgebärenden werden mehr Maßnahmen zur vorgeburtlichen Diagnostik angeboten – mit allen Konsequenzen. Denn längst nicht alle Verfahren führen zu sicheren Aussagen über mögliche Einschränkungen beim Kind. Einige invasive Untersuchungen wie die Fruchtwasseruntersuchung sind sogar mit Risiken für das Ungeborene behaftet. Sie enden in ca. einem Prozent der Fälle mit einer Fehlgeburt, im schlimmsten Fall eines völlig gesunden Kindes.

Je später die Schwangerschaft, umso größer die Risiken.

Außerdem treten normale Veränderungen des mütterlichen Körpers wie Myome, Übergewicht und Schilddrüsen-Fehlfunktionen aufgrund des Alters deutlicher in Erscheinung und verursachen eher Probleme sowohl bei der Empfängnis als auch während der Schwangerschaft und Geburt.

• Die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Empfängnis ist zwischen dem 20. und 27. Lebensjahr doppelt so groß wie zwischen 35 und 39.

• Während nur 8 Prozent aller Schwangeren unter 30 Jahren eine Fehlgeburt erleiden, trifft schon jede dritte Frau ab 40 dieses Schicksal. Sogar 60 Prozent der 46-jährigen Frauen verlieren ihre Kinder während der Schwangerschaft.

• Frauen ab 35 verkraften eine Schwangerschaft subjektiv besser als Jüngere und leiden weniger unter den üblichen Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Übelkeit. Man geht davon aus, dass sich Frauen mittleren Alters besser ernähren und bewusster mit ihrem Körper umgehen, was auch mit dem generell höheren Bildungsniveau zusammenhängt. Objektiv allerdings haben sie ab 35 Jahren ein deutlich gesteigertes Risiko, an einer Gestose, Schwangerschaftsdiabetes oder anderen schwangerschaftsinduzierten Leiden zu erkranken.

• Es treten deutlich mehr genetische Defekte durch Teilungsfehler während der Meiose auf. Während z. B. das Risiko einer 24-jährigen Schwangeren, ein Kind mit einer Trisomie 21 zu tragen, bei 1:1500 liegt, steigt diese Quote mit dem Alter rasant an. Ab 45 Jahren ist bereits eine von ca. 30 Frauen mit einem betroffenen Kind schwanger. Mit der verbesserten pränatalen Diagnostik werden vieler dieser Kinder jedoch bereits im Mutterleib identifiziert und zahlreiche Schwangerschaften nach einer möglichen Diagnose abgebrochen.

• Frauen ab 40 werden häufiger operativ entbunden, unter anderem prophylaktisch, weil bei ihnen gegen Ende der Schwangerschaft mehr Kinder aus ungeklärter Ursache intrauterin sterben.

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