Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Keratokonus ist eine Augenerkrankung, die häufig bei Jugendlichen auftritt und sich im Erwachsenenalter verschlechtert. Sie führt dazu, dass die Hornhaut sich wölbt und das Sehvermögen beeinträchtigt, oft mit der Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation. Forscher haben nun Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich eingesetzt, um vorherzusagen, welche Patienten sofortige Behandlung benötigen, um ihr Sehvermögen zu stabilisieren.
Die KI analysierte Augenbilder und Patienteninformationen, um Patienten in zwei Gruppen zu kategorisieren: diejenigen, die behandelt werden müssen, und diejenigen, die nur überwacht werden müssen. Mit Hilfe von optischer Kohärenztomografie (OCT) und Daten von 6.684 Patienten konnte die KI bereits beim ersten Besuch zuverlässig das Risiko einer Krankheitsverschlechterung abschätzen. Zwei Drittel der Patienten wurden als risikoarm eingestuft, die keine Behandlung benötigten. Die Forscher konnten durch ihre Methode bis zu 90% der Patienten korrekt klassifizieren. Diese Technologie könnte helfen, unnötige Kontrollen zu reduzieren und Behandlungen rechtzeitig durchzuführen, um Sehverlust zu verhindern. Ein verbesserter KI-Algorithmus wird derzeit entwickelt, um weitere Augenkrankheiten zu diagnostizieren.
Das Bild zeigt ein Beispiel eines OCT-Scans des Auges, das von der KI verwendet wird.
Bildquelle: Shafi Balal / ESCRS , (CC BY SA)
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Wissenschaftsbild des Tages vom 16.9.2025 (Bild: Shafi Balal / ESCRS)

