Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Figuren, die an Origami erinnern, zeigen die faszinierenden Möglichkeiten dieser Technik: Eine geformte Glasleiste, von den Forschern entwickelt, wird genutzt, um sie zu falten (a), einen optischen Resonator zu kreieren (b), eine heikale Biegung zu erreichen (c) und schließlich einen Tisch mit einem parabolischen Reflektor zu konstruieren (mittlere, untere Reihe).
Diese Methode, bekannt als „photonic origami“, erlaubt es, Glasscheiben direkt auf einem Chip in mikroskopische 3D-photonische Strukturen zu falten. Sie eröffnet das Potenzial für winzige, komplexe optische Geräte in der Datenverarbeitung, Sensorik und experimentellen Physik. Professor Tal Carmon von der Universität Tel Aviv erklärt, dass bestehende 3D-Drucker raue Strukturen erzeugen, die für Hochleistungsoptik ungeeignet sind. Inspiriert vom Biegen von Tannenzapfenschuppen nutzen sie eine laserinduzierte Methode, um präzise Biegungen in ultradünnem Glas zu erzeugen. Diese laserinduzierte Faltmethode kann sehr lange, extrem dünne Strukturen erzeugen und ermöglicht das Formen von Helixen und Spiegeln mit extrem glatten Oberflächen. Die Entdeckung der Methode durch Zufall führte dazu, dass diese Glasfalten aufgrund von Oberflächenspannung entstehen.
Mit der photonic origami Technik lassen sich vielfältige mikroskopische Geräte herstellen, die Licht anstelle von Elektrizität verwenden, und damit neue Möglichkeiten für optische Hochleistungsgeräte erschließen.
Bildquelle: Tel Aviv University: , (CC BY 4.0)
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Wissenschaftsbild des Tages vom 11.9.2025 (Bild: Tel Aviv University)

