Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Das Darmgehirn beeinflusst über den Botenstoff VIP die Zusammensetzung der Darmbarriere. Fehlt VIP, treten an der Darmoberfläche bestimmte Zelltypen häufiger auf, wie dieser Gewebeschnitt (Mausmodell) zeigt: Tuftzellen (rot), schleimbildende Becherzellen (gelb), Paneth-Zellen (pink) und Stammzellen (grün).
Dies hat ein internationales Team um die Charité und die Uni Bern herausgefunden. Das „Darmgehirn“ steuert die Darmbarriere, die den Körper vor Keimen und schädlichen Stoffen schützt.
Wichtiger Schlüssel ist der Botenstoff VIP. Damit sprechen Darmnerven direkt mit Darmstammzellen und bremsen deren Wachstum und Entwicklung. Fehlt VIP, entstehen zu viele Tuftzellen. Diese schicken Signale, die allergieähnliche Reaktionen im Darm auslösen können. So wirkt das Darmnervensystem wie ein Dirigent zwischen Stammzellen und Abwehrzellen und hilft, die Darmschleimhaut stabil zu halten.
Die Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für gezieltere Behandlungen bei Allergien, Reizdarm und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Außerdem deutet vieles darauf hin, dass die Ernährung diese Nerven-Darm-Achse beeinflussen kann. Das will das Team als Nächstes untersuchen.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 02.12.2025 (Bild: Charité | Luisa Barleben)

