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Probensammler

Hautbelastungen bei der Holzimprägnierung mit Teeröl messen

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Vor Beginn der belastenden Tätigkeit ziehen die Beschäftigten der Imprägnierbetriebe die Ganzkörperoveralls aus weißem Polyethylen (Tyvek) an und werden mit Probenahmehandschuhen aus Rindspaltleder ausgerüstet (s. Abb. 1). Dabei werden unter den weißen Overalls neue Arbeitsanzüge getragen, um eine Verschmutzung der Overalls von innen durch bereits verschmutzte Arbeitskleidung auszuschließen. Anhand der durch das Teeröl verfärbten Areale auf den Overalls erhält man bereits während der Probenahme einen ersten Eindruck von den potenziellen Hautbelastungen. Diese Beobachtungen können dann für eine Plausibilitätsprüfung der erhaltenen Messergebnisse genutzt werden.

Dermale Belastung erfassen

Den Beschäftigten werden unmittelbar nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit Handschuhe und Overalls ausgezogen und in jeweils sechs Segmente (Handschuhpaare) bzw. 20 Segmente (Overalls) zerlegt (s. Abb. 2). Diese werden sofort luft- und lichtdicht in Alufolie und verschließbare PE-Beutel verpackt, gekühlt ins Labor transportiert und bis zur Aufarbeitung bei 4 °C gelagert. Aus den einzelnen Segmenten werden die teerölkontaminierten Bereiche ausgeschnitten, die dann zweimal mit Dichlormethan im Ultraschallbad extrahiert werden, wobei das jeweilige Lösungsmittelvolumen der zu extrahierenden Materialmenge angepasst wird. Nach der Extraktion wird der Extrakt zentrifugiert (2000 x g, 10 min). 4 ml des Überstandes werden über eine mit 400 mg aktiviertem Silikagel gefüllte Festphasensäule gegeben. 1 mL des Eluats wird nach Zusatz eines internen Standards (IS) und iso-Octan als Keeper im Stickstoffstrom eingeengt und mittels GC-MS analysiert.

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Das analytische Verfahren umfasst die quantitative Bestimmung der 16 EPA-PAK sowie von 1-Methyl- und 2-Methylnaphthalin, die an einer unpolaren Säule vom Typ HP-5MS (60 m x 0,25 mm x 0,25 µm; Fa. Agilent) aufgetrennt werden (s. Abb. 3). Die Einzelmassenregistrierung (SIM-Technik) ermöglicht hierbei eine selektive und sensitive Bestimmung der Analyten in der komplexen Teerölmatrix. In den von den Betrieben verwendeten Teerölen und in den Extrakten der Probensammler lassen sich Naphthalin, 1-Methylnaphthalin, 2-Methylnaphthalin, Acenaphthylen, Acenaphthen, Fluoren, Phenanthren, Anthracen, Fluoranthen, Pyren, Benz(a)anthracen und Chrysen oberhalb der Bestimmungsgrenzen nachweisen (s. Abb. 4). Diese Bestandteile machen zusammen etwa 30 bis 50 % des Teeröls aus. Benzo[a]pyren und schwerer flüchtige PAK wurden bei den Messungen nicht nachgewiesen.

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