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Probensammler

Hautbelastungen bei der Holzimprägnierung mit Teeröl messen

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Validierung der Messmethode

Bis die Beschäftigten in den Imprägnierbetrieben mit den Probensammlern ausgestattet werden konnten, waren umfangreiche Vorarbeiten im Labor erforderlich. Das Messverfahren zur Erfassung der dermalen PAK-Belastung bei beruflichem Umgang mit Kreosot war zuvor im Rahmen eines von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geförderten Projektes entwickelt und umfassend validiert worden.

Nachdem die Entscheidung für Ganzkörperoveralls und Handschuhe als Probensammler gefallen war, wurden verschiedene Extraktionsmittel und Extraktionsverfahren getestet. Dabei lieferte die Extraktion im Ultraschallbad mit Dichlormethan die besten Ergebnisse und erlaubte – im Vergleich zur Soxhlet-Extraktion – die parallele Aufarbeitung von bis zu zwölf Proben. Die Wiederfindungsraten wurden für sämtliche PAK-Einzelverbindungen zu >85 % ermittelt.

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Versuche zur Expositonssimulation ergaben für das Overallmaterial, dass ab einer Beladung von 20 mg/cm² Sättigung und Substanzdurchbruch auftraten. Beim Leder traten Sättigung und Substanzdurchbruch aufgrund größerer Materialdicke erst ab einer Beladung von 50 mg/cm2 auf.

In weiteren Versuchsreihen zur Methodenvalidierung konnte gezeigt werden, dass die dotierte Kreosotmenge, die Probenlagerung bei 4 °C bzw. -20 °C sowie die Art der Exposition (durch Kreosotspritzer, durch Kontakt mit frisch imprägnierten Oberflächen) keinen signifikanten Einfluss auf die PAK-Wiederfindungsraten hatten. Stets lagen die Wiederfindungsraten für die zwölf im Kreosot vorliegenden Analyten bei >87 %.

Die Analysenmethode erreichte für die einzelnen PAK-Bestimmungsgrenzen zwischen 6,6 bis 12,3 µg/L Extraktionslösung, was einer Oberflächenbeladung mit den einzelnen Substanzen im ng/cm2-Bereich entsprach. Methodenlinearität, Präzision in Serie und Präzision von Tag zu Tag überzeugten durch sehr zufriedenstellende Ergebnisse.

Fazit

Die Ergebnisse der Validierung zeigen, dass das entwickelte Messverfahren geeignet ist, mit Polyethylen- und Ledermaterialien gesammelte PAK verlustfrei und reproduzierbar zu extrahieren und mit der entwickelten Analysenmethode die PAK-Gehalte in den resultierenden Extrakten zuverlässig und genau zu quantifizieren. Der Einsatz von Ganzkörper-Overalls und Handschuhen als Probensammler stellt dabei sicher, dass keine Verfälschung der Ergebnisse durch eine nicht-repräsentative Auswahl von Körperarealen bei der Probenahme erfolgt.

In den Betrieben erwies sich das Probensammler-Verfahren zur Bestimmung der potenziellen dermalen Belastung als sehr praktikabel. Es konnten auch Tätigkeiten von kurzer Dauer (6 bis 15 min) untersucht werden. Damit ermöglicht das Verfahren im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen mit Biozid-Anwendung, die potenzielle dermale Belastung von Beschäftigten quantitativ zu bestimmen. Anhand der Messergebnisse lassen sich Vorschläge zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen sowie zur persönlichen Schutzausrüstung formulieren und Präventionsmaßnahmen zielgerichtet optimieren.

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