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Probensammler Hautbelastungen bei der Holzimprägnierung mit Teeröl messen

| Autor / Redakteur: Anja Schäferhenrich*, Ralph Hebisch**, Kristina Krutz*** et. al. / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Messung der potenziellen Hautbelastungen bei der Teerölimprägnierung von Holz erfolgt mit Ganzkörperoveralls als Probensammler. Nach Extraktion mit Dichlormethan können die im Teeröl vorhandenen PAK mittels GC-MS bestimmt werden.

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Abb. 1: Beschäftigter im Imprägnierbetrieb bei der Aufplattung von Bahnschwellen.
Abb. 1: Beschäftigter im Imprägnierbetrieb bei der Aufplattung von Bahnschwellen.
(Bild: BAuA/Uni Erlangen-Nürnberg)

Holzbauteile werden vor ihrem Einbau oft imprägniert. Je nach vorgesehener Anwendung werden dazu unterschiedliche Imprägniermittel verwendet. Bahnschwellen und Pfahlfüße beispielsweise werden häufig mit Teeröl (Kreosot) imprägniert. Das Holzschutzmittel hat eine biozide Wirkung und fällt somit unter die chemikalienrechtliche Regelung der Biozid-Richtlinie 98/8/EG bzw. ab 1. September 2013 unter die Biozid-Verordnung 528/2012.

Hier wird die Zulassung und das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten geregelt. Im Rahmen der Regulierung werden u.a. mögliche Gesundheitsrisiken von Beschäftigten bewertet, die von den verwendeten Holzschutzmitteln ausgehen können. Im Bereich der Imprägnierung von Hölzern sind die Beschäftigten nicht nur inhalativen, sondern auch dermalen Belastungen ausgesetzt, die zur Bewertung möglicher Gesundheitsrisiken heranzuziehen sind. Für letztere liegen bisher kaum Messergebnisse vor, was v.a. auf das Fehlen validierter Messverfahren zurückzuführen ist.

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Pads liefern in diesem Fall nur unzureichende Ergebnisse

Die in der wissenschaftlichen Literatur beschriebenen Verfahren zur Erfassung der dermalen Belastung verwenden meistens wenige Quadratzentimeter große Probensammler (Pads, 100 cm2), die an vorher festgelegten Körperbereichen angeheftet werden. Diese sind gut geeignet, Belastungen durch gasförmige oder fein vernebelte Arbeitsstoffe zu erfassen, und daher das Standardverfahren zur Erfassung der Hautbelastung z.B. beim Versprühen von Pflanzenschutzmitteln [1].

In Imprägnierbetrieben kommt es allerdings vor allem durch Holzschutzmittelspritzer und durch direkten Kontakt mit frisch getränktem Imprägniergut zu dermalen Belastungen. An diesen Arbeitsplätzen sind Pads nicht geeignet, um die Hautbelastung zuverlässig und repräsentativ zu erfassen, weil die Pads hier zufällig besonders hoch oder gar nicht belastet sein können. Für die hier beschriebene Untersuchung der dermalen Belastung durch polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die Hauptbestandteil der eingesetzten Kreosote sind, erlaubt die Verwendung von Handschuhen und Ganzkörperoveralls deutlich zuverlässiger die korrekte Erfassung der gesamten dermalen PAK-Belastung.

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