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Wie beeinflusst hochreines Wasser die Datenqualität?

Hochpathogene Viren mittels Virus-Pseudotypen erforschen

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Diskussion

Während dieser Studie wurden Virus-Pseudotypen auf der Grundlage eines nicht-replikationsfähigen Virus der vesikulären Stomatitis (VSV) hergestellt und die Hüllproteine von verschiedenen hochpathogenen Viren untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass der Zelleintritt unter Verwendung identischer Rezeptormoleküle und biochemischer Prozesse erfolgt, wie es für die authentischen Viren beschrieben ist. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Verwendung von Reinstwasser bei der Herstellung der VSV-Pseudotypen zu einer Optimierung des Prozesses führt. Zukünftige Untersuchungen sollten darauf abzielen zu klären, worauf diese Beobachtung beruht: Ist es eine erhöhte Produktionsmenge an VSV-Pseudotypen, ein effizienterer Zelleintritt oder eine verbesserte Stabilität der Pseudotypen? Es lässt sich beispielsweise darüber spekulieren, dass die Abwesenheit von Salzen, Proteinasen oder Lipasen bei der Nutzung von Reinstwasser die Stabilität der VSV-Pseudotypen steigert.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Virus-Pseudotypen wichtige Werkzeuge zur Untersuchung des Zelleintritts von hochpathogenen Viren sind. Da die Erforschung hochpathogener Viren mittels Virus-Pseudotypen nicht auf Sicherheitslabore der Stufen BSL-3 und -4 beschränkt ist, kann eine größere Anzahl an wissenschaftlichen Einrichtungen miteinbezogen werden, wodurch in kürzerer Zeit der Zelleintritt neuer Erreger charakterisiert und geeignete Nachweisverfahren oder antivirale Strategien (Medikamente, Impfstoffe) entwickelt werden können. Auch der große Arbeitsaufwand in Hochsicherheitslaboren (z.B. Ganzkörperschutzanzüge), die damit verbundenen hohen Kosten und Limitationen (z.B. kein Zugang zu Geräten, die nicht direkt im Hochsicherheitslabor stehen) werden durch den Einsatz von Pseudotypen reduziert. Darüber hinaus minimiert die Verwendung von Virus-Pseudotypen im Vergleich zu authentischen, hochpathogenen Viren das Risiko einer Infektion des Laborpersonals nach ungewollter Exposition, und stellt so einen bedeutenden Sicherheitsaspekt dar.

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Eine Optimierung des Herstellungsprozesses, z.B. durch Verwendung hochreiner Reagenzien insbesondere der des Wassers, kann zudem dazu beitragen die Sensitivität von nachfolgenden Testverfahren zu verbessern, die Produktionsmengen zu erhöhen und somit die Herstellungskosten weiter zu reduzieren.

Danksagung: Ein besonderer Dank der Autoren gilt Herrn Prof. Dr. Pöhlmann für die Betreuung der Arbeit, für die Durchsicht des Manuskriptes sowie für die konstruktive Diskussion zum Thema.

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