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Medtech meets Pharma

Innovationen an der Schnittstelle von Medizintechnik und Pharma

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„Durch die gezielte Platzierung von Chemotherapeutika in den Tumoren sinken die Belastungen für Leber und Niere signifikant“, so der Mediziner. Hierfür betreibt er translatorische Krebsforschung in einem interdisziplinären Umfeld aus Medizintechnik, Physik, Ingenieurwissenschaften und Pharmazie. An verstorbenen Menschen, die ihren Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen, kann er die Wirksamkeit der Zukunftstechnologie Nanomedizin und deren Umsetzung in medizintechnischen und pharmazeutischen Anwendungen bereits nachweisen.

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Ganzheitliche Therapiemodelle steigern die Arzneimittelsicherheit

Eine Bedrohung der Patientensicherheit ist auch für Jürgen Bieberstein vom Arzneimittelriesen Pfizer Deutschland Motivation, sich der Branche Medizintechnik anzunähern. 58.000 arzneimittelbedingte Todesfälle gäbe es alleine Deutschland jedes Jahr. „Ein strukturiertes Arzneimittelmanagement, das die ärztliche Diagnose nicht ersetzt, sondern ergänzt, kann hier für deutliche Besserung sorgen.“ Gute Gründe für Pfizer, sich im Rahmen einer Kooperation mit Siemens dem Thema Companion Diagnostics anzunehmen und gemeinsam ganzheitliche Therapiemodelle zu entwickeln, die die Arzneimittelsicherheit signifikant steigern.

Kombinationsprodukte brauchen hohe Potenzial, damit sich der Aufwand lohnt

Doch bei allem Interesse für die Patientensicherheit verlieren die Unternehmen eines nicht aus den Augen: Ihre ureigenen wirtschaftlichen Interessen. Und das ist auch gut so. Denn innovativ ist nur das, was auch auf dem Markt Erfolg hat – sprich bezahlt wird. Ganz gleich, ob Krankenhäuser, Privatpersonen oder Versicherer die Kosten tragen. Für Dr. Hardy Kietzmann, Director Innovation bei Sanofi-Aventis Deutschland, hängt die Beschäftigung mit Non-Pharmazeutika-Produkten daher entscheidend davon ab, ob er am Ende „ein Preisschild anbringen kann.“ Das ist mitunter eher der Fall, wenn Medizintechnik nur angeflanscht wird, statt sie voll zu integrieren. „Es ist heute schon schwer genug, für reine Pharmaprodukte eine Erstattung zu erhalten. Auch wenn medizinisch Vieles möglich ist, muss das synergetische Potenzial von Kombinationsprodukten schon sehr hoch sein, damit sich der Aufwand lohnt“, so Kietzmann.

Nutzen und Wertschöpfung gewinnen an Bedeutung

Einfache Lösungen sind daher oftmals vielversprechend. Zum Beispiel das von Kietzmann als Pilotprojekt vorgestellte Diabetikerpflaster Neuropad. Über die Messung der Schweißabsonderung am Fuß gibt es Ärzten objektive Rückschlüsse über den Grad der Zuckererkrankung von Diabetespatienten. Hier steht ganz klar der Nutzen im Vordergrund.

Den Nutzen führt auch Hans-Jürgen Smith, Care Fusion Germany 234, den Teilnehmern vor Augen. An Beispielen von Lungenfunktionsdiagnostik- und Testsystemen für COPD-Patienten verdeutlicht er, wie wichtig eine objektive Befundung ist. „Sie erlaubt Pneumologen angemessene pharmakologische Interventionen zu verordnen – gerade bei kleinen Kindern oder alten Menschen, die nur bedingt aktiv an den Tests mitwirken können“. Allerdings sieht er in der Frage nach dem optimalen und kostengünstigen Einsatz der Gerätetechnik zur umfassenden Beantwortung der pharmazeutischen Themenstellungen noch eine große Herausforderung.

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