LABORPRAXIS-NewstickerKeine Annäherung bei Chemie-Tarifrunde in Hessen
Aktualisiert am 19.01.2026
Quelle: dpa
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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)
15.1. – Keine Annäherung bei Chemie-Tarifrunde in Hessen
Wiesbaden (dpa/lhe) 15:46 Uhr – Zum Auftakt der regionalen Tarifverhandlungen in der hessischen Chemie- und Pharmaindustrie hat es keine Annäherung gegeben. Man habe kein Wachstum, keinen Aufschwung und keinen Verteilungsspielraum, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Holger Kison von Infraserv-Höchst. Nicht einmal die Inflationsrate könne ein Maßstab für die Tarifpolitik sein.
Die IG BCE beharrte hingegen auf ihrer Forderungen, die Kaufkraft der Beschäftigten zu steigern und gleichzeitig ihre Jobs zu sichern. Die wirtschaftliche Lage sei nur für einen Teil der Betriebe herausfordernd, erklärte Landesbezirksleiterin Sabine Süpke. Auf eine prozentuale Lohnforderung hat die IG BCE bundesweit verzichtet. Das Motto lautet: „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“
Bis zum 23. Januar wird in einer ersten Runde in neun Tarifrunden verhandelt. Bundesweite Gespräche für die insgesamt 585.000 Beschäftigten sind dann erstmals am 3. Februar in Hannover geplant.
Auch in Rheinland-Pfalz führten Tarifverhandlungen zuletzt zu keinem Ergebnis, mehr dazu in folgendem Beitrag:
Köln, Richmond/UK (Chemspec Europe) 12:01 Uhr – Am 6. und 7. Mai 2026 trifft sich die Fein- und Spezialchemie zur Chemspec Europe in Köln – dem führenden Sourcing-Hub für alle Industriebereiche. Bereits ein halbes Jahr vor Messestart waren drei Viertel der Standfläche fest vergeben. Zum Ausstellerfeld zählen Marktführer wie Evonik, Weylchem, CABB und Johnson Matthey.
Gezeigt werden chemische Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von Custom Solutions, Additiven, Inhaltsstoffen und APIs bis zu Auftrags- und Lohnfertigung, regulatorischer Unterstützung und mehr. Die Anwendungsbereiche sind breit gefächert, darunter Pharma, Agrochemie und Wasseraufbereitung. Neben der bewährten Neuaussteller-Zone kommt 2026 eine Second-Year Exhibitor Zone für wiederkehrende Aussteller dazu. Dort erhalten die Unternehmen einen umfassenden Messe-Support und verstärkte Marketing-Präsenz, wie es in einer Pressemeldung heißt.
Das Konferenzprogramm soll dieses Jahr fokussierter werden: Die Strategy Stage behandelt Regulatorik, Geopolitik und Lieferketten, während der Moleküle Hub technische Trends und Innovationen für Pharma, Agro und andere Schlüsselbranchen präsentiert. Diese Zweiteilung soll Teilnehmern helfen, relevante Inhalte schneller zu finden.
2025 verzeichnete die Messe 424 Anbieter und 4.037 Fachbesucher aus 62 Nationen, davon 73 Prozent Führungskräfte aus Einkauf, Forschung und Entwicklung sowie C-Level Executives. Weitere Infos zur Messe auf www.chemspeceurope.com
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9.1. – EU-Mercosur stärkt Exporte deutscher Labortechnik-Unternehmen
Berlin (Spectaris) 16:41 Uhr – Der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik Spectaris begrüßt die bevorstehende Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens als wichtigen Schritt zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika. Das Abkommen eröffnet insbesondere für deutsche Unternehmen aus Photonik, Medizintechnik, Analysen-, Bio- und Labortechnik sowie der Augenoptik neue Marktchancen.
Für viele Produkte dieser Branchen – darunter Lasersysteme, optische Komponenten, medizinische und diagnostische Geräte sowie Labor- und Analyseinstrumente – sollen die bislang in den Mercosur-Staaten erhobenen Einfuhrzölle von häufig 14 bis 18 Prozent vollständig entfallen. Gerade für mittelständische Hightech-Unternehmen verbessert dies die Wettbewerbsfähigkeit und erleichtert den Marktzugang erheblich.
Positiv zu bewerten ist zudem der erstmals geregelte Zugang europäischer Unternehmen zu öffentlichen Ausschreibungen, unter anderem im Gesundheitswesen. Dies kann mittelfristig neue Möglichkeiten für die Ausstattung von Krankenhäusern, Laboren und diagnostischen Einrichtungen eröffnen. Ergänzend sollen transparentere Zollverfahren und klarere Regeln insbesondere KMU entlasten.
„Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein starkes Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel in geopolitisch schwierigen Zeiten. Für unsere Branchen schafft es konkrete wirtschaftliche Vorteile – von Zollabbau über bessere Ausschreibungszugänge bis hin zu mehr Planungssicherheit für technologieintensive Exporte“, erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer des Deutschen Industrieverbands Spectaris. Somit setzt das Abkommen ein wichtiges Zeichen gegen zunehmenden Protektionismus, der in vielen Märkten weltweit wieder an Bedeutung gewinnt, und stärkt stattdessen offene, verlässliche und faire Handelsbeziehungen.
Stand: 08.12.2025
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Saarbrücken (Klinkner & Partner) 15:37 Uhr – Am 13. und 14. Januar 2026 bietet Klinkner & Partner die LIMS-Demo-Days. Diese Veranstaltung stellt Labor-Informations- und Managementsysteme (LIMS) zahlreicher Hersteller vor und verschafft Interessenten so einen Überblick über die vorhandenen Lösungen am Markt. In dem Online-Format demonstrieren die Aussteller des letzten LIMS-Forums ihr Produkt bzw. ihre Dienstleistungen. Jedes teilnehmende Unternehmen hat 30 Minuten Zeit.
Die LIMS-Anbieter demonstrieren den Use-Case „Der Weg der Probe“, um die wichtigsten Punkte eines Probendurchlaufs im Labor in ihrem LIMS darzustellen. Die Dienstleister und Berater anderer Software zeigen passende Produktlösungen aus ihrem Portfolio.
Die erste Online-Veranstaltung beginnt am Mittwoch, den 13. Januar um 8:30 Uhr. Danach startet alle 30 Minuten ein neues Meeting und die Teilnehmer können entscheiden, ob sie wechseln oder noch mit dem aktuellen Aussteller weiter diskutieren möchten.
Für Besucher des LIMS-Forums 2025 sind die LIMS-Demo-Days kostenfrei.
18.12. – Übernahme durch Biontech wird im Januar vollendet
Mainz/Tübingen (dpa) 11:05 Uhr – Nach Ablauf einer weiteren Frist soll die Übernahme des Biotechnologieunternehmens Curevac durch Biontech im Januar komplett abgeschlossen werden. Zum Ende einer Nachangebotsfrist an diesem Donnerstag waren 86,75 Prozent der Curevac-Anteile in Biontech-Papiere getauscht, wie Biontech in Mainz mitteilte. Bei den restlichen Curevac-Anteilen erfolge dieser Schritt nun im Laufe des Januars 2026.
Eine außerordentliche Hauptversammlung von Curevac hatte dem Prozedere zugestimmt, dass auch dann verbliebene Anteilsscheine umgetauscht werden, wenn der jeweilige Anteilseigner dies nicht tue. Im Laufe des Januars werden die Mainzer dann also wie angestrebt 100 Prozent am einstigen Konkurrenten aus Tübingen halten, Curevac-Scheine werden nicht mehr zum Handel zugelassen sein.
Das ist der Endpunkt des Mitte Juni angekündigten großen Deals in der deutschen Biotechnologie-Landschaft. Seinerzeit hatte Biontech 5,46 US-Dollar für jede Curevac-Aktie angesetzt. Das entspricht einer Bewertung des Tübinger Unternehmens von etwa 1,25 Milliarden US-Dollar (1,08 Mrd Euro). Konkret getauscht wurden und werden Curevac-Aktien in Biontech-Aktienhinterlegungsscheine («American Depositary Shares», kurz: ADS). Die für das Zustandekommen der Übernahme nötige Mindestannahmeschwelle von 80 Prozent war schon zu einer Frist Anfang Dezember überschritten worden.
Biontech und Curevac waren einst Kontrahenten im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Während die Mainzer mit ihrem Vakzin gegen Covid-19 auf mRNA-Basis weltbekannt wurden und Milliarden verdienten, zog Curevac seinen ersten Impfstoffkandidaten wegen vergleichsweise geringer Wirksamkeit aus dem Zulassungsverfahren zurück. Nun soll die Expertise von Curevac dazu beitragen, dass Biontech der Zulassung von Krebstherapien auf mRNA-Basis näherkommt.
Frankfurt/Main (dpa) 10:30 Uhr – Die deutsche Chemiebranche erwartet auch im kommenden Jahr kein Ende ihrer tiefen Branchenkrise. „Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig und der Blick nach vorn wird nicht rosiger“, sagte Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), in Frankfurt.
Die Produktionsanlagen der drittgrößten deutschen Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau seien nur 70 Prozent ausgelastet - „ein historischer Tiefpunkt und weit entfernt von Rentabilität“. Jedes zweite Unternehmen habe zu wenig Aufträge. Diese seien seit 2021 im In- und Ausland um mehr als 20 Prozent eingebrochen.
Für 2026 erwartet der VCI für die chemisch-pharmazeutische Branche insgesamt eine stagnierende Produktion und für die Chemie alleine einen Rückgang von einem Prozent. Bei sinkenden Preisen und stagnierender Produktion bedeute das ein Umsatzminus von rund zwei Prozent.
Die energieintensive Chemie leidet seit Jahren unter den hohen Energiepreisen in Deutschland, der Konjunkturflaute und einem Überangebot bei Basischemikalien auf den Weltmärkten. Hinzu kommt die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. In diesem Jahr schrumpften die Geschäfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Produktion und Erzeugerpreise sanken laut VCI gemessen am Vorjahr leicht um 0,5 Prozent. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 220 Milliarden Euro.
Je nach Branchenzweig waren die Unterschiede groß: In der konjunktursensiblen Chemie alleine ging die Produktion um 2,5 Prozent zurück und der Umsatz um drei Prozent. In der Pharmabranche, die unabhängiger von wirtschaftlichen Schwankungen ist, wuchs dagegen die Produktion um drei Prozent und der Umsatz um 4,5 Prozent. Die Branche hatte im Frühjahr eine Sonderkonjunktur erlebt, da Unternehmen wegen Trumps Zöllen Arzneilieferungen vorzogen.
Insgesamt fiel die Beschäftigung leicht um 0,5 Prozent auf rund 478.000 Menschen. Bereits angekündigte Anlagenschließungen oder Produktionsverlagerungen dürften zu einem weiteren Stellenabbau führen, erwartet der VCI.
Die Stimmung in der Chemiebranche ist schlecht, dem Ifo-Institut zufolge hat sich das Geschäftsklima im Oktober deutlich eingetrübt. Chemiekonzerne wie BASF, Evonik und Wacker Chemie haben Sparprogramme samt Stellenabbau verkündet. BASF-Chef Markus Kamieth sagte kürzlich dem „Handelsblatt“, die Chemieindustrie erlebe „wohl ihre schwierigste Zeit seit 25 Jahren“.
9.12. – Forschungsbericht: Ohne CO2-Entnahme keine Klimaneutralität
Köln (dpa) 15:00 Uhr –- Damit Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral werden kann, reicht die Verringerung der Emissionen allein nicht aus – es braucht auch aktive CO2-Entnahmen. Das zeigt der Bericht von mehr als 100 Forschenden aus zehn Forschungsverbünden im Rahmen des Forschungsprogramms CDR terra. Demnach bleiben selbst bei ehrgeizigem Klimaschutz Restemissionen etwa aus Landwirtschaft, Industrie und Abfallwirtschaft. Diese müssten mit Verfahren ausgeglichen werden, die CO2 aktiv aus der Atmosphäre entziehen und dauerhaft speichern.
Schließlich zeige der Status quo, dass die weltweite CO2-Entnahme bislang zu gering sei. Global würden derzeit etwa 2,2 Milliarden Tonnen pro Jahr gebunden - vor allem über Aufforstung und Holzprodukte. Für eine 1,5-Grad-kompatible Entwicklung müsse diese Menge bis 2050 mindestens verdoppelt bis verdreifacht werden.
Die Forschenden haben dafür verschiedene Verfahren geprüft und weiterentwickelt – keine Methode allein könne die nötige Menge liefern. Ein Mix sei nötig.
Die zentralen technischen und biologischen Verfahren, die das bestehende Portfolio deutlich erweitern könnten, sind laut den Forschenden folgende:
Mischmaterialien aus Pflanzenkohle und Gesteinsmehl: Sie können die Nährstoffverfügbarkeit für Pflanzen im Boden verbessern, den Verwitterungsprozess des Gesteins beschleunigen und mit herkömmlicher Technik ausgebracht werden.
CO2-bindende Gesteinsmodule für Gebäude: Wandmodule aus Gabbroplatten, biobasierten Kohlenstofffasern und Pflanzenkohle. Über den gesamten Lebenszyklus wird pro Quadratmeter Wand etwas mehr als die Hälfte an CO2 gebunden, als eine vergleichbare Wand aus Stahlbeton heute emittiert.
Direkte CO2-Abscheidung aus der Luft (DACCS): Untersucht wurde eine Variante mit Feststoffadsorption, die bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit besonders effizient ist - und überall dort, wo viel erneuerbarer Strom verfügbar ist.
Künstliche Photosynthese: Laborversuche zeigen, dass CO2 mithilfe von Solarenergie in Kohleflocken umgewandelt werden kann - mit potenziell geringerem Flächen- und Wasserverbrauch als bei Energiepflanzen.
CO2-Entnahme sei kein Ersatz für Emissionsminderung, betonen die Autoren des Berichts: „Nur wenn Emissionsminderung und CO2-Entnahme zusammen gedacht werden, kann Deutschland Treibhausgasneutralität bis 2045 erreichen.“
8.12. – Austritt von Treibhausgas SF6 - Chemiekonzern wehrt sich
Stuttgart/Bad Wimpfen (dpa/lsw) 17:57 Uhr – Nach den Vorwürfen um mögliche gewaltige Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) in Baden-Württemberg hat der Chemiekonzern Solvay Klage gegen eine behördliche Anordnung eingereicht. Das bestätigten das Verwaltungsgericht Stuttgart auf Anfrage. Die Klage gegen das Land sei am 3. Dezember eingegangen.
Die Klage richtet sich gegen eine Anordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart, durch die die SF6-Emissionen am Solvay-Standort Bad Wimpfen drastisch gesenkt und durch Messungen eines unabhängigen Instituts belegt werden sollen.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt. Die Forscher hatten in der Region deutlich höhere SF6-Werte gemessen als vom Unternehmen offiziell angegeben, s. Newsticker-Eintrag vom 3. Dezember.
Als Reaktion auf die Klage ordnete das Regierungspräsidium den sogenannten Sofortvollzug an. Das bedeutet laut Umweltministerium, dass Solvay sich an die Vorgaben der Anordnung halten muss - unabhängig vom laufenden Klageverfahren.
„Aktuelle Messungen vor Ort deuten darauf hin, dass die Emissionen durch die zwischenzeitlich getroffenen Anpassungen an der Anlage deutlich gesunken sind. Sie liegen aber weiter viel zu hoch und müssen weiter reduziert werden“, erklärte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne).
Laut Regierungspräsidium ist inzwischen zweifelsfrei festgestellt worden, dass am Standort Bad Wimpfen erheblich mehr SF6 ausgetreten ist als ursprünglich gemeldet. Die im November erlassene Anordnung legt konkrete Grenzwerte fest. „Sollte Solvay die Anordnung nicht einhalten, werden wir umgehend alle weiteren rechtlich möglichen Schritte einleiten“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay.
8.12. – Die Gemü-Gruppe stellt Geschäftsführung neu auf
Kupferzell (Gemü) 8:34 Uhr – Um die internationale Ausrichtung und Kundenzentrierung der Gemü-Gruppe weiter zu stärken, hat der Hohenloher Ventilspezialist seine Geschäftsführung im November 2025 neu aufgestellt.
Gert Müller, CEO und Managing Partner der Gemü-Gruppe, erweitert die Geschäftsführung: Neben Stephan Müller, Chief Financial Officer (CFO), verstärkt Matthias Fick, bisher Geschäftsführer Global Operations von Gemü Deutschland, ab November 2025 das Führungsteam der Unternehmensgruppe. Er übernimmt die Funktion des Chief Operating Officers (COO), um die operative Leistungsfähigkeit der GEMÜ Gruppe nachhaltig zu stärken.
Zudem wurde die Position des Chief Sales and Marketing Officers (CSMO) neu geschaffen und Stephan Gehrig als neuer Geschäftsführer Vertrieb und Marketing in die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe berufen. Gehrig bringt eine umfassende Managementerfahrung aus verschiedenen Industrieunternehmen mit. In unterschiedlichen Führungsfunktionen hat er dabei wertvolle internationale Vertriebs- und Marketingexpertise aufgebaut, die er in seine neue Rolle einbringt. Mit diesem Schritt bündelt das Unternehmen die Steuerung aller nationalen und internationalen Vertriebs- und Marketinginitiativen, um seine Markt- und Kundenzentrierung konsequent weiterzuentwickeln.
3.12. – Hinweis auf massives Treibhausgas-Leck in Baden-Württemberg
Frankfurt am Main/Bad Wimpfen (dpa) 17:41 Uhr – Atmosphärenforscher haben Hinweise auf ein massives Treibhausgas-Leck in Baden-Württemberg entdeckt. Nach Recherchen von „Spiegel“ und ZDF vermuten Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, dass ein Chemiewerk des belgischen Konzerns Solvay im Kurort Bad Wimpfen für die erhöhten Werte verantwortlich ist. Das Unternehmen weist die Vorwürfe laut dem Bericht zurück. Am Solvay-Standort im Landkreis Heilbronn verwies man an die Pressestelle in Belgien. Eine Anfrage dort blieb bis zum Nachmittag unbeantwortet.
Laut der Untersuchung könnten aus dem Werk deutlich mehr des extrem klimaschädlichen Gases Schwefelhexafluorid (SF6) entweichen als bisher bekannt. Während Solvay für 2023 nur 56 Kilogramm SF6 gemeldet habe, berechneten die Forscher im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2023 rund 30 Tonnen jährlich für die Region.
SF6 gilt als eines der klimaschädlichsten Gase überhaupt. Es ist farb- und geruchlos, für Menschen ungiftig. Die globale Emission liege bei 8.000 Tonnen, von denen circa 5.000 Tonnen aus China kommen, so Atmosphärenforscher Andreas Engel von der Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Deutschlandweit liege die Emission bei 100 Tonnen jährlich.
Die baden-württembergische Landesregierung bestätigt auf Anfrage, dass ihr die Untersuchungen bekannt seien. „Die Behörden des Landes haben sie aufgegriffen und sind auf den mutmaßlichen Verursacher der Emissionen zugegangen mit dem Primärziel, die Emissionen schnellstmöglich abzustellen“, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. Entsprechende Maßnahmen und auch rechtliche Anordnungen seien inzwischen erfolgt. Die Anordnungsbehörde sei in diesem Fall das Regierungspräsidium Stuttgart.
Solvay ist nach eigenen Angaben der einzige Hersteller von SF6 in Europa. Der Chemiekonzern erklärte, man habe „alle notwendigen, wissenschaftlich fundierten Maßnahmen“ getroffen, um die Situation zu bewerten und zu überwachen. Wie viel SF6 das Unternehmen tatsächlich ausstoße, ließ die Firma offen. Neue Messwerte sollten laut Umweltministerium bald kommen.
Böhlen/Schkopau (dpa) 17:52 Uhr – Angesichts der geplanten Schließung von Anlagen beim US-Konzern Dow Chemical sorgen sich Politiker um die Zukunft im Mitteldeutschen Chemiedreieck. Der Ausstieg könne zu einem Dominoeffekt führen, der die gesamte Chemieregion gefährde, teilte die Linke nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtags mit. Die Partei forderte Bund und Land auf, sich einzumischen. Es gebe eine Vielzahl von Unternehmen, die sich um eine Nachfolge der Dow-Anlagen bewerben würden.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion in Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann, appellierte neben der Bundesregierung auch in Richtung EU, sich um das Mitteldeutsche Chemiedreieck zu bemühen. Als systemrelevante Struktur des Chemiestandorts Mitteldeutschland müsse es staatliche Intervention geben. Der US-Konzern hatte Anfang Juli bekanntgegeben, einen Teil seiner Anlagen in Schkopau in Sachsen-Anhalt und im sächsischen Böhlen Ende 2027 zu schließen.
Branchenverbände fürchten, dass durch den Wegfall Lieferketten der Chemieindustrie gestört werden könnten. Dow ist ein wichtiger Produzent für viele relevante chemische Baustoffe wie Bindemittel oder Kleb- und Dichtstoffe. Die chemische Industrie sieht sich vor allem wegen hoher Energiekosten unter Druck.
Am Donnerstag teilte der Chemiekonzern Wacker mit, 1.500 Stellen zu streichen. Das Unternehmen unterhält im sächsischen Nünchritz einen Standort mit 1.500 Mitarbeitern. In Halle (Saale) hat ein Tochterunternehmen von Wacker aus der Pharmabranche erst im vergangenen Jahr einen neuen Standort eröffnet. Dort sind nach Unternehmensangaben rund 250 Mitarbeiter beschäftigt.