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Typ-2-Diabetes

Kleiner großer Unterschied: Diabetesmedikament wirkt abhängig vom Geschlecht

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„Allerdings galt dies nur für weibliche Mäuse, nicht aber für die Männchen", berichtet Vegiopoulos. Als die Wissenschaftler Cited4 bei männlichen Mäusen ausschalteten, funktionierten die Glitazone bei den Tieren trotzdem weiter ganz normal. Anders bei weiblichen Mäusen: Ohne das Gen verbesserten die Glitazone die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen nicht, was auf eine verminderte Förderung der Umwandlung von weißem in beiges Fettgewebe zurückzuführen war.

„Bei Männern funktioniert der Wirkmechanismus der Glitazone möglicherweise unabhängig von dem Gen, bei Frauen ist das Gen dagegen zwingend notwendig", resümiert Vegiopoulos. „Für die Entwicklung neuer Diabetestherapien, die auf dem Wirkmechanismus der Glitazone beruhen, ist es wichtig zu wissen, dass sich der Stoffwechsel bei Männern und Frauen unterscheidet."

Neue Wirkstoffe sollten unbedingt bei beiden Geschlechtern erprobt werden

Die Ergebnisse der DKFZ-Wissenschaftler zeigen zudem, wie wichtig es ist, neue Medikamente sowohl an weiblichen als auch an männlichen Probanden und Patienten zu erforschen und dies nicht nur im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, sondern auch schon in den frühen Untersuchungen an Tieren. Bislang werden neue Wirkstoffe noch vorwiegend bei männlichen Tieren untersucht.

Originalpublikation: Irem Bayindir-Buchhalter, Gretchen Wolff, Sarah Lerch, Tjeerd Sijmonsma, Maximilian Schuster, Jan Gronych, Adrian T. Billeter, Rohollah Babaei, Damir Krunic, Lars Ketscher, Nadine Spielmann, Martin Hrabe de Angelis, Jorge L Ruas, Beat P Müller- Stich, Mathias Heikenwälder, Peter Lichter, Stephan Herzig, Alexandros Vegiopoulos. Cited4 is a sex-biased mediator of the antidiabetic glitazone response in adipocyte progenitors. EMBO Molecular Medicine, DOI: 10.15252/emmm.201708613

* Dr. S. Kohlstädt: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 69120 Heidelberg

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