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Forschern gelingt wichtiger Fortschritt

Krebsimmuntherapie: Personalisierte Impfung gegen Krebs

| Autor / Redakteur: Dr. Fabio Bergamin* / Dr. Ilka Ottleben

Die Medizin setzt große Hoffnungen in die personalisierte Krebsimmuntherapie. Dabei sollen Impfstoffe das Immunsystem dazu anregen, einen Tumor zu bekämpfen. Im Bild Darmkrebs-Zellen unter dem Mikroskop (Symbolbild)
Die Medizin setzt große Hoffnungen in die personalisierte Krebsimmuntherapie. Dabei sollen Impfstoffe das Immunsystem dazu anregen, einen Tumor zu bekämpfen. Im Bild Darmkrebs-Zellen unter dem Mikroskop (Symbolbild) (Bild: www.foto-zdjecia.pl)

In der Personalisierten Medizin liegt großes Potenzial , Patienten zielgerichteter und damit besser zu behandeln. Insbesondere auch bei Krebs. Die Medizin setzt hier große Hoffnungen in die personalisierte Krebsimmuntherapie. Dabei sollen Impfstoffe das Immunsystem dazu anregen, einen Tumor zu bekämpfen. Nun ist Wissenschaftlern der ETH Zürich ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelungen, der zudem auch für andere Erkrankungen Potenzial birgt.

Zürich/Schweiz – Trotz verbesserter Diagnostik und Therapie ist Krebs hierzulande noch immer eine der Haupt-Todesursache Nr. 2. Lediglich an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben in Deutschland jährlich noch mehr Menschen. Die „Personalisierung“ der Medizin ist seit einigen Jahren in aller Munde. Sie hat es zum Ziel, Patienten durch die (molekulare) Analyse Ihres „persönlichen Krankheitsprofils“ zielgerichteter und besser zu behandeln. Gerade auch in der Onkologie sind hier bereits erste Ansätze in der Anwendung.

Die Personalisierte Krebsimmuntherapie verknüpft solche Ansätze mit einem weiteren fortschrittlichen Therapieansatz, der in der Krebstherapie seit einigen Jahren Hoffnung macht.

Krebs mit körpereigenen Abwehrzellen bekämpfen

Zellen des körpereigenen Immunsystems können helfen, Tumore zu bekämpfen. So können Onkologen seit einigen Jahren T-Zellen mit Medikamenten – sogenannten Checkpoint-Inhibitoren –dazu anzuregen, Tumorzellen zu eliminieren. Letztes Jahr wurden die beiden Entdecker dieses Therapieansatzes mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt.

Personalisierte Impfung gegen Krebs

Während Ärzte mit dieser Methode erste Erfolge erzielen, vor allem beim schwarzen Hautkrebs und einigen anderen Krebsarten, sind Immunologen und Krebsforscher daran, den Ansatz weiterzuentwickeln. Ihnen schwebt eine Impfung vor, dank der sich die krebsabwehrenden T-Zellen im Körper vermehren, womit die Immunabwehr verstärkt würde. Die große Frage ist: Welche Moleküle eignen sich als Impfstoff? Forscher der Gruppe von Manfred Kopf, Professor für molekulare Biomedizin, haben nun eine Methode entwickelt, mit der sie solche Moleküle identifizieren können.

Übereinstimmung von Immunzellen und Tumor

Weil sich einerseits Tumore von Patient zu Patient stark unterscheiden und andererseits keine zwei Menschen (außer eineiigen Zwillingen) dasselbe Immunsystem besitzen, geht es bei einer zukünftigen Krebsimpfung um einen komplexen Ansatz der personalisierten Medizin. Ziel ist, für jeden Patienten einen individuellen Impfstoff zu entwickeln.

Als Impfstoff kommen Bestandteile von Proteinen infrage, sogenannte Peptide, die wegen einer Mutation nur im Tumor vorkommen. Weil T-Zellen spezifisch sind und nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip immer nur genau ein Peptid erkennen, ist eine weitere Voraussetzung, dass der Patient überhaupt T-Zellen besitzt, welche diese Tumorpeptide erkennen. Bevor Ärzte einen Krebspatienten impfen können, muss daher im Labor herausgefunden werden, welche Tumorpeptide von den T-Zellen des Patienten erkannt werden. Nur solche können dann für eine persönliche Impfung verwendet werden. Der Impfstoff soll dann im Körper die T-Zellen aktivieren, welche nur dieses Peptid (und somit Tumorzellen) erkennen. Diese T-Zellen sollen schließlich den Tumor eliminieren.

Mehr zur Personalisierten Krebsimmuntherapie erfahren Sie in diesem Video der ETH Zürich:

Die Methode der ETH-Forscher ermöglicht es, im Labor zu bestimmen, welche T-Zelle welches Peptid erkennt. Bisher war das äußerst schwierig. Dass der Ansatz funktioniert, zeigten die Wissenschaftlern anhand von Tumoren in Mäusen. Als nächstes möchten die Forschenden die Wirksamkeit auch bei menschlichen Tumoren aufzeigen.

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