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Studie zu Aorten-Erkrankungen

Leipziger Mediziner erhält Förderung in Millionenhöhe

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Aufnahme in die internationalen Behandlungsleitlinien

Zunächst wird dabei das Netzwerk von Arterien um die Hauptschlagader herum sozusagen umprogrammiert. Die Umverteilung des Blutes erfolgt mithilfe von so genannten Coils (flexible Drahtknäuel), die minimal-invasiv eingesetzt werden und einige Wege zu Sackgassen machen, um das Blut auf Umwege zu bringen. „Wir sprechen von einer Präkonditionierung des Gefäßsystems“, erklärt Herzchirurg Professor Etz, der für seine Forschung 2015 mit der „Heisenberg-Professur für Aortenchirurgie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet wurde. „Wir sorgen dafür, dass bestimmte Arterien neu entstehen, die dann später für eine ausreichende Blutversorgung des Rückenmarks sorgen können - auch wenn einige alte Arterien lahmgelegt sind.“ Diese Phase dauere nach derzeitigem Kenntnisstand etwa drei bis fünf Wochen.

„Die Methode kommt also momentan noch nicht für solche Hochrisiko-Patienten in Frage, bei denen damit gerechnet werden muss, dass in dieser Zeit ein akut lebensbedrohlicher Aorten-Einriss mit der Gefahr der inneren Verblutung erfolgt“, erläutert Etz. „Ohnehin wird es natürlich immer dem behandelnden Arzt vorbehalten bleiben, ob er die neue Methode empfiehlt - und die Entscheidung kann nur der Patient treffen.“ Sollte „PAPAartis“ den Erfolg der neuen Methode beweisen, sei damit zu rechnen, dass sie international in die verbindlichen Behandlungsleitlinien aufgenommen wird. Der Antrag wurde mit der Höchstpunktzahl von 15 Punkten bewertet. „Diese hohe Bewertung verspricht, dass das Projekt einen hohen Einfluss auf den medizinischen Standard zur Behandlung von Aortenaneurysmen haben wird“, sagt Etz.

Für seine innovativen Untersuchungen über das arterielle Kollateralnetzwerk, das die Versorgung des Rückenmarks gewährleisten kann, wurde Professor Etz bereits mehrfach national und international ausgezeichnet.

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