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Untersuchung im Computertomographen Wie lindern Nikotinpflaster Long-Covid-Symptome?

Quelle: Pressemitteilung Universität Leipzig 2 min Lesedauer

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Konzentrationsstörungen und andere neurologische Symptome von Long Covid lassen sich womöglich durch Nikotinpflaster lindern. Diesen Effekt haben Forscher der Uni Leipzig anhand von Gehirnscans einer Probandin im Computertomographen untersucht.

Dank des modernen PET-CT, ein kombiniertes System aus Positronenemissionstomographen (PET) und Computertomographen (CT), haben Forschende erstmals die positive Wirkung von Nikotinpflastern auf Long Covid Symptome bildgebend aufgezeigt.(Bild:  Stefan Straube /UKL)
Dank des modernen PET-CT, ein kombiniertes System aus Positronenemissionstomographen (PET) und Computertomographen (CT), haben Forschende erstmals die positive Wirkung von Nikotinpflastern auf Long Covid Symptome bildgebend aufgezeigt.
(Bild: Stefan Straube /UKL)

Nach einer SARS-CoV-2-Infektion leiden viele Menschen am Long Covid Syndrom. Die Betroffenen müssen Schwäche, Konzentrationsstörungen, Atemnot und andere körperliche Beschwerden in unterschiedlich starker Ausprägung ertragen. Bisher sind sowohl die Krankheitsmechanismen als auch die Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausreichend erforscht.

Wissenschaftler an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig fanden heraus, dass eine Störung der cholinergen Neurotransmission eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Long Covid spielen könnte, dass also die Signalübertragung bei Nervenzellen beeinträchtigt ist. Das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus weist eine hohe Affinität zu cholinergen Rezeptoren auf (Rezeptoren des Botenstoffs Acetylcholin), was zu einer Blockade dieser wichtigen Signalwege im Nervensystem führen kann. Diese Mechanismen könnten nicht nur die kognitiven Beeinträchtigungen und die so genannte Gehirnnebel-Symptomatik erklären, sondern auch zahlreiche weitere Symptome wie Fatigue (eine Form von Kraftlosigkeit), Atemnot, Autoimmunreaktionen und Gefäßdysfunktionen.

Nikotin befreit Rezeptoren von Virus-Protein

Als eine potenzielle Therapie testeten die Leipziger Forscher Nikotinpflaster. In Versuchen bei einer Long-Covid-Patientin linderte die Nikotinaufnahme über die Haut signifikant die neurologischen Symptome, insbesondere Sprachstörungen.

Diese Effekte wurden mittels des bildgebenden Verfahrens der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) anschaulich dargestellt. Erstautor Dr. Marco Leitzke, Oberarzt am Department für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin der Helios Klinik Leisnig, erklärt: „Wir haben die Patientin vor und nach der Nikotinpflaster-Therapie bildgebend untersucht. Die Auswertung der PET-CT/MRT-Bilder zeigt eindrucksvoll, dass das Nikotinmolekül die Rezeptoren von dem viralen Spike-Protein befreit und so die physiologische cholinerge Neutransmission wieder ermöglicht hat.“

Weitere Untersuchung mit Nikotinpflastern geplant

Dank der Unterstützung des Freistaates Sachsen gibt es an der Klinik für Nuklearmedizin in Leipzig die Möglichkeit, mit einem hochmodernen Ganzkörper-PET-CT, den Körper von Kopf bis Schenkelmitte gleichzeitig bildgebend zu beobachten. „Mithilfe dieses modernsten aller derzeit verfügbaren PET-CT-Systeme hatten wir die Möglichkeit, die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren der Patientin im Rahmen eines Heilversuchs vor und nach Therapie sichtbar zu machen“, erläutert Prof. Dr. Osama Sabri, Seniorautor des Artikels und Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin. In Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf haben die Wissenschaftler den so genannten Nikotinrezeptor-Tracer für die Darstellung der Rezeptoren mit der PET entwickelt.

Basierend auf den neuen Erkenntnissen plant das Forschungsteam, die Behandlungsmöglichkeit mittels der Nikotinpflaster-Therapie weiter zu untersuchen, um neue therapeutische Optionen für Betroffene von Long Covid zu entwickeln.

Originalpublikation: Leitzke, M., Roach, D.T., Hesse, S. et al.: Long COVID – a critical disruption of cholinergic neurotransmission?, Bioelectron Med 11, 5 (2025); DOI: 10.1186/s42234-025-00167-8

(ID:50360611)

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