Mais-Schädling lässt Wurzeln wuchern (Wissenschaftsbild des Tages)
Seit Millionen von Jahren existiert Plankton, und seine Vertreter gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Wissenschaftler erforschen daher, wie sich diese Organismen täglich an wechselnde Umweltbedingungen anpassen. Sie wollen verstehen, in welchem Maße der evolutionäre Weg einer Spezies auf "Anlage versus Umwelt" zurückzuführen ist.
Mithilfe von hochauflösendem 3D-Scanning und chemischen Analysen untersuchten Wissenschaftler der Universität Southampton die Wachstumsstrukturen und Umweltbedingungen in prähistorischen Foraminiferen-Schalen. Diese Foraminiferen sind winzige schwimmende Muscheln, die heute noch im Ozean leben. Ihre Schalen bestehen aus Kalziumkarbonat und wachsen alle paar Tage, indem sie ihrer Schale in einer spiralförmigen Anordnung eine neue Kammer hinzufügen – wie bei einer Baumrinde. Die chemische Zusammensetzung der Schalen gibt uns auch Auskunft über die Bedingungen, unter denen die Organismen lebten, einschließlich der Chemie, Tiefe und Temperatur des Wassers. Diese Kombination von Methoden ermöglichte es dem Team, evolutionäre Merkmale in besonderer Detailtiefe zu betrachten.
Die Wachstumsraten aller drei Arten waren bei niedrigen Temperaturen ähnlich, doch eine Art wuchs bei höheren Temperaturen deutlich schneller, obwohl sie die gleiche durchschnittliche Größe erreichte. Die Ergebnisse zeigen demnach, dass Temperaturen das Wachstum erheblich beeinflussen und liefern Einblicke in vergangene und potenzielle zukünftige evolutionäre Anpassungen, die auch auf andere fossile Arten angewendet werden können.
Auf dem Bild zu sehen sind CT-Modelle der inneren oder äußeren Wachstumsstrukturen sowie der Schalendicke individueller Foraminiferen.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 03.7.2025 (Bild: University of Southampton)

