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Cannabis-Abgabe an Apotheken Medizinisches Cannabis aus deutschem Anbau verfügbar

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Seit vier Jahren dürfen Ärzte Cannbisblüten und -extrakte zu medizinischen Zwecken verschreiben. Apotheken waren bisher allerdings auf Importe angewiesen. Seit 7. Juli können sie nun auf Cannabis aus heimischem Anbau zurückgreifen.

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Blick in eine professionelle Cannabis-Plantage (Symbolbild)
Blick in eine professionelle Cannabis-Plantage (Symbolbild)
(Bild: ©felix_brönnimann - stock.adobe.com)

Frankfurt/Bonn (dpa) - Der staatliche organisierte Verkauf von Cannabis zu medizinischen Zwecken an Apotheken in Deutschland hat begonnen. Apotheken könnten seit 7. Juli über das Portal der Cannabisagentur medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Arzneimittelqualität zur Versorgung von Patienten vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beziehen, teilte die Behörde in Bonn mit.

Medizinisches Cannabis ist in Deutschland seit 2017 erlaubt und darf von Ärzten verschrieben werden, etwa zur Schmerzlinderungen bei Schwerkranken. Seitdem hat das Mittel einen Boom erlebt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Therapien in den meisten Fällen. In dem noch kleinen Markt tummeln sich viele Start-ups sowie ausländische Konzerne, etwa aus Kanada.

Bislang haben Apotheken medizinisches Cannabis aus Importen bezogen, da der Bund zunächst eine Cannabisagentur aufbaute, den Anbau zeitaufwändig ausschrieb und dann drei Unternehmen mit dem Anbau beauftragte. Die erste Ernte war für Ende 2020 erwartet worden, hatte sich aber verzögert.

Deutsche Anbaumenge: 10,4 Tonnen in vier Jahren

Das medizinische Cannabis wird vom BfArM über ein Unternehmen vertrieben. Der Verkauf an Apotheken erfolge zu einem Preis von 4,30 Euro pro Gramm, so die Behörde. Man erziele dabei keine Überschüsse, es würden nur Personal- und Sachkosten berücksichtigt. Ziel des Anbaus hierzulande sei es, zusätzlich zur Versorgung der Patienten beizutragen. Die deutsche Anbaumenge von 10,4 Tonnen medizinischem Cannabis ist auf vier Jahre mit je 2,6 Tonnen verteilt. Importe seien aber weiter möglich, hieß es.

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