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Olfaktorische Detektion Mehr als ein Schnupperkurs

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das persönliche Empfinden spielt eine wichtige Rolle bei der Ermittlung und Beurteilung von Geruchsverursachern und deren Quellen. Um diese hinreichend präzise und nachvollziehbar beschreiben und bewerten zu können, genügt der subjektive Geruchseindruck allein jedoch nicht. Die Lösung liegt in der Kombination von GC/MS-Analyse und olfaktorischer Detektion.

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Wohl- und Fehlgerüche lassen sich mit einer speziellen Hybridtechnik bestehend aus Mensch und Maschine identifizieren.
Wohl- und Fehlgerüche lassen sich mit einer speziellen Hybridtechnik bestehend aus Mensch und Maschine identifizieren.
(Bild: Malte Reimold/Gerstel )

Mülheim a.d. Ruhr – Die Wissenschaft versucht seit geraumer Zeit, die olfaktorischen Sinneseindrücke unter Einsatz technischen Geräts nachzuempfinden, bleibt aber mit ihren Bemühungen weit hinter dem zurück, was naturgegeben möglich ist. Keine elektronische Nase reicht an das heran, was die menschliche Nase zu leisten in der Lage ist. Ungeachtet dessen braucht es die instrumentelle Analytik, um Wohl- und Fehlgerüche nicht nur zu erkennen sondern auch aufklären und identifizieren zu können. Eines der hierfür wichtigsten und wertvollsten Instrumente ist die Gaschromatographie (GC) in Verbindung mit der Massenspektrometrie (MS). Allerdings liefern die heute zur Verfügung stehenden Geräte nicht immer hinreichend aufschlussreiche Antworten.

Die Kombination Mensch-Maschine macht’s möglich

„Viele geruchsaktive Verbindungen sind bereits in so geringer Menge wahrnehmbar, dass ohne spezielle Probenvorbereitung und maßgeschneiderte chromatographische Trennung selbst der beste Detektor keine verwertbaren Signale liefern würde“, sagt Dr. Alexander Hässelbarth von der in München ansässigen Flavologic GmbH. Keine ihm bekannte elektronische Nase sei nach Auskunft des international anerkannten Chromatographie- und Aromaexperten in der Lage, die sensorisch einzigartige Fähigkeit der menschlichen Nase auch nur annähernd gut zu imitieren und zu ermitteln, was für uns Menschen sensorisch bedeutend und wichtig ist. Was im Umkehrschluss jedoch nicht heiße, dass es keine technisch ausgefeilte Lösung gäbe. Dr. Hässelbarth: „Wohl- und Fehlgerüche lassen sich mit einer speziellen Hybridtechnik bestehend aus Mensch und Maschine identifizieren, deren Ursachen ermitteln oder gezielt kreieren.“

Ergänzendes zum Thema
ODP-Workshop: Auf zum fröhlichen Riechen

Sie sind an der Teilnahme an einem Gerstel-ODP-Workshop interessiert? Der nächste findet statt vom 22. bis 24. September 2015. Details über die Workshop-Inhalte, die zulässige Teilnehmerzahl, die Anmeldeformalitäten erfahren Sie hier oder auf E-Mail-Anfrage an workshop2015@gerstel.de. Telefonische Auskunft erteilt Ihnen der Gerstel-Applikationschemiker und Workshop-Leiter Herr Thomas Albinus, Telefon 0208/76503-0.

Genau das ermöglicht der Olfactory-Detection-Port (Gerstel-ODP), nämlich die sensorische Bestimmung von Gerüchen mittels der Nase simultan zur analytischen Bestimmung der Geruchsverbindungen mit gängigen GC-Detektoren einschließlich MSD, FID und FPD. Gerstels Applikationsexperte Thomas Albinus nennt einige technische Details: „Die integrierte Spracherkennungssoftware ermöglicht es dem Anwender, Gerüche oder Düfte in Echtzeit zu beschreiben und aufzuzeichnen. Die von ihm wahrgenommene beziehungsweise geschätzte Intensität des Geruchs dokumentiert der Anwender mittels Druck auf eine Taste des Olfactory-Intensity-Device (OID). Für jeden GC/MS-Lauf wird ein Bericht erstellt, einschließlich eines Chromatogramms, überlagert mit dem kommentierten Olfaktogramm, in dem der Text der verbalisierten Geruchsbeschreibung über dem jeweiligen Peak platziert ist, die Peakhöhe korrespondiert dabei mit der angegebenen Geruchsintensität.“

Analytisches Riechen und treffende Worte sind der Schlüssel zum Erfolg

„Der ODP ist ein sehr gutes Instrument für die gleichzeitige Ermittlung sensorischer und analytischer Informationen zur Charakterisierung von Aromen und Gerüchen in Lebensmitteln, Getränken, Düften, Verpackungsmaterialien und anderen Bedarfsgegenständen“, fügt Dr. Alexander Hässelbarth hinzu. Die Gaschromatographie mit olfaktorischer Detektion (GC-O) biete die gleiche Sicherheit wie ein klassischer Detektor, allerdings sei man darauf angewiesen, wolle man einen maximalen Nutzen aus der GC-O ziehen, sich das erforderliche Rüstzeug anzueignen und Strategien zu entwerfen, die sich an den Erfordernissen der olfaktorischen, sprich humansensorischen Detektion orientieren. Wichtig sei es zu wissen, welche Faktoren das subjektive Geruchsempfinden beeinflussen. Das „analytische Riechen“ zu lernen und ein treffendes Vokabular zu erwerben, sei für Einsteiger der Schlüssel zum Erfolg.

Gemeinsam mit dem Aromaexperten Dr. Alexander Hässelbarth hat Gerstel einen Workshop konzipiert, der Interessierten aller Anwendungsbereiche in kurzer Zeit das erforderliche theoretische Wissen und praktische Knowhow vermittelt, um erfolgreich mit der GC-O arbeiten zu können. Unter Anleitung lernen die Teilnehmer des Gerstel-ODP-Workshops ihre sensorischen Fähigkeiten zu erweitern, indem sie anhand exemplarischer Versuchsreihen und zahlreicher praxisrelevanter Proben Gerüche in unterschiedlichen Konzentrationen erkennen und benennen. Gleichzeitig erlernen und trainieren sie Strategien, die der Steigerung ihres Geruchsgedächtnisses und ihrer sensorischen Empfindlichkeit dienen. „Am Ende des Workshops“, sagt Referent Hässelbarth, „zeigen sich die Teilnehmer meist sehr erstaunt über ihre neu erworbenen Fähigkeiten und vor allem, dass sie diese auch ohne weitere Anleitung sofort erfolgreich anwenden können.“

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