Wasserstoff-Produktion Mikroalgen für die Wasserstoff-Produktion
Forscher wollen aus einzelligen Grünalgen industrietaugliche Organismen für die Wasserstoff-Produktion entwickeln, die Wasserstoff ohne negative Folgen für die Umwelt liefern können.
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Münster - Algen gelten im Rahmen der Synthese von Biodiesel oder der Wasserstoff-Produktion als alternative Energielieferanten. Wissenschaftler wollen Algen nun so verändern, dass sie mehr Wasserstoff produzieren. An dem Projekt „Biowasserstoff-Produktion in Mikroalgen“ sind Forscher um Prof. Dr. Michael Hippler vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen in Münster sowie Kollegen vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Golm (Potsdam), der Universität Karlsruhe (TH) und als Koordinatoren Wissenschaftler der Universität Bielefeld beteiligt. Das Projekt wird für die nächsten drei Jahre vom BMBF mit insgesamt 1,8 Millionen Euro unterstützt.
Industrietaugliche Organismen für die Wasserstoff-Produktion
Das Forscherteam will aus einzelligen Grünalgen (Chlamydomonas reinhardtii) industrietaugliche Wasserstofflieferanten entwickeln, die den Wasserstoff ohne negative Folgen für die Umwelt liefern. Die Algen produzieren Wasserstoff, wenn beispielsweise Sauerstoff fehlt oder eine Anpassung an Schwefelmangel nötig ist. In diesen Situationen wird der Stoffwechsel der Photosynthese umgestellt, sodass die Algen bei Bestrahlung mit Sonnenlicht Wasserstoff herstellen. Herkömmliche Grünalgen setzen allerdings nur 0,1 Prozent des einfallenden Lichts zu Wasserstoffmolekülen um - aus ökonomischer Sicht zu wenig. „Wenn wir die Rate auf sieben bis zehn Prozent steigern könnten, wäre die Wasserstoffproduktion aus Grünalgen auch kommerziell interessant“, so Prof. Hippler.
Ansätze für eine gesteigerte Wasserstoff-Produktion
Ein Ansatzpunkt hierfür liefert eine bereits existierende Zuchtlinie der Grünalge. Die Algen dieser Linie tragen eine genetische Veränderung, die eine erhöhte Wasserstoff-Produktion mit sich bringt. Allerdings ist die Produktionsrate dieser Algensorte noch weit vom gewünschten Wert entfernt. Zusätzlich suchen die Forscher nach weiteren zufällig entstandenen, bislang unbekannten Algenlinien, die ebenfalls mehr Wasserstoff produzieren und die Forscher auf ihrer Suche nach dem idealen Wasserstofflieferanten einen Schritt voran bringen. Ein weiterer Ansatz ist die Verbesserung der Fermenteranlagen, in denen die Algen unter definierten Wachstumsbedingungen Wasserstoff produzieren.
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