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Neue Studie präzisiert die Mikroplastik-Analytik an Abwasser- und Gewässerproben
Mikroplastik: Wie viele Proben sind genug?

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Toni Sturm, Erika Myers und Dr. Katrin Schuhen, Wasser 3,0 gGmbH 7 min Lesedauer

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Mikroplastik zuverlässig nachzuweisen, scheitert bislang häufig schon an der Probenahme. Eine neue Studie vergleicht Stichproben (0,5 L) mit Großvolumen-Filtration (100 L) an vier Wassertypen und zeigt: Mit der richtigen Methode sinkt die benötigte Probenzahl für belastbare Ergebnisse von 51 auf 21. Die Erkenntnisse liefern konkrete Leitplanken für Labore, Betreiber und Umweltbehörden.

Abb. 1: Voraussetzung für Regulierung und Risikobewertung von Mikroplastik sind belastbare Daten und die beginnen schon bei der Probennahme. (Symbolbild)(Bild: ©  Microgen - stock.adobe.com)
Abb. 1: Voraussetzung für Regulierung und Risikobewertung von Mikroplastik sind belastbare Daten und die beginnen schon bei der Probennahme. (Symbolbild)
(Bild: © Microgen - stock.adobe.com)

Mikroplastik (MP) ist in Binnen- und Meeresgewässern omnipräsent und gilt als persistent, ökologisch relevant und zunehmend gesundheitlich besorgniserregend [1, 2]. Mit Inkrafttreten der revidierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU) 2024/3019 wird erstmals ein systematisches Monitoring von Mikroplastik in Kläranlagenabläufen verpflichtend [3]. Die Voraussetzung dafür ist jedoch methodisch anspruchsvoll: MP-Partikel sind heterogen verteilt, variieren in Polymertyp, Größe, Dichte und Form – und werden in vielen Studien mit stark voneinander abweichenden Protokollen erfasst [4, 5]. Die Folge sind kaum vergleichbare Datensätze und erhebliche Unsicherheiten bei Risikoabschätzungen.

Belastbare Daten als Voraussetzung für Regulierung und Risikobewertung

Während spektroskopische Verfahren wie FTIR, Raman-Mikrospektroskopie oder Pyrolyse-GC-MS die chemische Polymeridentifikation ermöglichen, sind sie zeit- und kostenintensiv und damit für großflächige Monitoring-Kampagnen kaum skalierbar [6]. Fluoreszenzfärbung mit Nilrot-Derivaten hat sich demgegenüber als schneller und kostengünstiger Ansatz etabliert, der sich für die automatisierte Auswertung eignet [7, 8]. Eine systematische Bewertung der Probenahme – als erstem und oft größtem Fehlereintrag in der Analysekette – fehlte bisher weitgehend.