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LABORPRAXIS-Newsticker Nervengift im Ackerbau? Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Pestizideinsatz

Aktualisiert am 14.04.2026 Quelle: dpa 6 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

13.4. – Nervengift im Ackerbau? Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Pestizideinsatz

Berlin (DUH) 16:40 Uhr – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht, um die Zulassungen der Pestizide Decis Forte und GAT DECLINE 2.5 EC zu widerrufen. Beide Mittel enthalten den Wirkstoff Deltamethrin, der im Verdacht steht, die menschliche Gesundheit und Ökosysteme erheblich zu schädigen. Die DUH fordert das BVL auf, die Zulassungen dieser Pestizide umgehend zu überprüfen und zu widerrufen. Anlass sind neue wissenschaftliche Hinweise auf neurotoxische Effekte bereits bei sehr niedrigen Dosen sowie mögliche Gefahren für die frühkindliche Hirnentwicklung.

Deltamethrin gehört zu den Pyrethroiden, also synthetischen Insektiziden, und wird im Ackerbau, etwa im Raps- und Zuckerrübenanbau verwendet. Tierstudien zeigen Hinweise auf schädliche hormonelle Wechselwirkungen mit dem Nervensystem, insbesondere während sensiblen Entwicklungsphasen des Gehirns – und das schon bei Dosen unter 1 Milligramm pro Liter, die von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) eigentlich als „ohne beobachtete schädliche Wirkung“ (NOAEL) eingestuft werden. Rückstände von Deltamethrin können über Lebensmittel aufgenommen werden und stellen ein besonderes Risiko für Schwangere und deren Kinder dar. Darüber hinaus ist der Stoff hochgiftig für Insekten und für aquatische Lebewesen.

9.4. – German Biotech Days in Leipzig

Berlin (ots) 10:46 Uhr – Am 21. und 22. April trifft sich die deutsche und europäische Biotech-Branche in Leipzig. Rund 1.000 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Administration und Medien werden im Kongresszentrum am Zoo zu den „German Biotech Days“ erwartet, um aktuelle Forschung und Entwicklungen und die Rahmenbedingungen für die Branche zu diskutieren.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat eine Impulsrede für das Eröffnungsplenum zugesagt, ebenso wie der Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft der Stadt Leipzig, Clemens Schülke. Im Plenum am zweiten Tag erwartet die Teilnehmenden eine Diskussion zu den geopolitischen Rahmenbedingungen und der Souveränität des hiesigen Biotechstandorts u. a. mit der Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Gitta Connemann und Rainer Becker, stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit bei der EU-Kommission. Dirk Panter, sächsischer Staatsminister für Wirtschaft wird ebenfalls sprechen.

Viola Bronsema, Geschäftsführerin des Biotechnologie-Branchenverband BIO Deutschland e. V., sagt: „Die German Biotech Days haben sich zu einem der wichtigsten Biotechtreffen in Deutschland entwickelt. Wer sich in der Branche vernetzen und an aktuellen Diskussionen und Entwicklungen über alle Sektoren und Anwendungen hinweg teilhaben möchte, ist herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist die ideale Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen bzw. zu erweitern, denn wir bieten neben einem hochkarätigen Programm und einer großen Ausstellung auch ein individuelles Partneringsystem an, mit dem Einzelgespräche verabredet werden können. Ich empfehle jeder und jedem, der sich für unsere Branche interessiert, vorbeizukommen.“

Weitere Infos auf www.german-biotech.day.

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8.4. – OECD: Long Covid belastet Wirtschaft und Gesundheitssysteme

Paris (dpa) 16:31 Uhr – Die Industriestaatenorganisation OECD wirbt für eine bessere Behandlung und berufliche Wiedereingliederung von Long Covid-Patienten. Das könne auch die hohen Kosten durch die Langzeiterkrankung senken. Diese könnten von 2025 bis 2035 den Umfang von 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichen, wie eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergab. Für die Wirtschaft in den OECD-Ländern könne dies eine Belastung von bis zu 115 Milliarden Euro jährlich bedeuten, was dem Jahresgesundheitsbudget der Niederlande oder Spaniens entspreche.

Von entscheidender Bedeutung sei es, die Diagnose, die Behandlung und die Organisation der Gesundheitsversorgung für Patienten mit Long Covid zu stärken, betonte die OECD. Klinische Leitlinien, die die Erwartungen und Lebenserfahrungen der Patienten widerspiegelten, hätten einen entscheidenden Einfluss auf deren Leben und Zukunftsaussichten. Priorität habe auch die Fortbildung des medizinischen Fachpersonals.

Nur wenige Länder hätten bislang eine Long Covid-Strategie oder einen entsprechenden Plan verabschiedet. Am weitesten fortgeschritten seien die nationalen Initiativen in Deutschland und den Niederlanden, hob die OECD hervor. Laut der Untersuchung wird damit gerechnet, dass in den nächsten Jahren rund ein Prozent der Bevölkerung von Long Covid betroffen sein wird.

Unter Long Covid versteht man teils schwere Beschwerden wie Erschöpfung und Atemnot, die nach einer akuten Krankheitsphase von vier Wochen fortbestehen oder neu auftreten.

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2.4. – Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Berlin (dpa) 13:12 Uhr – Die deutsche Pharmaindustrie warnt vor den Folgen eines andauernden Iran-Kriegs für die Arzneiversorgung. Wegen der drohenden Knappheit von Helium und anderen chemischen Ausgangsstoffen gerieten zentrale Analyse- und Produktionsprozesse unter Druck, die quer durch die Herstellung von Tabletten, Infusionen und modernen Biologika benötigt würden, teilte der Verband Pharma Deutschland mit. „Helium ist ein kritischer Querschnittsrohstoff – Deutschland ist nahezu vollständig auf Importe angewiesen, die zu einem großen Teil durch die Straße von Hormus laufen.“

„Der Iran-Krieg ist noch nicht in den Regalen der Apotheken angekommen. In den Laboren und Werken der deutschen Arzneimittelhersteller steigt jedoch die Sorge, je länger die Blockade der Straße von Hormus dauert“, sagte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Helium wird in der Pharmaindustrie vor allem für Qualitätskontrollen eingesetzt. Wenn das Gas knapp und teuer werde, gerieten diese ins Stocken. „Dann können die Unternehmen die Arzneimittel nicht mehr im gewohnten Umfang freigeben, selbst wenn Wirkstoffe und Packmittel vorhanden sind.“ Die Methoden ließen sich nicht von heute auf morgen auf andere Gase oder alternative Methoden umstellen, auch wegen behördlicher Genehmigungen, erklärte Brakmann.

1.4. – Trotz Domo-Lichtblick: Chemieindustrie bleibt in der Krise

Leuna/Magdeburg (dpa) – Kurz vor einem möglichen Durchbruch bei der Rettung des insolventen Chemieunternehmens Domo in Leuna bleibt die Lage der ostdeutschen Chemieindustrie insgesamt angespannt. Branchenvertreter sehen trotz einzelner Hoffnungssignale weiterhin eine tiefgreifende strukturelle Krise.

„Wir kennen im Moment nur eine Richtung: Produktion, Umsatz und auch Beschäftigung gehen zurück“, sagt die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler, in einem Hintergrundgespräch in Berlin. Die Branche stecke inzwischen im dritten Krisenjahr in Folge. Demnach lag der Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland im Jahr 2025 bei rund 28,5 Milliarden Euro - ein leichtes Plus von 0,5 Prozent, das jedoch allein auf die Pharmaindustrie zurückzuführen ist.

Die klassische Chemie verzeichnete hingegen einen Rückgang von rund drei Prozent. Besonders kritisch bleibt die Kapazitätsauslastung: In der chemischen Industrie lag sie zuletzt bei durchschnittlich 72 Prozent.Insgesamt sind laut des Branchenverbands rund 63.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Während die Pharmaindustrie stabil bleibt, kommt es in der Chemie zunehmend zu Stellenabbau.

Trotz einzelner positiver Signale bleibt der Ausblick für die Branche verhalten. Nur rund zehn Prozent der Unternehmen rechnen kurzfristig mit einer Verbesserung der Lage. Eine Prognose für das laufende Jahr wagen die Verbände angesichts der Unsicherheiten derzeit nicht.

„Wir haben eine sehr anspruchsvolle Situation, die zum Teil konjunkturell bedingt ist, aber eben nur in Teilen“, betont Schmidt-Kesseler. Das große Problem sei weiterhin die strukturelle Krise in der Branche. Unternehmen reagierten bereits mit Kostensenkungen, Investitionszurückhaltung und teilweise auch mit Stilllegungen. Für die Branche dürften die kommenden Monate entscheidend werden.

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