Suchen

Malachitgrün

Nulltoleranz für Malachitgrün

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Laut Franziska Chmelka gestaltet sich die Analyse von MG und LMG wie folgt: Eine Fischfiletprobe wird homogenisiert, mit einem wässrigen Acetonitril-Puffer(pH 4) extrahiert und zentrifugiert. Der flüssige Überstand wird entnommen und gesammelt. Zweimal wird der Extraktionsvorgang wiederholt. Die Aufreinigung der Probe erfolgt mittels Festphasenextraktion (SPE) automatisiert unter Einsatz des Gerstel-Multi-Purpose-Samplers (MPS). Integriert war der MPS in ein Agilent 1290 LC/MS-Triplequad-System, bestehend aus Binärpumpe, Säulenthermostat und einem 6495 Triple Quadrupol-MS. Das LC/QQQ-MS wurde mit Elektronensprayionisierung (ESI) im Positiv-Ionen-Modus verwendet. Für die Erzeugung des Elektrosprays wird eine Agilent-Jetstream-Quelle eingesetzt, die in der Praxis eine signifikant erhöhte Reproduzierbarkeit auch bei langen Messserien gewährleistet. Das für alle Analysen verwendete Injektionsvolumen betrug 5 μL. Die Trennungen erfolgten auf einer Säule von Macherey-Nagel (Nucleodur PFP, 250 x 2 mm, 5 µm) mit einer Flussrate von 0,2 mL/min im Gradientenmodus (Eluent A: 0,1% Ameisensäure, Eluent B: Acetonitril). Die Säule war auf 50 °C temperiert. Die vollständige Steuerung, einschließlich Probenvorbereitung, LC/MS-Analyse und Datenbearbeitung, erfolgte Software-gestützt (Gerstel-Maestro-Steuersoftware), angebunden an die Masshunter-Software von Agilent Technologies. Von den getesteten Festphasen habe sich bezüglich der Wiederfindung insbesondere die C18-Hydra-Kartusche von Macherey-Nagel als geeignet erwiesen. Verwendet wurden 3-mL-Kartuschen mit 500 mg Adsorbens.

Exzellente Resultate mit der LC-MS-Analyse

„Malachitgrün und sein Metabolit Leukomalachitgrün lassen sich mittels Elektronensprayionisation (ESI) im Positiv-Ionen-Modus leicht ionisieren“, schildert Franziska Chmelka. Im Gegensatz zu MG bilde LMG ein doppelt geladenes Ion (m/z 166) zusätzlich zum einfach geladenen molekularen Ion [MH]+ und zwar aufgrund der nicht-planaren Geometrie des zentralen Kohlenstoffs in der Leukoform (sp3), wie die Applikationsexpertin sagt. Während der Fragmentierung im Triplequad bilde das MG-Vorläufer-Ion die Produkte m/z 208 und m/z 165, während der doppelt geladene LMG-Vorläufer in zwei Fragmente zerfalle, die nur noch einfach geladen sind (m/z 196 und m/z 112). Die Übergänge seien hochsensitiv und ließen sich nutzen, um LMG und MG äußerst sensitiv nachzuweisen.

Bildergalerie

Franziska Chmelka fasst die Bestimmung von Malachitgrün und seines Metabolit wie folgt zusammen: „Unter Verwendung beider Übergänge ließen sich Bestimmungsgrenzen von 0,1 μg/kg für MG und 0,01 μg/kg für LMG verwirklichen. Die automatisierte SPE in direkter Kopplung mit dem LC/MS-System garantiert hohe Wiederfindungsraten sowie eine ausgezeichnete Reproduzierbarkeit der Probenvorbereitungsschritte und damit der gesamten Analyse. Zudem reduziert die automatisierte Probenvorbereitung die üblicherweise vielen Handgriffe und erfordert nur etwa die Hälfte der Zeit, die für die manuelle Vorgehensweise zu veranschlagen gewesen wäre.“

Auf den Punkt gebracht: Das beschriebene automatisierte MPS-(SPE)-LC/QQQ-MS-System ermögliche es, die Probe automatisiert aufzureinigen und den resultierenden Extrakt direkt zu analysieren. Die Methode ließe sich leicht und den individuellen Erfordernissen entsprechend per Software zusammenstellen. Aufgrund der besseren Praxistauglichkeit habe man eine konventionelle Chromatographie statt eines UHPLC-Verfahrens vorgezogen. Dank der Aufreinigung hätten sich störende Matrixbestandteile gut aus dem Extrakt entfernen lassen, was zu einer erheblich besseren MS-Response und niedrigeren Detektionslimits geführt habe. Ihre Methode, sagt Franziska Chmelka, sei robust und stabil (RSDs 3,4 – 5,3%) und garantiere eine gute Wiederfindung (81,0 – 92,1%).

* G. DEUßING: Redaktionsbüro Guido Deußing, 41464 Neuss

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44030962)