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Implantatbeschichtungen

Peptide könnten Implantate vor Keimen schützen

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LABORPRAXIS: Welche Methoden haben Sie zur Charakterisierung der Oberflächeneigenschaften angewandt?

Dr. Hilpert: Die meisten Tests wurden an der UBC durchgeführt. Der Nachweis der Peptidkopplung an das Polymer erfolgte mittels abgeschwächter Totalreflexion-Fourier-Transformation-Infrarotspektroskopie (ATR-FTIR), wohingegen die Dicke des Polymers per Ellipsometrie (VASE) bestimmt wurde. Weiterhin wurde der Wasserkontaktwinkel gemessen, um Veränderungen der Oberflächeneigenschaften hinsichtlich der Hydrophobie zu charakterisieren. Die Peptid-Konformation auf der Oberfläche wurde mithilfe des Circulardichroismus (CD) bestimmt. Dazu wurde die Peptid-Polymer-Beschichtung auf Quarzglas aufgebracht. Die Schichtdicke des Polymers auf dem Quarzglas wurde mittels Rasterkraftmikroskopie bestimmt.

LABORPRAXIS: Wie sind die Peptide innerhalb der Schutzschicht zusammengesetzt? Welche Eigenschaften haben die Bestandteile?

Dr. Hilpert: Ein ausgewähltes Peptid wird an eine Polymerschicht gebunden. Die Polymerschicht ist hydrophil und erlaubt die Bindung einer großen Anzahl von Peptidmolekülen pro Fläche. Die Peptide sind kationisch und können zumindest in wässriger Lösung die Anzahl der kultivierbaren Bakterien stark reduzieren. Ob die Peptide die Bakterien auf der Oberfläche tatsächlich komplett abtöten oder nur eine „unwirtliche“ Umgebung schaffen, muss noch erforscht werden.

LABORPRAXIS: Lassen sich Ihre Forschungsergebnisse auch auf andere Oberflächen anwenden?

Dr. Hilpert: Im Prinzip können viele Materialien mit dieser Methode beschichtet werden, bisher haben wir Titan und Glas erfolgreich getestet. Eine Modifikation von anderen Metallen ist denkbar. Zur Zeit arbeiten wir auch an der Modifikation von Plastikoberflächen, wie sie z.B. bei Kathetern verwendet werden.

Herr Dr. Hilpert, vielen Dank für das Gespräch.

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