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Gesichtscreme für individuellen Hauttyp

Personalisierte Hautcreme aus der Minifabrik

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Personalisierte Gesichtscreme in sieben Minuten herstellen

Bevor die Produktion starten kann, wird an Stirn, Wange und unterhalb des Mundwinkels der Feuchtigkeits- und Fettgehalt der Haut ermittelt. Bei dieser Hautanalyse werden Biomarker gemessen, die den aktuellen Hautzustand anzeigen. Mithilfe der Corneometrie bestimmen die Forscher die Hautfeuchtigkeit. Die Methode basiert auf der Messung der Dielektrizitätskonstanten von Wasser in der obersten Hautschicht, dem Stratum corneum. Diese Hautschicht reicht etwa 20 Mikrometer tief.

Mittels Sebumetrie kann der Gehalt an Oberflächenlipiden an der Haut quantifiziert werden. Das Messverfahren basiert auf der sogenannten Fettfleck-Photometrie. Ein mattiertes Band wird über eine standardisierte Messdauer von 30 Sekunden auf die Haut gehalten. Nach Kontakt mit dem Sebum wird das Band lichtdurchlässig und gibt über das Maß der Transparenz des Bandes Aufschluss über den Fettgehalt der Haut. Eine weitere Messung bestimmt die Elastizität der Haut.

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Selbstlernende Algorithmen und eigens programmierte neuronale Netze werten das Messergebnis aus und berechnen, welche Inhaltsstoffe die personalisierte Creme in welcher Konzentration enthalten soll. Die hierfür erforderlichen KI-Trainingsdaten haben Balzer und seine Kolleginnen und Kollegen ebenfalls aufbereitet. Eine Cloudlösung steuert das komplette Cyberphysische Produktionssystem.

Nach abgeschlossener Auswertung und Analyse werden die Messergebnisse an die Maschinensteuerung übertragen. Am Ende des kompletten Produktionsprozesses, der lediglich sieben Minuten dauert, erhält die Kundin einen fertig abgefüllten Tiegel mit 30 Millilitern. Sie kann sogar Duft und Textur der Gesichtscreme wählen.

Nach sechs Wochen empfiehlt sich eine erneute Messung. So lässt sich herausfinden, ob sich die Haut verändert hat und eine andere Mischung der Inhaltsstoffe sinnvoll ist. Die Käuferin erhält also immer ein an den aktuellen Hautzustand angepasstes Produkt. „Ein Produkt von der Stange kann nie so gut wirken wie ein personalisiertes. Möglicherweise enthält die Standard-Pflege Inhaltsstoffe in einer Konzentration, die man gar nicht benötigt. In der Folge kann es zu Über- oder Unterpflegung kommen“, sagt Dr. Lars Rüther.

Mini-Hautmessgerät für zuhause in Planung

Künftig soll es möglich sein die Hautmessung selbst und zuhause durchzuführen: mit einem Mini-Hautmessgerät samt App, welche die Daten an Skinmade zu übermittelt. Diese Variante soll 2020 erhältlich sein. Doch das Skinmade-Team hat noch viel vor – weitere personalisierte Produkte sind in Planung: Ein Sortiment aus Cleanser, Tonikum und Serum sollen das Portfolio komplettieren. Ziel ist eine maßgeschneiderte Systempflege, deren Produkte optimal aufeinander abgestimmt sind.

* T. Eck: Fraunhofer-Gesellschaft, 80686 München

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