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Digitale Transformation bei der Medikamentenentwicklung Strategie Laborvernetzung: So machen sich Pharmakonzerne fit für die Zukunft

Quelle: Pressemitteilung Capgemini Deutschland GmbH 4 min Lesedauer

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Bis zu sieben Prozent des Umsatzes wollen große Pharmakonzerne in den kommenden Jahren in die Modernisierung ihrer Labore investieren. Ziel ist es, durch Vernetzung und Digitalisierung den geforderten schnellen Entwicklungszeiten für neue Medikamente nachzukommen. Dass bei all der Technik weiterhin der Mensch eine Schlüsselrolle spielt, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Capgemini Research Institutes.

Pharma-Konzerne investieren verstärkt in die digitale Transformation ihrer Labore, um wettbewerbsfähig zu bleiben (Symbolbild).(Bild:  KI-generiert mit ideogram.ai)
Pharma-Konzerne investieren verstärkt in die digitale Transformation ihrer Labore, um wettbewerbsfähig zu bleiben (Symbolbild).
(Bild: KI-generiert mit ideogram.ai)

Labore auf dem neusten Stand der Technik sind eine Voraussetzung, um innovative Therapien zu entwickeln, Markteinführungszeiten zu verkürzen und Zulassungsraten zu steigern. Deshalb entwickeln Pharma-Unternehmen neue Strategien zur digitalen Transformation ihrer Labore, etwa durch Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Die Mehrheit (92 Prozent) der Pharma-Unternehmen nennt kürzere Zyklen bei der Medikamentenentwicklung als wichtigsten Beweggrund für Investitionen in Labore der neuen Generation [1]. Dies geht aus der Umfrage „Building the next-gen pharma lab: Digitally connected, environmentally sustainable“ des Capgemini Research Institute hervor. Sie untersucht den aktuellen Stand der Transformation von Pharma-Laboren sowie die Herausforderungen, die es dabei zu bewältigen gilt, und welche Vorteile ein hochmodernes Labor dem Unternehmen bietet.

[1] Diese ‚Next-gen Labs‘ sind Labore, die ihre Technologie, Infrastruktur, Arbeitsweise und Qualifikationen kontinuierlich weiterentwickeln.

Der Umfrage zufolge sind die drei wichtigsten Impulse zur Labor-Transformation die folgenden:

  • Notwendigkeit der schnelleren Entwicklung neuer Medikamente,
  • Kostenoptimierungsdruck
  • Erfordernis, die Zulassungsraten für Medikamente zu steigern.

Infolgedessen sind Pharma-Unternehmen bestrebt, agilere, effizientere, kooperativere und nachhaltigere Labore aufzubauen. Auf diese Weise wollen sie diese Herausforderungen bewältigen und wissenschaftlichen Durchbrüchen den Weg ebnen.

Große Pharma-Unternehmen [2] planen, ihre Investitionen in die Transformation ihrer Labore bis 2025 beinahe zu verdoppeln – von heute vier Prozent auf bis zu sieben Prozent ihres Umsatzes. Fast 75 Prozent der Arzneimittelkonzern haben bereits mit der Modernisierung ihrer Labore begonnen; die übrigen sind in der Planungsphase.

[2] Große Pharma-Unternehmen sind definiert als jene mit einem Jahresumsatz von 10 Milliarden Dollar oder mehr.

Viele Hürden auf dem Weg der Labor-Transformation

Der Wert einer vernetzten, hochmodernen Laborumgebung liegt auf der Hand; allerdings befinden sich die meisten Unternehmen noch in der Pilot- oder Proof-of-Concept (PoC)-Phase. Nur eine von zehn der untersuchten Organisationen hat ihre Initiativen zur Labortransformation bereits teilweise oder vollständig skaliert.

Auf ihrem Weg zu modernen, digitalisierten Laboren stehen Pharma-Unternehmen vor zentralen Herausforderungen in Bezug auf Daten und Technologie, Prozesse und Fachkräfte. Darüber hinaus birgt die Entwicklung neuer Therapien Probleme, da Prozesse noch komplexer werden. Die größten Herausforderungen für Labore sehen die meisten der befragten Unternehmen in der Komplexität der Prozesse (92 Prozent) und in datenbezogenen Problemen (90 Prozent).

Fachpersonal bleibt der Schlüssel zum Erfolg

Es geht bei den modernen Pharmalaboren aber nicht nur um neuste Technik und Datenverarbeitung. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch im modernsten Labor im Human-centered Design mit den Forscherinnen und Forschern im Zentrum des Transformationsprozesses,“ sagt Dr. Ruth Lütticken, Leiterin des Bereichs Life Sciences, Data Science & Generative AI bei Capgemini Engineering in Deutschland. Daher bleibt auch für die Labore der neuen Generation entscheidend, dass sie Fachleute mit der richtigen Analytik-Expertise beschäftigen, um aus den verfügbaren Daten Erkenntnisse zu gewinnen. Die überwältigende Mehrheit (97 Prozent) der Unternehmen hat jedoch Schwierigkeiten dabei, Wissenschaftler einzustellen, die sowohl über Fachkompetenz als auch über Kenntnisse in den Bereichen Digitalisierung und Daten verfügen.

Digitale Transformation kommt auch der Umwelt zugute

Während viele Unternehmen sich noch in der Anfangsphase der Labor-Transformation befinden, verzeichnen ‚Leader‘ [3], die bei der Modernisierung führend sind, bereits beträchtliche Vorteile: Sie berichten von einem Rückgang der Fehler, gestiegenen Zulassungsraten und optimierten Kosten. Darüber hinaus konnte die Hälfte der Vorreiter die Markteinführungszeit durch Maßnahmen der Labor-Transformation verkürzen – gegenüber nur 23 Prozent derer, die noch an Beginn stehen [4].

Die Vorreiter erzielen zudem Nachhaltigkeitserfolge: Fast 36 Prozent dieser Unternehmen konnten ihre CO2-Bilanz aufgrund von Initiativen zur Labormodernisierung verbessern, während dies nur 18 Prozent derer gelang, die erst am Beginn der Transformation stehen.

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[3] ‚Leader‘ sind jene Organisationen, die sowohl hinsichtlich der Grundlagen (wie Tools, Technologien, Daten, Architektur und Konnektivität) als auch bei den ‚Enablern‘ der Labor-Transformation (wie Vision, Strategie, Mitarbeitende, Prozesse, Kultur und Expertise) führend sind.

[4] Diese ‚Beginner‘ sind jene Organisationen, die sowohl bei den Grundlagen als auch bei den ‚Enablern‘ der Labor-Transformation zurückliegen.

Methodik der Befragung

Für die Umfrage befragte das Capgemini Research Institute im Oktober 2023 mehr als 700 Personen aus 235 Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen. Die Befragten waren in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Qualitätssicherung und Prozessentwicklung tätig; sie kamen aus den USA, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Japan und Indien. 85 Prozent der untersuchten Unternehmen haben einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar und 15 Prozent der Unternehmen liegen in der Spanne von 500 Millionen bis eine Milliarde US-Dollar. Die Befragten befanden sich auf Direktorenebene oder höher und gehörten verschiedenen Fachbereichen an, darunter Forschung und reklinische Studien, klinische Studien, Entwicklung von Analyseverfahren, Produktionsprozessentwicklung, Zulassungsverfahren, Pharmakologie und Produktsicherheit, Informations-/Digitaltechnologie, Daten und Analytik sowie Innovation.

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