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Software & LIMS

Qualitätskontrolle mittels LIMS: 25.000 Seiten weniger Papier

| Autor / Redakteur: Stephen Collier* und Dr. Jochen Jung** / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Citronensäure wird neben der Lebensmittelindustrie auch in vielen anderen Produkten eingesetzt.
Abb. 1: Citronensäure wird neben der Lebensmittelindustrie auch in vielen anderen Produkten eingesetzt. (Bild: ©Jenifoto, ©Lsantilli, ©Adrian Costea - stock.adobe.com)

Jungbunzlauer produziert Inhaltsstoffe, die eine breite Anwendung als Zusatzstoffe in Lebensmitteln oder Pharmazeutika finden. Für die effiziente und transparente Qualitätskontrolle am Standort in Ladenburg setzt das Unternehmen im Labor auf ein vollständig integriertes und validiertes LIMS.

Jungbunzlauer gehört zu den weltweit führenden Herstellern von biologisch abbaubaren natürlichen Inhaltsstoffen und hat sich auf die Herstellung von Citronensäure, Xanthan, Gluconate, Milchsäure, Mineralsalzen sowie Spezialitäten und Süßungsmittel spezialisiert. Die Produkte werden in Lebensmitteln und Getränken eingesetzt, in der Pharma-, Kosmetik- und Waschmittelherstellung sowie in industriellen Anwendungen verwendet.

Am Jungbunzlauer-Standort in Ladenburg widmen sich 240 Mitarbeiter seit 1998 der Produktion von Citronensäureestern und Mineralsalzen. Hierzu gehören die Erstellung von anwendungsspezifischen Konzepten und Rezepturen, die Anwendungsforschung und das anwendungstechnische Screening bzw. die sensorische Prüfung.

Die Hauptrohstoffe wie Citronensäure werden von anderen Jungbunzlauer-Werken nach Ladenburg geliefert und hier z.B. zu Tri-Kaliumcitrat veredelt. Für die industrielle Nutzung wird Citronensäure mittels eines Fermentationsprozesses hergestellt, bei dem Kohlenhydrate als Substrat eingesetzt werden. Sie ist das am häufigsten eingesetzte natürliche Säuerungsmittel in Lebensmitteln, Getränken und Arzneimitteln. Weil Citronensäure ein hervorragender und dazu nicht-toxischer Komplexbildner ist, wird sie in der Industrie bereits für zahlreiche neuartige Anwendungen erfolgreich eingesetzt.

Globale, branchenübergreifende Anforderungen

Aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten seiner Produkte unterliegt Jungbunzlauer einer Vielzahl an internationalen Qualitätsvorgaben aus dem Lebensmittelbereich, Pharma und technischen Industriezweigen. Neben der Zertifizierung nach den grundsätzlichen Standards wie ISO 9001:2015 für das Qualitätsmanagement, ISO 14001 für das Umweltmanagement und ISO 50001 für das Energiemanagement, gilt es bei Jungbunzlauer zusätzliche branchenspezifische Vorgaben zu erfüllen. Dies führt zu penibel durchgeführten und archivierten Analysen gemäß den Anforderungen der Food and Drug Administration (FDA), des Food Chemical Codex (FCC,) der EU-Richtlinie 231 (Stand 2012) oder des Europäisches Arzneibuchs (Ph.Eur) und der United States Pharmacopeia (USP), welche bekanntermaßen eins zutage fördern: sehr viel Papier.

Rund 50 000 Einzelanalysen pro Jahr

Im Labor in Ladenburg werden durchschnittlich 50 000 Einzelanalysen pro Jahr durchgeführt. Allein mehr als 2500 Rohstoffchargen und 1285 Fertigproduktchargen wurden 2016 analysiert. In der Vergangenheit bedeutete dies, dass beispielsweise die chargenbezogenen Laborprüfungen komplett per Hand erfasst wurden und pro Analyse ein ca. 25-seitiges Chargendokument manuell erstellt wurde. Dieses musste nun mit Stempeln und durchschnittlich etwa 30 Unterschriften versehen werden. Letztlich ergab das bisherige Vorgehen etwa 25 000 Seiten Papier pro Jahr, welche in einer Vielzahl von Ordnern gelagert wurden.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Info zu Jungbunzlauer

Um den Weg weg vom Papier und hin zur Software zu beschreiten, begab sich Dr. Jochen Jung, Leiter Qualitätskontrolle bei Jungbunzlauer Ladenburg im Jahre 2012 auf die Suche nach einer Softwarelösung, welche die Bedürfnisse des Labors in papierloser Form abdecken konnte. Nach Begutachtung verschiedener LIMS- und QM-Softwarelösungen entschied man sich im Jahr 2013 für Compact.Net von CAQ AG Factory Systems. Die Gründe für die Entscheidung pro CAQ AG waren mannigfaltig. Hardwareseitig überzeugte die Flexibilität bei der Anbindung der verschiedensten Laborgeräte. So konnten per APE.Net-Schnittstellenmodul alle im Labor genutzten Gerätschaften der verschiedensten Hersteller direkt mit dem System verbunden werden. Zu den angebundenen Geräten gehören u.a. drei Titrationssysteme von Xylem (früher SI-Analytics), ein NIR von Bruker, HPLC, GC und AAS von Agilent, Photometer von PerkinElmer und Thermo, Partikelgrößenmessgerät von Quantachrome, pH-Meter von WTW, diverse Waagen und Trocknungswaagen von Sartorius, Karl-Fischer-Titrationssysteme von Metrohm sowie Dichtemessgeräte und Refraktometer von Mettler-Toledo.

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