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Qualitätssicherung Rheologie in der Qualitätskontrolle bei Wacker Burghausen

| Autor / Redakteur: Mesut Atas*, Christine Maitz* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Mit der Rheologie können eine Vielzahl von Proben wie Filme, Fasern oder andere Festkörper untersucht werden. Im QC-Labor bei Wacker werden u.a. Änderungen in der molekularen Struktur und somit im Verarbeitungsverhalten näher betrachtet.

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Wacker-Mitarbeiterin Sonja Schmidt am Rheometer MCR 302
Wacker-Mitarbeiterin Sonja Schmidt am Rheometer MCR 302
(Bild: Wacker Chemie)

Kann man Steine biegen? Das bayerische Chemieunternehmen Wacker kann es. Liest man auf dem Kalender, den das Unternehmen als „Give-away“ produziert. Es geht in der Kalender-Märzgeschichte um Schiefersteinplatten und Korkschichten, die miteinander verbunden werden. „Creating tomorrow’s solutions“ ist zu Recht der Claim des Münchner Konzerns.

Rund 17 000 Menschen arbeiten in den 24 Produktionsstätten, 22 technischen Kompetenzzentren und 53 Vertriebsbüros auf fünf Kontinenten für die Wacker Chemie AG, die 4,6 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr erzielt.

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10 000 davon sind im Werk Burghausen, dem größten Produktionsstandort von Wacker und größten Chemiestandort Bayerns, beschäftigt. 150 Produktionsbetriebe stellen auf dem 2,3 km2 großen Gelände einige Tausend Produkte her. Spitzenprodukte aus der Silicon- und Polymer-Chemie, der Spezial- und Feinchemie, der Polysilicium-Herstellung sowie der Halbleitertechnologie leisten in Hunderten Anwendungen für Dutzende Industrien wertvolle Dienste.

Jeder Zweifel ausgeschlossen

Mit einer der nächsten Kalendergeschichten mit dem Titel „Kann man mit einer Infusion die Zeit messen?“ sind wir auch schon mitten im Labor von Peter Winter und seinem Team gelandet. Wacker hat ein Siliconelastomer mit einem sehr niedrigen Reibungskoeffizienten entwickelt. Die geringe Reibung z.B. bei Dichtungen in Durchflussregulierern – etwa für Infusionen – lässt ein extrem genaues Einstellen des Tropfvolumens und der Tropfrate zu, so genau, dass man damit die Zeit messen könnte. Solche und ähnliche Entwicklungen werden von den zehn Rheometern im Qualitätskontrolllabor für Elastomere und von deren geschickten Anwendern begleitet. Die Hochpräzisionsgeräte (insgesamt 50 Rheometer bei Wacker Burghausen) liefern wertvolle Aussagen über Materialien, die so reproduzierbar sein müssen, dass jeder Zweifel an der Identität bzw. Definition eines Materials über die Fließeigenschaften ausgeschlossen ist.

Weil sie die „genauesten Geräte am Markt sind – die Geräte mit der geringsten Messunsicherheit“ und sich die Anton Paar GmbH in Kooperations- und Servicefragen sehr bewährt hat, arbeitet Peter Winter mit Rheometern der MCR-Serie von Anton Paar, jenem Unternehmen, das 2012 den Wacker-Lieferanten-Award gewonnen hat. Der Messgeräteerzeuger konnte in der Kategorie „Laborausstattung/Geräte“ überzeugen und wurde in der Berichterstattung von Wacker als langjähriger Partner bezeichnet, „der sich durch sehr gute Produkte, aber unter anderem auch durch seine hohe Flexibilität und Kundenorientierung auszeichnet und Wacker seit rund 14 Jahren global begleitet.“

Peter Winter und seine Mitarbeiter prüfen Öle, Polymere und RTV-1-Systeme (raumtemperaturvernetzende, einkomponentige Systeme, z.B. für Abdichtungsmassen am Bau) und/oder sind für die Freigaben bis zum Zertifikat zuständig. Außerdem helfen sie mit ihren Laborgeräten, der Anwendungstechnik und der Forschung bei der Entwicklung von neuen Stoffsystemen, bei der Bearbeitung von neuen Anforderungen sowie bei Charakterisierungen und Freigaben, unabhängig davon, ob es sich um nassanalytische oder rheologische Probleme handelt.

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