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Abwasser

Schad- und Spurenstoffe aus Abwasser entfernen

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Entfernung von Spurenstoffen mit selektiven Adsorberpartikeln

Schadstoffe können auch effektiv mit selektiven Adsorbern aus Abwasser entfernt werden. Eine solche Adsorptionsstufe eignet sich vor allem dann, wenn Schadstoffe stark verdünnt bzw. nur gering konzentriert oder sehr spezifisch vorliegen. Sinnvoll ist ihr Einsatz auch, wenn ein Abwasserinhaltsstoff in biologischen Klärstufen zu toxischen Metaboliten abgebaut wird. Hier kann es sich lohnen, das Abwasser vorzubehandeln und den fraglichen Stoff vor der Einleitung in die Kläranlage selektiv zu entfernen.

Hierzu hat das Fraunhofer IGB ein einstufiges und kosteneffizientes Verfahren für die Herstellung polymerer Adsorberpartikel entwickelt. In dem patentierten Nanocytes-Prozess werden funktionelle Monomere mit einem Vernetzer zu nanoskopisch kleinen Polymerkügelchen, sogenannten selektiven polymeren Adsorberpartikeln, umgesetzt. Die Selektivität der Adsorberpartikel kann noch erhöht werden, wenn dem Gemisch zusätzlich diejenigen Zielmoleküle zugefügt werden, die es aus dem Wasser zu entfernen gilt. Der Trick: Nach der Polymerisation der Monomere werden die Zielmoleküle wieder aus den Adsorberpartikeln entfernt. Dabei hinterlassen sie einen »Abdruck«, der die entsprechenden Schadstoffe adsorbiert.

Die Fraunhofer-Forscher konnten so bereits Bisphenol A und Penicillin G selektiv aus Abwasser entfernen. Die Adsorberpartikel sind chemisch und thermisch stabil und können äußerst vielfältig eingesetzt werden, ob als Schicht in einer Kompositmembran oder als Matrix auf Füllkörpern. Eine Adsorptionskolonne steht am Fraunhofer IGB für Testzwecke zur Verfügung. Nach der Adsorption der Schadstoffe können die Adsorberpartikel regeneriert und wiederverwendet werden.

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