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Schlangengift-Schnelltest

Schlangengift erkannt, Gefahr gebannt

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Effiziente Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Ein vergleichbarer Test existiert auf dem Markt bislang nicht. Bisherige Laborverfahren sind aufwändig, teuer und liefern erst nach mehreren Arbeitsschritten ein Ergebnis. Aus diesen Gründen sind sie gerade in Entwicklungsländern nicht in größerem Maßstab anwendbar. Der miprolab-Schnelltest wurde zunächst für eine der in Südostasien häufigsten und gefährlichsten Giftschlangen entwickelt, die Kettenviper. Tests für weitere in der Region relevante Arten sind nun in Arbeit. Der Schnelltest konnte nur in enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt werden: Während Ulrich Kuch die Kenntnis der Arten, Toxine und der medizinischen Situation in der Zielregion beisteuerte, brachte das miprolab-Team seine bei der Entwicklung von Schnelltests zum Nachweis von Infektionserregern gewonnene Erfahrung und das wirtschaftliche Know-How ein. „Aus einer solchen Idee wird nur dann eine marktfähige Innovation, wenn beide Einrichtungen Hand in Hand arbeiten“, so Privatdozent Dr. Frank Gessler, Geschäftsführer der miprolab GmbH.

Artenkenntnis als Ausgangsbasis

Ulrich Kuch ist Biologe. Er beschränkt sich aber nicht darauf, die Schlangenarten und ihre Verbreitung und Lebensweise zu erforschen, sondern verbringt viel Zeit in den Krankenhäusern und Gesundheitsbehörden Myanmars und weiterer Länder. Er will durch seine Arbeit etwas verändern, und seine Kenntnis der Arten, Gifte und des von ihnen ausgehende Gefährdungspotenzials ist dafür die wissenschaftliche Grundlage. Kuch ist seit seiner Kindheit von Schlangen fasziniert und hat eigene Erfahrungen mit ihren Bissen gesammelt. Um deren Folgen künftig möglichst vielen Menschen zu ersparen, widmet er der Entwicklung neuer lebensrettender Methoden viel Zeit und Kraft. Denn die Zeit drängt: „Der Klimawandel verschiebt Lebensräume und Aktivitätsmuster der Schlangen und treibt sie z.B. bei den immer häufigeren Überschwemmungen aus ihren Verstecken direkt in die Siedlungen der Menschen“, so Kuch. Außerdem dringt der Mensch mit seinen Feldern und Plantagen zunehmend weiter in ehemals unberührte Gegenden vor, wo er dann den Giftschlangen begegnet – mit tödlichen Folgen: „Leider sind es meist die gefährlichsten Arten wie Kobras, Kraits und Kettenvipern, die sich am besten an die vom Menschen veränderte Umwelt anpassen können und denen die Landwirtschaft über steigende Mäuse- und Rattenpopulationen ein Überangebot an Nahrung beschert.“ Die Auszeichnung mit dem Göttinger Innovationspreis ist nun ein weiterer Ansporn für das Team, den lebensrettenden Test schnell auch für weitere Arten verfügbar zu machen.

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