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Anforderungen an Notduschen

Sicherheitsnotduschen in Laboren – was Sie wissen sollten

| Autor / Redakteur: Dr. Thomas Brock*, Egbert Dittrich** & Dr. Peter Neurieder*** / Dr. Ilka Ottleben

Sicherheitsnotduschen in Laboratorien – Was Sie schon immer über sie wissen wollten (sollten)
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Sicherheitsnotduschen in Laboratorien – Was Sie schon immer über sie wissen wollten (sollten) (Bild: ©teracreonte - stock.adobe.com)

Ein Moment der Unachtsamkeit oder unglückliche Umstände und die Natronlauge ergießt sich aus dem geöffneten Behälter über den Unterarm. Gut, dass die Notdusche funktioniert und im Notfall erreichbar ist. Doch ist sie das wirklich? Was Sie schon immer über Sicherheitsnotduschen in Laboren wissen wollten (sollten).

Salzsäure, Natronlauge, Salpetersäure – es sind dies nur drei Gefahrstoffe, die in vielen Laboren häufig, mitunter täglich, zum Einsatz kommen. Die Liste der verwendeten, potenziell gefährlichen Substanzen ist lang, Labormitarbeiter sind im Umgang mit ihnen geschult und meist darin geübt. Und dennoch: es bleibt ein Risiko und Notfälle können nicht ausgeschlossen werden.

Das praxiserprobte intrinsische Sicherheitskonzept für Laboratorien geht davon aus, dass Gefährdungen in Laboratorien bereits durch angemessene bauliche Maßnahmen, die Gebäudeinfrastruktur, die Laboreinrichtung und die Beschaffenheit der Geräte, Apparate und sonstige Arbeitsmittel weitgehend vermieden werden. Weil aber in einem Labor unvorhergesehene Ereignisse grundsätzlich nicht völlig ausgeschlossen werden können und nicht zuletzt weil es eben Menschen sind, die hier arbeiten, muss die Gefährdungsbeurteilung leider auch den Havariefall umfassen [1]. Hierbei kommt dann naturgemäß den technischen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und zur Situationsbeherrschung von Havarien eine große Bedeutung zu.

Zur technischen Prävention dieser Art gehört auch die Installation und Bereitstellung von Notduschen – genauer von Körper- und Augennotduschen, die beide ähnliche Zwecke verfolgen:

  • Körpernotduschen dienen neben dem Löschen von Personenbränden auch der Dekontamination der Haut und sollen deshalb alle Körperzonen sofort mit ausreichenden Wassermengen überfluten können.
  • Der Zweck von Augennotduschen ist die Dekontamination der Augen sowie die Verdünnung von z.B. ins Auge geratenen ätzenden Stoffen, weshalb Augennotduschen beide Augen sofort mit ausreichend Wasser spülen können sollen.

Zur Wasserqualität und Wassermenge

Bei Planung, Bau und Betrieb von Laborgebäuden kommt es beim Thema Sicherheitsnotduschen immer wieder zu Diskussionen über Standort, Beschaffenheit und Anzahl von Notduschen bzw. über die Qualität und Menge des zum Betrieb der Sicherheitsnotduschen eingesetzten Wassers. Dieser Beitrag möchte Klärungen liefern.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Info zur Gefährdungsbeurteilung

Der sparsamste Duschkopf kann bei einem Volumenstrom von 20 l/min den gleichen Dekontaminationseffekt erzielen, wie andere mit einem Vielfachen davon. Optimal ist daher das Anbringen vieler Duschen mit wenig Wasserbedarf. Untersuchungen zeigten auch, dass ein (sehr) großer Teil der auf die Person gelangenden, gefährlichen Flüssigkeiten von der Kleidung zurückgehalten wird, bei Feststoffen sogar vollständig. Voraussetzung ist, dass diese Flüssigkeiten nicht zu lange und durch Bewegungen der Person beschleunigt durchwandern konnten. Dies ist auch wichtig bei Kontaminationsgefahr durch höherviskose hydrophobe Flüssigkeiten oder Schmelzen, da diese mit Wasser auch bei hohen Volumenströmen sehr schlecht entfernt werden können. Der Schutz beginnt also mit der korrekten Arbeitskleidung (dem geschlossenen Labormantel), ergänzt durch die rasch erreichbare Notdusche.

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