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LIMS

So lassen sich „Alltagsprobleme“ in Laboren vermeiden

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Mangel an Nachverfolgbarkeit

Ein einzelnes Labor führt u.U. jede Woche Hunderte von Tests durch, wovon jeder i.d.R. eine Summe vieler Einzelschritte ist. Wo ist eine Probe entstanden, wie sieht die Wartungsgeschichte des benutzten Instruments aus, welche Reagenzien und Standards wurden für den Test verwendet, wann wurde die Analyse zuletzt zertifiziert und welcher Lieferant stellte die Verbrauchsmaterialien bereit? Die nachträgliche Beantwortung dieser Fragen kann zeitaufwändig sein – und während dieser Zeit kann die Produktivität unterminiert werden.

Analytiker verbringen routinemäßig ein Viertel ihrer produktiven Zeit einfach mit der Erfassung von Daten zur Rechtfertigung eines Ergebnisses. Dies kann Zeit erfordern, die besser zur Steigerung der Produktivität und Rentabilität verwendet werden sollte. Aber die Rechtfertigung von Daten ist nicht optional. Und das ist ein weiterer Bereich, in dem es bei Datenverwaltungs-Software um mehr als nur Datenerfassung und Berichterstellung geht – es geht um die Steigerung der Produktivität. Es geht um die schnelle Rückkehr zur anliegenden Arbeit – um die unternehmensübergreifende Bereitstellung schneller, effizienter und präziser Ergebnisse zur Gewährleistung einer ununterbrochenen Produktion.

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Heute erreicht ein LIMS das ganze Unternehmen: Es sitzt weiterhin im Labor, kann aber so in Materialbedarfsplanungs- (Material Requirements Planning, MRP), Unternehmensressourcenplanungs- (Enterprise Resource Planning, ERP) und andere Unternehmenssysteme integriert werden, dass es sich direkt auf die Vertretbarkeit der Daten auswirkt. Es muss nicht mehr an mehreren Standorten und in mehreren Formaten gesucht werden: Alles was man benötigt, um ein Ergebnis zu rechtfertigen, ist an einem Ort ordentlich abgelegt, um eine schnelle Analyse und Berichterstattung zu ermöglichen.

Fehlende Wartung

Irrtümlicherweise assoziieren viele Labore das Thema Trendanalyse nicht mit dem Thema Instrumentenwartung. Hierin spiegelt sich eine Fehleinschätzung der Bedeutung von Wartung wider, vor allem der vorbeugenden Wartung.

Daten wie Flächeneinheiten, Baseline-Leitfähigkeit und Retentionszeit bieten wertvolle Hinweise, die nach Trending und Analyse viel über den Zustand eines Instruments aussagen können. Ein LIMS wie Samplemanager bietet dem Nutzer Funktionen zur Überwachung des Zustands eines Instruments, damit Arbeit effektiver gemäß einem regelmäßigen Wartungsplan zugewiesen werden kann. Der Benutzer wird über eine anstehende Wartung oder das Versagen von Verschleißteilen benachrichtigt, damit die Wartung vor dem Auftreten folgenschwerer Probleme vorgenommen werden kann.

Analytiker werden Ihnen erzählen, dass sie ihre Instrumente „kennen“, manchmal sind die Hinweise jedoch zu subtil, um das Problem vor dem Versagen des Instruments zu erkennen. Und mit vielen neuen Berufseinsteigern, versetzten und anderen wechselnden Benutzern, die sich nicht mit den unterschiedlichen Instrumententypen auskennen, besteht zu viel Spielraum für Fehler. Zum Verständnis der Aussagen eines Instrumentes ist es für Labore viel klüger, sich auf Daten zu verlassen: Durch eine einfache Festlegung eines Stichprobenpunktes und die Überwachung von Abweichungen können Labore mithilfe eines LIMS ein effektives Frühwarnsystem einrichten.

Erscheinen Instrumentenausfallzeiten trivial? Besser nicht, da sich der Ausfall beispielsweise eines GC auf die Auslieferung der Produktionscharge und vieles mehr auswirken kann. Und die rückblickende Auswertung einer Produktionsunterbrechung oder -verlangsamung löst kaum ein heutiges Problem. Hingegen ist es für Labore heute wichtiger denn je, eine proaktive Rolle bei der Steigerung der Produktivität und Rentabilität zu spielen. Doch das zu untermauern fällt schwer, wenn Instrumente nicht funktionieren oder schlecht kalibriert sind und das Labor zwischen einem voll funktionsfähigen und einem stillstehenden Geschäftsablauf unterscheidet.

Kleine Schritte, große Wirkung

Labore sind für die Produktivität und Rentabilität in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie enorm wichtig. Dennoch verhindern allzu oft kleine Probleme – Alltagsprobleme die oftmals als trivial erachtet werden –, dass sie ihr volles Potenzial erreichen. Alltagsprobleme haben die Tendenz, nicht wahrgenommen zu werden und unbemerkt zu bleiben, besonders in Laboren, die noch auf einer papierbasierten Verwaltung von Vorgängen beruhen. Dies darf so nicht weitergehen, da Unternehmen und deren Labore in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie immer strengeren Kontrollen unterliegen, die Lücken aufzeigen, die nicht nur die Produktivität und Rentabilität betreffen, sondern auch die Fähigkeit, zunehmend strengere behördliche Anforderungen zu erfüllen.

Ein modernes Labor in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sollte ein Produktivitätspartner sein, der nicht nur zur Steigerung der Effizienz und Rentabilität, sondern auch zur Minimierung zukünftiger Risiken fähig ist. Rückrufe sind teuer, aber eine bessere, proaktivere Verwaltung kann helfen. Ebenso kann eine bessere Datenverwaltung die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, Planung, F&E-Innovationen und vieles mehr unterstützen. In diesem Zusammenhang sollte das Laborinformations-Managementsystem als Katalysator für ein gesamtes Unternehmen gesehen werden.

* B. Poole: Thermo Fisher Scientific, WA14 5TP Altrincham, UK

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