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Stimmungsbild der Life-Science-Labore 2026 Labore zwischen grüner Zukunft und Finanznot

Quelle: Pressemitteilung Starlab International GmbH 3 min Lesedauer

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Zukunftspläne treffen auf Sparmaßnahmen. In der aktuellen Umfrage des Laborbedarf-Herstellers Starlab zeigt sich hohe Innovationsbereitschaft – Labore setzen auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bremsen bürokratische Hürden und Finanzierungsprobleme den Fortschritt. Das Stimmungsbarometer 2026 im Überblick.

Investitionen in die Zukunft: Viele Labore wollen das, doch oft stehen Sparmaßnahmen den Plänen zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Weg. (Symbolbild)(Bild: ©  adragan - stock.adobe.com)
Investitionen in die Zukunft: Viele Labore wollen das, doch oft stehen Sparmaßnahmen den Plänen zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Weg. (Symbolbild)
(Bild: © adragan - stock.adobe.com)

Noch nie war die Bereitschaft zur Veränderung in Europas Laboren so ausgeprägt – und nie wurden Labormitarbeitende so stark ausgebremst. Das zeigt zumindest das Starlab-Stimmungsbarometer 2026, für das über 360 Labormitarbeitende aus sechs europäischen Ländern befragt wurden. Die Ergebnisse der Umfrage werfen einen Blick auf wachsende Innovationsbereitschaft und strukturelle Blockaden.

Wenn das Geld fehlt…

Erstmals steht fehlendes Budget an der Spitze der größten Herausforderungen: 44 Prozent der Befragten nennen fehlende Finanzierung als ihr größtes Problem im Jahr 2026. Im Vorjahr dominierten steigende Preise beim Verbrauchsmaterial (42 Prozent) die Sorgen der Branche.

Heute fehlen grundsätzlich finanzielle Mittel. „Das Problem scheint weniger konjunktureller als struktureller Natur. Das ist ein Warnsignal“, sagt Geldmacher-Voss, Head of Starlab Group. „Wenn die Finanzierung zur Nummer-eins-Sorge wird, gerät die gesamte Zukunftsfähigkeit der Branche unter Druck.“

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Sparen Labore an den falschen Stellen?

57 Prozent der Labore haben Sparmaßnahmen eingeleitet – ein leichter Rückgang gegenüber den 64 Prozent aus der Starlab-Umfrage im Vorjahr. Doch wo gespart wird, ist alarmierend:

  • 74 Prozent kürzen bei Geräten und Infrastruktur, also dort, wo morgen geforscht werden soll.
  • 54 Prozent stoppen Neueinstellungen. Das ist ein Widerspruch in einer Branche, die aktuell unter Personalmangel leidet.
  • 22 Prozent streichen zuerst bei Weiterbildung und Konferenzen.
Wer bei Zukunftsinvestitionen spart, spart an seinem eigenen Fundament.

Benedikt Geldmacher-Voss, Head of Starlab Group

Die Zufriedenheit der Labormitarbeitenden ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Waren 2025 noch 76 Prozent glücklich mit ihrer Arbeit, sind es 2026 nur noch 63 Prozent. Jede dritte befragte Person berichtet von hohem oder sehr hohem Stressniveau.

Bereitschaft zum Wandel ist groß

Trotz aller Blockaden zeigt die Umfrage eine Branche, die zukunftsorientiert denkt. Beim Thema Nachhaltigkeit wird dies unter den Befragten besonders deutlich:

  • 78 Prozent haben bereits Recycling-Programme implementiert
  • 67 Prozent setzen auf Sammelbestellungen zur Ressourcenschonung
  • 58 Prozent nutzen Mehrwegsysteme
  • 64 Prozent würden recycelte Materialien einsetzen, wenn die Qualität stimmt – der Grundsatzwiderstand gegen nachhaltige Produkte ist nahezu verschwunden.

Als Motivatoren für mehr Nachhaltigkeit nennen 42 Prozent Umweltschutz und 36 Prozent Kostenersparnis.

Auch Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind in den Laboren angekommen. 46 Prozent nutzen KI bereits gelegentlich, 13 Prozent regelmäßig. Nur 15 Prozent haben Angst vor Jobverlust durch den zunehmenden Einsatz von KI-Systemen. Die Branche begegnet dem Thema entspannt und pragmatisch.

Bei den Zukunftskompetenzen liegt interdisziplinäres Denken mit 61 Prozent an erster Stelle, noch vor digitalen Kompetenzen (54 Prozent) und Soft Skills (47 Prozent). 64 Prozent der befragten Labormitarbeitenden bewerten soziale Kompetenzen als gleichwertig oder wichtiger als fachliches Know-how. Betrachtet man nur die Antworten aus deutschen Laboren sind es sogar 74 Prozent.

Recycling-Service als Praxisbeispiel

„Das Potenzial für den Wandel ist vorhanden – es muss nur freigesetzt werden“, sagt Lennart Walter, Produktmanager bei Starlab. Dass Kunden bereit sind umzudenken, zeigt der Recycling-Service des Unternehmens: Labore schicken gebrauchte Polypropylen-Verpackungen ein, Starlab verarbeitet sie zu Granulat und stellt daraus neue Racks für seine Tipone-Pipettenspitzen her – ein geschlossener Materialkreislauf. Die Teilnehmerzahl stieg von 23 Prozent der registrierten Kunden im Jahr 2024 auf 31 Prozent im Jahr 2025, die produzierte Menge an Mahlgut wuchs im gleichen Zeitraum von 60 auf 100 Tonnen, das entspricht einem Zuwachs von knapp 68 Prozent.

„Nachhaltigkeit ist kein reines Umweltthema, sondern ein Kostenhebel“, sagt Produktmanager Walter. „Wer ganzheitlich über Abteilungsgrenzen hinweg denkt, sieht, dass sich bei Lüftungsraten, Temperaturen und veralteten Routinen viele Einsparpotenziale heben lassen. Dieses Einsparpotenzial kann bewusst reinvestiert werden in KI-kompetentes Personal, zukunftsfähige Technik und nachhaltige Prozesse.“

Recycling-Programme, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovationsbereitschaft sind in den Laboren längst Realität. Oft stehe lediglich Bürokratie im Weg, um neue nachhaltige Strategien durchzusetzen. „Die Labore haben die Werkzeuge, den Willen und das Wissen. Jetzt brauchen sie die richtigen Rahmenbedingungen und den Mut, bestehende Strukturen zu hinterfragen und selbst zu ändern“, sagt Geldmacher-Voss.

Das Stimmungsbarometer von Starlab

Seit 2021 erhebt Starlab jährlich das Stimmungsbild der europäischen Laborbranche. Für das Stimmungsbarometer 2026 – die sechste Erhebung in Folge – befragte das Unternehmen im Januar 2026 insgesamt 368 Labormitarbeitende aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und Österreich.

Die Teilnehmenden wurden über den Starlab-Newsletter, LinkedIn sowie die Unternehmenswebsite erreicht. Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) arbeitet als Labormanager oder Labortechniker. Weitere Teilnehmende sind Master-, PhD- und Post-Doc-Studierende (8 Prozent), Einkäufer (8 Prozent), Forscher und Medizinforscher (7 Prozent), Professoren und Projektleiter (4 Prozent) sowie Labordirektoren (2 Prozent). 13 Prozent sind in sonstigen Laborbereichen tätig.

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