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Länderreport Tschechien

Tschechische Chemieindustrie kämpft mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen

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Produktion/Branchenstruktur

Der Chemiesektor ist nach dem Fahrzeugbau und der Elektronik/Elektrotechnik der drittwichtigste Industriezweig in Tschechien (nach Produktionswert). Aktuell profitiert Tschechiens Chemieindustrie vom Boom der einheimischen Automobilbranche. Immerhin legte der Fahrzeugausstoß im Land 2011 um über ein Fünftel zu. Das hilft vor allem den Herstellern von Gummi und Kunststoffen, die 2011 ein Produktionsplus von 10,1% erreichten. Weniger stark stieg der Ausstoß von Chemikalien und Chemieerzeugnissen mit 0,9%. Einen Rückgang um 9,3% musste die Petrochemie verkraften. Die Pharmaerzeugung kletterte um 2,2%.

Der Verband der chemischen Industrie (SCHP CR) erwartet für 2012 eine positive Entwicklung der Branche unter zwei Voraussetzungen: Die Automobilindustrie wächst weiter und die Konjunktur in Deutschland - dem wichtigsten Abnehmerland - bleibt stabil. Wachstumspotenzial sieht der SCHP CR vor allem in der verstärkten Anwendung von Innovationen. Tschechiens Chemiebetriebe müssten sich mehr auf Spezialchemie, Hightechprodukte und Erzeugnisse mit höherer Verarbeitungstiefe konzentrieren, so Verbandschef Ladislav Novak auf Anfrage von Germany Trade & Invest. Bislang dominieren Grundchemikalien mit einem Umsatzanteil von 70% Tschechiens Chemieproduktion.

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Nach Angaben des Industrie- und Handelsministeriums waren 2011 im Chemiesektor (NACE 20 und 21, Chemieprodukte und Pharma) etwa 1.800 Unternehmen tätig. Sie erzielten einen Umsatz von 172 Mrd. Kc und damit 4% mehr als ein Jahr zuvor.

Das Investitionsklima in der tschechischen Chemieindustrie war im Jahresverlauf 2011 noch sehr gut. In den beiden Teilbranchen Chemieerzeugnisse und Pharma legten die Anlageinvestitionen laut Industrie- und Handelsministerium um 23% auf 8 Mrd. Kc zu.

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, investieren die tschechischen Chemiebetriebe aktuell vor allem in energieeffizientere Produktionsprozesse. Die Raffinerien bauen außerdem die Erzeugungskapazitäten von Biosprit aus. Bis 2020 will Tschechien einen Anteil von 10% am gesamten Kraftstoffverbrauch erreichen.

Eines der größten Investitionsvorhaben der letzten Jahre realisiert die polnische Synthos-Gruppe zusammen mit Unipetrol am tschechischen Standort Kralupy nad Vltavou. Dort wurden rund 100 Mio. Euro in ein neues Werk für Polybutadien-Kautschuk investiert. Der Testlauf für die Produktion startete im Sommer 2011.

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