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EU-Forschungsförderung Welche Möglichkeiten bietet die EU-Forschungsförderung?

| Autor / Redakteur: Thomas Letzel* und Martin Reichel** / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Wie wichtig F&E für Unternehmen ist, um auf dem Markt bestehen zu können, ist unumstritten. Kleinen und mittleren Unternehmen mangelt es jedoch meist an ausreichendem Kapital oder Vernetzungsmöglichkeiten. Zahlreiche EU-Förderprogramme bieten hier Unterstützung.

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Abb. 1: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen benötigen meist finanzielle Unterstützung.
Abb. 1: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen benötigen meist finanzielle Unterstützung.
(Bild: © Sergej Khackimullin - Fotolia.com)

Forschung und Entwicklung sind wichtige Bausteine für innovative Unternehmen, wenn sie auf dem Markt langfristig bestehen möchten. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen benötigen dabei meist finanzielle Unterstützung, können sie doch oft nicht auf vergleichbare Mittel zurückgreifen wie große Unternehmen. Eine enorme Hilfe mit vielen Vorteilen gegenüber anderen Fördermöglichkeiten können hierbei EU-Förderprogramme leisten. Die Europäische Kommission sieht gerade KMU als wichtigen Motor für Innovationen im Europäischen Forschungsraum an, machen diese doch europaweit 95% aller Unternehmen aus, und fördert ihre Teilnahme an Projekten.

Allerdings scheuen heute noch viele KMU die Beantragung europäischer Mittel. Meist wegen der vorherrschenden Meinung über undurchsichtige Regularien und nicht handhabbare Bürokratie. Auf der anderen Seite liegen die positiven Aspekte der EU-Forschungsförderung auf der Hand: Im Gegensatz zu regionalen und nationalen Förderprogrammen können KMU damit ein internationales Netzwerk, auch über das Projekt hinaus, aufbauen. Sie können neue Geschäftsfelder und Märkte im Ausland erschließen und profitieren direkt vom Wissen und den Technologien ihrer europäischen Partner.

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Die Arbeitsteilung in einem EU-Projekt bereichert alle Partner, KMU können daher größere Aufgaben in Angriff nehmen. Schließlich sammeln sie wertvolle Erfahrungen im Umgang mit internationalen Partnern, die ihnen auch in anderen Bereichen zugute kommen.

EU-Förderprogramme für KMU

Das wohl bekannteste EU-Förderprogramm für Forschung und Entwicklung ist das „7. Forschungsrahmenprogramm“ (FP7). Es ist mit einem Budget von 53,3 Milliarden Euro von 2007 bis 2013 momentan das größte Forschungsförderprogramm weltweit. Im FP7 ist es gewünscht, oft sogar Pflicht, dass sich Unternehmen beteiligen, um sicherzustellen, dass die Projekte in marktfähige Produkte münden.

Spezielle Ausschreibungen für die Chemiebranche finden sich im Programm „Zusammenarbeit“ beispielsweise in den Themen „Gesundheit“, „Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie“, „Informations- und Kommunikationstechnologien“ und „Nanowissenschaften, Nanotechnologie, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien (NMP)“. Innerhalb des FP7 hat die Europäische Kommission zusätzlich so genannte „Public Private Partnerships“ (PPPs) ins Leben gerufen. Sie fördern Kooperationen zwischen Unternehmen und dem öffentlichen Sektor. Es gibt derzeit vier dieser Initiativen mit dem Ziel der Stärkung umweltfreundlicher Technologien durch Innovationsförderung. Des Weiteren steht zur Diskussion, eine fünfte Initiative in dem Bereich der biobasierten Industrie zu etablieren, die für die Chemiebranche relevant ist.

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