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Laborsicherheit

Wie nachhaltige Sicherheitsschränke die Laborsicherheit steigern

| Autor/ Redakteur: Christian Völk* / Marc Platthaus

Eine moderne und optimierte Laboreinrichtung ist ein großer Schritt zu einer hohen Laborsicherheit. Sicherheitsschränke zur Lagerung von Chemikalien spielen hier eine große Rolle. Welche Normen muss der Anwender beachten und welche Rolle spielt die Nachhaltigkeit?

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Abb. 1: Labor mit Push-to-open Sicherheitsschränken
Abb. 1: Labor mit Push-to-open Sicherheitsschränken
(Bild: Düperthal)

Laboratorien sind Orte, an denen Wissenschaftler nachhaltige Substanzen und Materialien, Prozesse und Technologien für die Zukunft erforschen und entwickeln. Betreiber und Öffentlichkeit erwarten Lösungen, die wirtschaftliches Arbeiten bei gleichzeitiger ökologischer Unbedenklichkeit, größtmöglicher Arbeitssicherheit und optimalen Komfortkriterien ermöglichen. Weiterhin sollen innovative Entwicklungen prozesssicher und von hervorragender Performanz sein. Gleichzeitig spielen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Labor eine bedeutende Rolle. Im Rahmen dieser Fragestellungen gewinnen heute auch Aspekte wie Komfort und Arbeitszufriedenheit zunehmend an Bedeutung. Gerade für die Entwicklung von Sicherheitsschränken ist daher nicht nur die reine Einhaltung der einschlägigen Vorschriften relevant, sondern die Schränke sollen auch den gestiegenen Ansprüchen der Nutzer gerecht werden.

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Risikomanagement – Herausforderungen im Alltag

Die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten und Feststoffen, Gefahrstoffen und Chemikalien gehört branchenübergreifend zum Laboralltag. Sie ist in verschiedenen Gesetzen geregelt wie z. B. die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) oder den Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF). Handelt es sich um die Lagerung original verpackter oder fest verschlossener Substanzen, deren Dämpfe im Regelfall nicht in die Atmosphäre gelangen, spricht man von passiver Lagerung. Die passive Lagerung in Sicherheitsschränken ist ausführlich in den Vorschriften TRGS 510 und TRbF 20 geregelt. In der Praxis ist jedoch meist die aktive Lagerung Realität, wenn nämlich am Sicherheitsschrank Stoffe ab- und umgefüllt werden, mit Substanzen gearbeitet wird oder Abfallstoffe anfallen, die entsorgt werden müssen. Die aktive Lagerung umfasst demnach das Aufbewahren brennbarer Flüssigkeiten in ortsbeweglichen Gefäßen, die am Ort ihrer Lagerung ortsfest als Entnahme- und Sammelbehälter benutzt oder zu sonstigen Zwecken geöffnet werden (TRbF 20, Punkt 2.1.6). Über den Brandschutz hinaus sind nun weiterreichende Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Insbesondere das verstärkte Entweichen von Dämpfen und das daraus resultierende höhere Risiko von explosionsgefährlicher Atmosphäre erfordern entsprechende Lösungen.

Sicherheitsschränke – Vorschriftenkonforme Lösungen

Nach diesen Kriterien sind also sowohl für die aktive als auch für die passive Lagerung jeweils spezifische Sicherheitsschränke unter Berücksichtigung entsprechender Richtlinien und Vorschriften erforderlich. Allerdings sind in der täglichen Laborroutine die Übergänge von der passiven zur aktiven Lagerung fließend, sodass oftmals Auswahl und Einsatzmöglichkeiten der notwendigen Sicherheitsschränke leider bewusst oder unbewusst sehr flexibel und häufig am Rande der Legalität erfolgen. Laut Gesetz müsste aber sehr wohl zwischen aktiver und passiver Lagerung und den damit zu selektierenden Sicherheitsschränken unterschieden werden, um im Falle eines Brandes oder einer anderen Katastrophe Haftungsfragen und Verantwortlichkeiten eindeutig klären zu können. Es ist beispielsweise unzulässig, einen Sicherheitsschrank für die passive Lagerung anzubohren, um nachträglich zum Selbstgebrauch Sammeltrichter für Lösemittelabfälle zu in-stallieren. Dagegen ist es zulässig, in einem Abzug über einem Sicherheitsschrank für die passive Lagerung (s. Abb. 1) zu arbeiten und die Gebinde in verschlossenem Zustand aus dem Schrank zu holen, um diese im Abzug zu öffnen und weiter zu verarbeiten. In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, mit kompetenten Fachleuten entsprechende Lösungen zu entwickeln.

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