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Drei Projekte zur Reinigung der Meere

Wie räumen wir die größte Müllkippe des Planeten auf?

| Autor: Christian Lüttmann

Plastik im Meer zerfällt zu kleinen Fragmenten (Mikroplastik). Einige Projekte wollen den Müll aus dem Ozean entfernen, bevor es dazu kommt.
Plastik im Meer zerfällt zu kleinen Fragmenten (Mikroplastik). Einige Projekte wollen den Müll aus dem Ozean entfernen, bevor es dazu kommt. (Bild: Pacific Garbage Screening)

Während Sie diesen Satz lesen, landen rund 500 kg Plastik in den Ozeanen. In einem Jahr kommen so geschätzt acht Millionen Tonnen Müll zusammen, die sich in den Weltmeeren anstauen. Dort zerfällt er in immer kleinere Fragmente, die längst als Mikroplastik in die maritimen Nahrungsnetze eingedrungen sind. Selbst wenn der Müllnachschub sofort versiegt, würde es viele Jahrhunderte dauern bis sich die Meere von der Verschmutzung einigermaßen erholen. Wir stellen Ihnen drei Projekte vor, die so lange nicht warten wollen. Sie planen, das Plastik sofort aus dem Wasser zu holen.

Archäologen ordnen die Menschheitsgeschichte in verschiedene Zeitalter ein. Einige davon sind nach den prägenden Materialien benannt, die bei Ausgrabungen vorwiegend gefunden werden: Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit. Wenn die Archäologen der Zukunft eines Tages die Spuren unserer gegenwärtigen Epoche in Ausgrabungen freilegen, werden sie ein anderes Material vorfinden, was möglicherweise als Namensgeber dienen wird: Plastik.

Leben in der Plastikzeit

Seit den 1950er Jahren hat Plastik einen unaufhaltsamen Siegeszug in unserer Welt angetreten. Zwar sind schon viel früher bedeutsame Kunststoffe entdeckt worden, wie 1839 das berühmte Gummi von Charles Goodyear. Den Durchbruch erlebte Plastik jedoch erst mit dem Aufkommen der Polymerchemie Mitte des 20. Jahrhunderts. Die scheinbar grenzenlose Vielfalt an Eigenschaften hat dafür gesorgt, dass wir Plastik heute nahezu überall vorfinden. Es begleitet uns im Auto, steckt in unserer Kleidung und umhüllt unser Essen. Insgesamt wurden seit 1950 rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, wie Geyer et al. in einer Studie berichten. [1] Das ist mehr Gewicht als alle deutschen Wälder in 120 Jahren an Holz produzieren.

Im Gegensatz zu Holz, das über die Jahrzehnte allmählich verrottet und wieder zu fruchtbarem Waldboden wird, sind die Milliarden Tonnen Plastik jedoch ein Vermächtnis, das die Jahrhunderte überdauert. Geyer et al. zufolge sind nur etwa sieben Prozent des bis dato produzierten Plastiks wenigstens einmal zur Wiederverwendung recycelt worden. Der mit Abstand größte Teil – fast 60 Prozent oder 4,9 Milliarden Tonnen – lagert hingegen als Abfall auf Mülldeponien oder ist längst in die Umwelt gelangt. [1] Bei diesen Mengen an Plastikmüll wundert es kaum, dass der vielseitige Werkstoff heute nicht nur das Festland, sondern längst auch die Weltmeere erobert hat.

Ergänzendes zum Thema
 
Die größte Mülldeponie des Planeten ist das Meer – über Plastikmüll und Mikroplastik

Das ganze Ausmaß der Folgen, die das Plastik im Meer nach sich zieht, kann heute kaum abgeschätzt werden. Doch eines ist klar: So darf es nicht weitergehen. Aber selbst wenn wir mit einem Schlag den Zustrom von Plastikmüll unterbinden könnten, so wären die Meere wohl noch viele Jahrhunderte verschmutzt. Hier wollen einige ambitionierte Projekte helfen, die Ozeane wieder sauberer zu machen. Wir stellen Ihnen drei besondere Vorhaben vor.

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