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LABORPRAXIS-Newsticker 2026 Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2026

Quelle: dpa 82 min Lesedauer

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Hier finden Sie vergangene Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News aus dem Jahr 2025.

News-Archiv zu Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  ©viperagp - stock.adobe.com)
News-Archiv zu Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
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Willkommen im Archiv des LABORPRAXIS-Newstickers. Hier können Sie durch die Meldungen der vergangenen Wochen und Monate stöbern. Die aktuellen News finden Sie im LABORPRAXIS-Newsticker. Ältere Meldungen aus 2025 finden Sie im Archiv 2025.

17.8. – Bilger bei BASF - Chemiekonzern setzt auf Verkehrsmix

Ludwigshafen (dpa) 5:01 Uhr – Straße und Schiene sollen bei BASF noch leistungsfähiger verknüpft werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Konzernchef Markus Kamieth geben heute (13.00 Uhr) in Ludwigshafen den Startschuss für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals (KVT) im Norden des Stammwerks. Für die Modernisierung sind 51 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.

Der verknüpfte Verkehr ist für den größten Chemiekonzern der Welt von besonderer Bedeutung. Rund 40 Prozent der Produktion in Ludwigshafen werden über den Rhein transportiert. Gerade bei Einschränkungen der Binnenschifffahrt etwa bei Niedrigwasser kann die Kombination aus Straße und Schiene helfen, die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen abzusichern.

Das KVT zählt BASF zufolge zu den wichtigsten und größten europäischen Umschlagterminals für den schienenseitigen kombinierten Verkehr. Täglich werden mehr als 1.100 Ladeeinheiten auf bis zu 25 Ganzzüge verladen. Die Anlage ist an wichtige Wirtschaftsräume und Verkehrskorridore Europas angebunden - etwa Richtung Italien, Spanien, Osteuropa und Skandinavien.

Seit der Inbetriebnahme 2000 wurden mehr als 7,5 Millionen Umschläge abgewickelt. Dadurch konnten nach BASF-Angaben ebenso viele Lastwagentransporte auf langen Strecken vermieden werden. Rund 30 bis 40 Prozent der umgeschlagenen Mengen entfallen auf BASF-Produkte. Die übrigen Kapazitäten stehen externen Spediteuren und Verladern zur Verfügung. Damit ist das KVT zugleich ein wichtiger Baustein für die Region als Logistikstandort.

Mit dem Ausbau soll das Terminal für die künftigen Anforderungen des Güterverkehrs ertüchtigt werden. Die bestehenden vier Kräne werden durch drei neue Anlagen mit einer Spannweite von mehr als 100 Metern ersetzt. Eine Erweiterung auf vier Kräne bleibt möglich. Auch die Ein- und Ausfahrtsbereiche für Lastwagen sollen optimiert werden.

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12.8. – EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Brüssel (dpa) 5:00 Uhr – Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden. Die von nun an geltende EU-Verpackungsverordnung schreibt neue Grenzwerte für sogenannte PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Lebensmittelverpackungen vor. Mit den auch Ewigkeitschemikalien genannten Stoffen soll etwa das Durchweichen des Pommes-Kartons oder der Döner-Tüte verhindert werden.

Der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zufolge sind die Grenzwerte so niedrig, dass eine absichtliche Verwendung quasi ausgeschlossen ist. Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.

Neben den strengen Grenzwerten für PFAS bringt die neue Verordnung auch andere weitreichende Veränderungen mit sich. Für Verbraucher dürften die meisten davon allerdings erst ab 2030 sicht- und spürbar werden.

Künftig müssen Verpackungen recyclingfähig und so klein wie möglich sein. Der erlaubte Leerraum etwa in Kartons bei Online-Bestellungen wird auf 50 Prozent begrenzt. Der Platz, der etwa mit Papier, Luftpolsterfolie, oder Styropor-Chips gefüllt ist, gilt auch als Leerraum. Darüber hinaus sind dann bestimmte Einwegplastikverpackungen für unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse untersagt. Auch sind etwa sehr leichte Plastiktüten verboten - außer sie werden aus Hygienegründen oder für lose Lebensmittel benötigt und wirken so der Lebensmittelverschwendung entgegen.

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Verpackungsmüll ist ein großes Problem. Im Jahr 2023 fielen dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge 177,8 Kilogramm Verpackungsabfälle pro Einwohner an. Die neuen Regeln sollen dafür sorgen, dass der Verpackungsmüll in der EU bis 2040 schrittweise um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu 2018 reduziert wird. Bis 2030 sollen es 5 Prozent weniger sein, 10 Prozent bis 2035.

9.8. – Mehr Unterstützung für Wissenschaftler bei Gründungen

Mainz (dpa/lrs) 4:00 Uhr – Rheinland-Pfalz will Wissenschaftler mehr bei Unternehmensgründungen unterstützen. „Unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den Universitäten wollen wir sehr viel systematischer ein Angebot machen, dass sie Partner an die Seite bekommen, damit so ihre Forschung mit einer Geschäftsidee hinterlegt werden kann“, sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch, der das Projekt gemeinsam mit Wirtschaftsminister Michael Ebling (beide SPD) voranbringen will, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Urheber der Idee ist dem Ministerium zufolge der Landeskoordinator für die Biotechnologie, Eckhard Thines.

Das Vorhaben findet sich auch im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot. Dort heißt es, der Erfolg des Forschungsinstituts Tron als Ausgründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sei beispielgebend. „Angelehnt an diese Erfolge wollen wir die Gründungskultur im universitären und hochschulischen Bereich mit Gründungsbüros verstärken und den Wissens- und Technologietransfer entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessern, zum Beispiel durch Scouting-Hubs.“ Die Gründungskompetenz solle im Studium gestärkt und gezielte Förderangebote insbesondere für Gründer sollten weiterentwickelt werden.

Hoch sagte weiter, gemeinsame Aktivitäten sollten so aufeinander abgestimmt werden, dass das, was an Innovationen an den Universitäten geschehe, auch tatsächlich entdeckt werde. Das solle aber nicht derart erreicht werden, dass an jeder Uni eine Mitarbeiterstelle geschaffen werde. „Wir brauchen Menschen, die sich in der Welt von Gründungen auskennen, der Welt des Venture Capital.“ Das meiste Potenzial sieht Hoch in den Bereichen Biotechnologie und Künstliche Intelligenz (KI).

Jemand, der sich mit Gründungen und Wagniskapital auskennt, ist Bernhard Hauer. Er war rund 25 Jahre bei BASF und dort unter anderem für Forschung und Prozessentwicklung verantwortlich. Auch für das frühere Institut für Technische Biochemie in Stuttgart war er tätig, fungierte als Berater für Unternehmen. Inzwischen ist der Professor am Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Mainz. Gerade für Startups sei der Schritt vom Labor in die Produktion eine kritische Phase, der von vielen völlig unterschätzt werde, sagt er.

Potenzielle Gründer müssten sich klarmachen, dass ein Produkt sich nicht automatisch verkaufe, nur weil es gut sei. Kontakte seien wichtig und ein Gefühl für den Markt. Es müsse klar sein, wer dort die wichtigen Akteure seien und wie ein Produkt auf dem jeweiligen Markt etabliert werden könne. Oft seien die wirtschaftlichen Chancen gar nicht bewusst, sagte Hauer. Häufig bringe der Zusammenschluss mehrerer Forscher und deren Ideen das Potenzial. Neben einem gewissen Startkapital sei ein Bewusstsein darüber unabdingbar, wie vernetzt Prozesse sind. Schon früh müsse man sich Gedanken machen, ob, wie und in welcher Menge man an benötigte Rohstoffe komme. Auch mit Regularien, möglicherweise nötigen Zulassungsprozessen oder auch Dokumentationspflichten müsse man sich zeitig auseinandersetzen.

2.8. – Wissenschaft über Brettspiele vermitteln

Heidelberg (Klaus-Tschira-Stiftung) 10:11 Uhr – Menschen spielen, um Stress abzubauen, soziale Kontakte zu pflegen und Neues auszuprobieren. Das Gehirn belohnt sie dafür mit der Ausschüttung von Glückshormonen. Gilt das auch für Brettspiele mit Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik?

Davon ist Philipp Schrögel überzeugt. Der Forscher am Bonn Lab for Analog Games and Imaginative Play an der Universität Bonn hat gemeinsam mit Kollegen in der Förderlinie „Innovative Wissenschaftskommunikation“ der Klaus-Tschira-Stiftung ein Projekt eingereicht.

Das Ziel: herausfinden, wie sich moderne Brettspiele für die Wissenschaftskommunikation nutzen lassen. „Das Thema liegt in der Luft“, sagt der Projektleiter. Schließlich wurde die Brettspielkultur in Deutschland sogar jüngst in das internationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Geplant ist eine Reihe von Veranstaltungen in Bibliotheken, Museen und anderen öffentlich zugänglichen Orten. Dort werden bekannte Spiele wie Robo Rally zur Informatik, E-Mission zum Klimawandel, Pandemic zu Viren und Epidemien, Flügelschlag zur Biodiversität oder Terraforming Mars als andere Perspektive auf das Anthropozän mit Vorträgen, Führungen und Diskussionen über MINT-Themen verbunden.

Wenn das auf zwei Jahre angelegte Projekt 2028 endet, will Projektleiter Schrögel den Möglichkeiten und Grenzen von Brettspielen in der Wissenschaftskommunikation über MINT-Themen ein gutes Stück nähergekommen sein.

2.8. – Genetischer Nachweis: Europäer brachten Pocken nach Amerika

Dublin (dpa) 7:56 Uhr – Analysen von Pocken-Erbgut aus Mumien in Chile brachten den bislang deutlichsten Beweis zutage, dass die auch in Amerika verheerende Krankheit aus Europa stammte. „Diese Entdeckung liefert den ersten molekularen Nachweis dafür, dass die Pocken während der Kolonialzeit (...) eingeschleppt wurden“, fasst Shigeki Nakagome vom Trinity College Dublin die Forschungsergebnisse zusammen. Die Erkenntnisse stützen bisherige Annahmen zur Ausbreitung der Infektionskrankheit.

Das Forschungsteam aus Irland, Chile und Japan hatte nach eigenen Angaben die ersten Pockengenome aus der Kolonialzeit, die in Amerika gewonnen worden waren, analysiert. Es untersuchte dafür zwei mumifizierte Leichen indigener Menschen, die zwischen dem späten 15. und frühen 17. Jahrhundert im Norden Chiles bestattet worden waren, heißt es in der Pressemitteilung der irischen Universität.

Die durch das Variola-Virus verursachten Pocken spielten eine wesentliche Rolle bei dem katastrophalen Bevölkerungsrückgang, den die indigenen Völker in Nord-, Mittel- und Südamerika nach der Ankunft der Europäer erlebten. Das Virus trat laut Studie in Wellen auf und habe in Amerika schätzungsweise drei bis vier Millionen Todesfälle verursacht, möglicherweise sogar mehr, insbesondere unter indigenen Bevölkerungsgruppen ohne vorherigen Kontakt zu den Viren.

Originalpublikation: Bruno Romero González et al.: The genomic identity of early smallpox in South America, Science, 30 Jul 2026, Vol 393, Issue 6810, pp. 504-508; DOI: 10.1126/science.aee6957

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