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Meilenstein Laborsicherheit

 Ausgezeichneter Arbeitsschutz von A bis Z

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„Berner-Box“ bringt das Unternehmen auf Zielfahrt

Der Gedanke zielte in die richtige Richtung, besaß aber einen Haken: Pathogene Keime, die eine Sicherheitswerkbank kontaminieren, können mit geeigneten Desinfektionsmitteln unschädlich gemacht werden. Toxische Arzneimittel wie Zytostatika hingegen lassen sich nicht neutralisieren. Sie müssen genauestens aufgenommen und unter Sicherheitsauflagen entsorgt werden. Eine Sicherheitswerkbank für die Zubereitung von Zytostatika müsste deshalb so beschaffen sein, freigesetzte Schadstoffe wirksam absaugen und herausfiltern zu können. Bedeutet, es bedurfte einer geeigneten Luftführung, eines effizienten Filtersystems sowie der Möglichkeit, verschmutzte Filter kontaminationsarm auszuwechseln. Ein Heimspiel für Berner: Mit Filtern und Luftführung kannte sich das Unternehmen bestens aus.

Im Jahr 1985, nach nur drei Jahren Forschung und Entwicklung, präsentierte Berner der Fachwelt die erste Generation seiner Zytostatika-Werkbank (Typ MB) und legte damit den Grundstein für den heutigen Unternehmenserfolg. Die damalige Werkbank glich eher einer schick aufgemotzten Kiste (weshalb sie auch als „Berner-Box“ bezeichnet wurde), die innendrin beleuchtet war und der frontal eine Sichtscheibe aufsaß. Durch zwei runde Aussparungen am unteren Ende der Scheibe führte der Anwender seine behandschuhten Arme in die Box. Ein laminarer Luftstrom, der vertikal von oben herab entlang der Scheibe geführt wurde, extrahierte gefährliche Aerosole und Stäube aus dem Innenraum und transportierte seine Fracht über Ansaugstutzen im Boden der Box in Richtung eines Filtersystems.

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Die Berner-Box, geprüft durch die Berufsgenossenschaft und zertifiziert nach dem Gerätesicherheitsgesetz, obendrein die erste unabhängig geprüfte und zertifizierte Sicherheitswerkbank in Europa, war ein Arbeitsschutzgerät, nach dem der Markt verlangte. Berners Engagement hatte sich gelohnt, und zwar nachhaltig: Rückmeldungen von Kunden führten dazu, dass Berner seine Sicherheitswerkbank mehr und mehr auf die Anforderungen potenzieller Anwender maßschneidern konnte. Nicht nur die Sicherheit, auch die Komfortabilität ließ sich auf diese Weise steigern. Die Unternehmensführung forcierte die Entwicklung von Geräten und Materialien, mit denen sich Pharma­rückstände aufnehmen und sicher entsorgen ließen. Und Berner nahm PSA ins Produktsortiment auf und war damit mehr und mehr in der Lage, Komplettlösungen für die Laborsicherheit aus einer Hand anzubieten.

Jürgen Eckert, 1988 zum Geschäftsführer aufgestiegen und Mitgesellschafter der Berner International GmbH, hatte das Unternehmen aus einer anfänglich schwierigen Phase herausgeführt. Dank der Berner-Box avancierte das Unternehmen zu einem ernst zu nehmenden Partner in puncto Sicherheitswerkbänke für pharmazeutische Anwendungen und zum Experten, den man im Normausschuss Gehör schenkte. Ende der 1990er-Jahre brachte Berner die dritte Generation TÜV-geprüfter und zertifizierter Sicherheitswerkbänke auf den Markt, die damals schon in Sachen Verarbeitung, Luftführung und mehrstufiger Filtertechnik zum Besten gehörte, was der Markt zu bieten hatte. Das Unternehmen war gemäß DIN EN ISO 9001 zertifiziert und durch eine Firmenübernahme um einige Expertisen reicher. Der technische Kundenservice, den Jürgen Eckert bereits in den 1980er-Jahren im Unternehmen etabliert hatte, wurde ausgeweitet und dezentraler in die Nähe der Kunden verlagert.

Blick auf die weiteren Aussichten

Der Wachstumskurs, den Berner seit Mitte der 1980er-Jahre gefahren war, hatte das Unternehmen in den ausklingenden 1990er-Jahren an seine Kapazitätsgrenze geführt. Es war Zeit, die Produktion und das Bürogebäude, die das Unternehmen in Elmshorn gekauft und 1988 bezogen hatte, zu erweitern. Berner brauchte Platz für die weitere Expansion im neuen Jahrtausend.

Eine wichtige Weichenstellung nahm Jürgen Eckert bereits vor, als er im Jahr 2000 Thomas Hinrichs als Produktmanager ins Unternehmen holte. Die beiden kannten einander von Hinrichs’ Tätigkeit beim TÜV: Der Diplom-Bioingenieur für Medizintechnik war Experte für Sicherheitswerkbänke, die er in Laboratorien überall auf der Welt auf Herz und Nieren prüfte.

Thomas Hinrichs war ein Kenner der Materie und firm in den relevanten Normangelegenheiten und Prüfgrundsätzen. Und er wusste um die Anforderungen, die Anwender und Behörden an Sicherheitswerkbänke stellten, und damit auch um die Erwartungen an Hersteller wie Berner, Kunden Mehrwert bieten zu können.

Thomas Hinrichs hatte sich für das Unternehmen als Glücksgriff erwiesen. 2004, nachdem sich Gesellschafter aus der Berner GmbH verabschiedetet hatten, stieg der Ingenieur zum Gesellschafter auf und kniete sich noch mehr hinein, u.a. in die Weiterentwicklung der Sicherheitswerkbänke, die Berner ab 2005 auch für biologische Anwendungen herstellte. Er machte das Marketing und den Vertrieb zur Chefsache, baute das PSA-Geschäft aus und konzipierte neue Tools für Anwender, etwa spezielle Notfall- und Reinigungssets.

Hinrichs’ erklärtes Ziel war es, das Unternehmen in der Premiumliga der Branche an die Spitze zu führen. Das bedeutete für ihn unter anderem den Ausbau der unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die vermehrte Kooperation mit wissenschaftlichen Institutionen und Anwendern sowie die Einrichtung eigener Prüflaboratorien nach dem Vorbild der USA, um Produkte, Methoden und Verfahren unter realen Bedingungen testen und „worst case“-Szenarien simulieren zu können. Der Einfluss der Bewegung des Menschen auf die Schutzfunktionen von Sicherheitswerkbänken etwa hatte sich in den zurückliegenden Jahren zum Schwerpunktthema entwickelt.

Aufbruch unter neuer Firmenleitung

Um seine vielen Vorhaben realisieren zu können, drang Jürgen Eckert auf eine personelle Erweiterung im kaufmännischen Bereich und holte sich den Diplom-Kaufmann Malte Schneider ins Boot, einen Mann mit Konzernerfahrung und dem daraus erwachsenen Bedürfnis, unternehmerisch etwas bewegen zu können. Aufgabenteilung ist heute angesagt, um mehr Energie auf die verschiedenen Felder zu bringen, die es zu bearbeiten gilt, etwa die Etablierung der in Hamburg-Harburg eröffneten Lab Excellence Academy (LEAC), Berners Schulungszentrum für Anwender und Partner. Das Unternehmen ist jung, Aufgaben gibt es zur Genüge.

Welche priorisiert werden, diskutieren Thomas Hinrichs und Malte Schneider heute gemeinsam – als geschäftsführende Gesellschafter der Berner International GmbH. Als Jürgen Eckert sah, dass die beiden Prokuristen ihren Job gut machten und auch gewillt waren, neue Wege zu gehen, verkaufte der Senior den beiden seine Anteile am Unternehmen und begab sich in den Ruhestand.

Er steht weiterhin in engem Kontakt mit Thomas Hinrichs, schließlich waren die beiden nicht nur Kollegen: Jürgen Eckert ist auch Thomas Hinrichs’ Schwiegervater …

* G. Deußing Redaktionsbüro Guido Deußing, 41464 Neuss

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