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Fallstudie Industrie: Von der Entwicklung in die Produktion
Mark Brower (Merck & Co. Inc, Kenilworth, US) hat in seinem Team die Cadence-Bio-SMB-Technologie evaluiert [3]. Dazu wurde eine Protein-A-Chromatographie eines monoklonalen Antikörpers auf Kaneka Kancap A zuerst vom Batch-Prozess auf das Bio-SMB-Prozessentwicklungssystem übertragen und anschließend auf das GMP-kompatible Prozesssystem Cadence Bio SMB Process 350 skaliert. Basierend auf den Breakthrough-Daten wurde ein Prozess mit fünf Säulen erstellt, bei dem mit einer Kontaktzeit von drei Minuten eine Bindungskapazität von 46,3 g/L erzielt wird. Dieser Prozess wurde für acht Zyklen auf 5-mL-Säulen im PD-System und für 13 Zyklen auf 0,77-L-Säulen im Prozesssystem gefahren.
Innerhalb von elf Stunden konnten 400 L gereinigter Zellkulturüberstand mit einer Produktkonzentration von 4 g/L mit insgesamt 3,85 L Protein-A-Sorbens aufgereinigt werden. Die Daten zeigen eine sehr gute Vergleichbarkeit zwischen dem Prozessentwicklungsmaßstab und dem Prozessmaßstab und legen mehrere wirtschaftliche Vorteile offen: Im Vergleich zum Batch-Prozess konnte die spezifische Produktivität um den Faktor 3,5 gesteigert werden (von 13 auf 56 g/L/h) und der Sorbensverbrauch um 80% reduziert werden. Der Transfer des Batch-Prozesses auf die beiden Bio-SMB-Systeme erfolgte in weniger als drei Wochen.
Fallstudie Forschung: Kontinuierliches DSP
Das Ziel dieser Studie in der Prozessentwicklung war es, die Downstream-Processing (DSP)-Plattform zur Aufreinigung eines Antikörpers in einen kontinuierlichen Prozess zu übertragen [4]. Dabei wurden vier Aufreinigungsschritte auf zwei Cadence-Bio-SMB-PD-Systemen kombiniert: Protein-A-Chromatographie, Virusinaktivierung, Flow-Through-Anionaustausch-Chromatographie (AEX) und Mixed-Mode-Kationenaustausch-Chromatographie (MMCEX). Mit der Plattform konnten 25 L Feed in weniger als zwölf Stunden aufgereinigt werden.
Der Transfer der Plattform auf eine kontinuierliche Prozessführung steigerte die spezifische Produktivität der Protein-A- und der MMCEX-Chromatographie um den Faktor 3,8 bzw. den Faktor 10. Somit konnte der Sorbentienverbrauch im Vergleich zum Batch-Prozess um mehr als 95% reduziert werden. Zudem ließ sich die Fläche der AEX-Membranchromatographie um 74% senken, ohne die Abreicherung von Wirtszellproteinen oder Aggregaten zu beeinflussen. Die Verantwortlichen der Studie schließen aus den Resultaten, dass die kontinuierliche Chromatographie in integrierten Prozessen eine kosteneffiziente Single-Use-Produktion ermöglicht.
Fazit: Die kontinuierliche Mehrsäulenchromatographie bietet vielfältige Vorteile für Prozesse in der biotechnologischen Industrie. Mehrere Fallstudien bestätigen dies für ihren Einsatz in diversen Chromatographie-Schritten zur Aufreinigung biologischer Produkte.
Literatur:
[1] Najera, M (2016), The Potential of continuous Multicolumn Chromatography. Webinar February 6 2016.
[2] Ruthven, DM (1984), Principles of Adsorption and Adsorption Processes, John Wiley & Sons, New York.
[3] Brower, M (2016), Scale-up of Continuous Chromatogrpahy using Cadence BioSMB Process System. Bio-Process International Conference, Boston US.
[4] Gjoka, X et al (2016), Transfer of a three step mAb chromatography process from batch to continuous. Journal of Biotechnology 242 (2017) 11-18.
* B. Badertscher und D. Sievers: Pall Life Sciences, 63303 Dreieich
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