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Krebstherapie Biologische Krebstherapie mit Rechtsmilchsäure

Redakteur: Philip Wienberg

Krebszellen können zu einem normalen Stoffwechsel bewegt werden. Hochdosierte Rechtsmilchsäure kann, ähnlich wie Dichloracetat, Krebszellen zu einem aeroben Stoffwechsel anregen.

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Krebszellen vor der Behandlung,
Krebszellen vor der Behandlung,
( Bild: University of Alberta )

Villmar – Bereits 1924 stellte Nobelpreisträger Otto Warburg fest, dass sich der Energiestoffwechsel von Krebszellen von denen gesunder Zellen unterscheidet: Anstelle Traubenzucker unter Sauerstoffverbrauch zu Kohlendioxid zu veratmen, wird er zu großen Teilen anaerob zu Milchsäure vergärt, auch wenn der Zelle Sauerstoff zur Verfügung steht.

Der anaerobe Stoffwechselweg, der evolutionsbiologisch einen Rückschritt darstellt, bietet den entarteten Zellen einen gewissen Schutz vor dem natürlichen Selbstmordprogramm. Problematisch sind auch die großen Mengen linksdrehender Milchsäure, die dabei entstehen. Die linksdrehende Milchsäure wird im Gegensatz zu ihrem rechtsdrehenden Spiegelbild nicht erkannt, häuft sich im Gewebe an, übersäuert dieses und steigert die Zellteilungsrate um das 8-fache, wodurch das Tumorwachstum zusätzlich gefördert wird.

Stoffwechselweg prinzipiell umkehrbar

Dichloracetat vermag die Mitochondrien, das sind die Zellorganellen, die in gesunden Zellen für die oxydative Energiegewinnung zuständig sind, wieder in den Zellstoffwechsel mit einzubeziehen. In Tierversuchen konnte tatsächlich eine Wachstumshemmung von Tumoren beobachtet werden. Die anfängliche Euphorie flachte jedoch ab, nachdem die erste klinische Studie abgebrochen werden musste, weil Dichloracetat zu schweren Nervenschädigungen bei den Patienten geführt hatte.

Hochdosierte Rechtsmilchsäure (20%) ist nachweislich ebenfalls in der Lage, die Krebszellen zu einem aeroben Stoffwechsel zu bewegen. Im Gegensatz zu Dichloracetat handelt es sich dabei um eine natürliche, körpereigene Substanz, die keinerlei Nebenwirkungen verursacht. Zudem schleust sie die krankhaft hohen Mengen an Linksmilchsäure aus dem Körper.

Rechtsmilchsäure in der biologischen Krebstherapie

Für Dr. Fryda ist der Mangel an körpereigenem Adrenalin und der dadurch bedingte Kohlenhydratüberschuss in den Zellen die Ursache für die Entgleisung des Zellstoffwechsels: Durch die Gärung, die einen 18-fach geringeren Wirkungsgrad als die oxydative Verbrennung aufweist, wird Glukose, die im Übermaß der Zelle schadet, „verheizt“. „Tumore sind Glukosefresser“, erklärte die Ärztin auf dem 1. Internationalen Fachkongress für Biologische Krebsmedizin in Baden-Baden vom 9.-10 Juni 2007.

Rechtsdrehende Milchsäure ist ein fester Bestandteil ihrer Basistherapie, die auf langjähriger Erfahrung in der biologischen Krebstherapie beruht. Rechtsdrehende Milchsäure aktiviert die Adrenalinausschüttung und wirkt der Stoffwechselentgleisung dadurch ursächlich entgegen. Durch die Zufuhr der Rechtsmilchsäure wird zudem das schädliche linksdrehende Enantiomer zur Ausscheidung gebracht. Darüber hinaus beeinflusst die Rechtsmilchsäure den Säure-Basen-Haushalt positiv: Obwohl die Rechtsmilchsäure selbst sauer ist, entlastet sie über die Sanierung des Darmmilieus den Körper von überschüssigen Säuren.

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