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LABORPRAXIS-Newsticker „Chemieagenda“: Bundesregierung legt Maßnahmenpaket vor

Aktualisiert am 27.03.2026 Quelle: dpa 6 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

26.3. – „Chemieagenda“: Bundesregierung legt Maßnahmenpaket vor

Berlin (dpa) 12:41 Uhr – Die Bundesregierung sucht den Schulterschluss mit Arbeitgebern und Gewerkschaften, um die kriselnde Chemieindustrie zu stärken. In Berlin wurde eine von Politik und Branche erarbeitete „Chemieagenda 2045“ vorgelegt. Zu den Maßnahmen gehört eine Senkung der Stromkosten. Die Bundesregierung hat bereits einen staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis angekündigt. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche sagte, die Ressortgespräche dazu innerhalb der Regierung seien beendet.

Geplant ist zudem eine Ausweitung der sogenannten Strompreiskompensation. Dabei werden Firmen indirekt von Kosten des CO2-Emissionshandels entlastet. Reiche sagte, hierzu sei man in letzten Gesprächen mit dem Finanzministerium. Außerdem will sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für Vereinfachungen im EU-Chemikalienrecht sowie Reformen beim Emissionshandel einsetzen. Dabei geht es um eine längere Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate an energieintensive Firmen.

Der Vorsitzende der Chemie-Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sagte, bei der CO2-Bepreisung bräuchte die Unternehmen dringend eine Verschnaufpause. Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), forderte, es müssten schnell spürbare Entlastungen folgen.

„Die chemische Industrie befindet sich in schwerem Fahrwasser“, sagte Reiche. Es gehe darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Steilemann sprach von der größten Krise in der Nachkriegsgeschichte. Die Existenz der deutschen Chemieindustrie sei gefährdet.

In der Agenda wird die Chemieindustrie als industrielle Schlüsselbranche bezeichnet. Sie liefere essenzielle Grundstoffe und Hightech-Materialien für fast alle Wertschöpfungsketten - von Mobilität, Ernährung und Gesundheit bis und Verteidigung. Die Chemieagenda enthält auch Maßnahmen zur Stärkung von Forschung, Innovation und Investitionen.

25.3. – Chemie-Start-up erhält Wirtschaftspreis

Magdeburg (dpa/sa) 18:31 Uhr – Ein Chemie-Start-up hat den diesjährigen Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt erhalten. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zeichnete am Mittwoch in Magdeburg die Cynio GmbH aus Bitterfeld-Wolfen aus. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Unternehmen und Existenzgründungen, die mit Innovationskraft und Unternehmergeist zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

In der Kategorie „Existenzgründung“ ging der Preis an das Chemie-Start-up Cynio. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt ein Verfahren zur Herstellung spezieller Chemikalien, die etwa in Beschichtungen, Materialien oder medizinischen Anwendungen eingesetzt werden. Statt des hochgiftigen Gases Phosgen setzt das Team auf ein alternatives Verfahren mit Kohlendioxid, das in der Industrie ohnehin anfällt und wiederverwendet werden kann.

Nach Angaben der Staatskanzlei erschließt das Unternehmen damit gezielt Nischenmärkte, in denen solche Spezialchemikalien bislang schwer verfügbar sind. Zudem habe Cynio innerhalb kurzer Zeit ein eigenes Labor aufgebaut, internationale Kooperationen initiiert und erste Aufträge gewonnen.

25.3. – Münchener Wachstumstreiber für Life-Science-Start-ups

München/Göttingen (Life Science Factory) 10:35 Uhr – Vor einem Jahr nahm die Life Science Factory ihren Standort in München auf dem Gelände von Helmholtz Munich in Betrieb. Mit dem Einzug des ersten Start-ups Ovo Labs am 1. Februar 2025 begann die Ansiedlung junger Life-Science-Unternehmen, die seither kontinuierlich gewachsen ist. Während anfangs drei Teams vor Ort aktiv waren, arbeiten heute zwölf Start-ups auf rund 1.800 Quadratmetern in spezialisierten Laboren und Co-Working-Flächen.

Die enge Kooperation zwischen der Life Science Factory und Helmholtz Munich verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischer Umsetzung. Der Standort richtet sich dabei nicht nur an Start-ups, sondern auch an Industriepartner, die frühzeitig Zugang zu neuen Technologien, Forschungsergebnissen und Innovationsprojekten suchen.

Am Münchner Standort finden Start-ups aus Bereichen wie Reproduktionsmedizin, Antibiotikaforschung und Laborautomation optimale Bedingungen, um Forschungsergebnisse effizient weiterzuentwickeln und in marktfähige Anwendungen zu überführen.

„Gerade in den frühen Entwicklungsphasen entscheidet die Qualität der Infrastruktur darüber, wie schnell aus wissenschaftlichen Erkenntnissen belastbare Technologien werden“, sagt Ellen Goel, Geschäftsführerin der Life Science Factory. „Deshalb stellen wir unseren Start-ups von Beginn an voll ausgestattete Laborflächen und spezialisierte Funktionslabore zur Verfügung – von Zellkultur und Mikrobiologie bis hin zu DNA- und RNA-Arbeiten sowie Proteinbiochemie.“

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Neben der technischen Infrastruktur setzt die Life Science Factory München gezielt auf programmatische Unterstützung. Ein zentraler Bestandteil dessen sind fachliche Austauschformate und Community-Events. Anfang des Jahres kamen beim Munich Lab Automation Meet-up auf dem Helmholtz Pioneer Campus mehr als 160 Teilnehmende aus Forschung, Start-ups und Industrie zusammen. Darüber hinaus wird 2026 erstmals ein zweiter Track des ELSA-Programms in München stattfinden, das sich an Life-Science-Start-ups in frühen Entwicklungsphasen richtet und sie unter anderem bei Themen wie Geschäftsmodellentwicklung, Regulierung und Finanzierung unterstützt.

„Die Entwicklung seit dem vergangenen Jahr zeigt, dass unser Konzept auch am Standort München trägt“, zieht Pia Kleibel, Community & Operations Manager der Life Science Factory München, Zwischenbilanz. „Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach professioneller Infrastruktur und strukturierter Unterstützung. In den kommenden Jahren wollen wir das Netzwerk weiter ausbauen und gezielt Kooperationen mit Industrie- und Pharmaunternehmen stärken.“

23.3. – Tarifgespräche für Chemiebranche gehen in heiße Phase

Bad Breisig (dpa) 13:19 Uhr – Schwierige Gespräche in Zeiten des Iran-Kriegs: In den bundesweiten Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie hat die dritte Runde begonnen. Die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC ringen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig um Gehaltszuwächse und Jobsicherung inmitten der Konjunkturflaute. Die Verhandlungen sind bis Mittwoch angesetzt.

Ende Februar waren die Gespräche ergebnislos vertagt worden, nun macht der Krieg im Nahen Osten die Verhandlungen komplexer. Denn gerade die Chemiebranche ist vom Anstieg der Energiepreise stark betroffen. Sie verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Während die Arbeitgeber wegen der Krise der Chemiebranche auf Lohnzurückhaltung pochen, will die IG BCE Jobs sichern und höhere Entgelte oberhalb der Inflation erreichen. Die dürfte mit dem Nahost-Krieg steigen. Auf eine konkrete Lohnforderung hatte die Gewerkschaft aber verzichtet. Der aktuelle Tarifvertrag lief Ende Februar aus.

Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Pharmaindustrie wächst, steckt die klassische Chemie seit langem in der Flaute. Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen.

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23.3. – Neues Forschungsgebäude von Roche für schnellere Medikamentenentwicklung

Basel (Roche) 16:01 Uhr – Roche hat heute die Einweihung des neuen Forschungsstandorts des Institute of Human Biology bekannt gegeben. Damit geht das Unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt, um das transformative Potenzial menschlicher Modellsysteme nutzbar zu machen und die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente zu beschleunigen.

„Die Eröffnung des Institute of Human Biology unterstreicht unser klares Bekenntnis zur Schweiz als globalen Innovationsstandort, in den Roche jährlich rund CHF 3,5 Milliarden in Forschung investiert“, sagt Thomas Schinecker, CEO der Roche-Gruppe. „Durch die Verbindung menschlicher Organoidmodelle mit künstlicher Intelligenz hat das IHB das Potenzial, die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente grundlegend zu verändern und sie vorausschauender und effizienter zu gestalten. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Patientinnen und Patienten schneller Zugang zu innovativen Therapien ermöglichen.“

Das IHB nutzt Erkenntnisse aus der Krankheitsbiologie, Computational-Biology sowie der translationalen Biotechnologie, um Systeme zu entwickeln, die Krankheiten mit großer Präzision nachbilden. Die Kombination dieser Expertise in multidisziplinären Projekten ermöglicht es Forschenden, anspruchsvolle Modelle zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem komplexe kultivierte Gewebeproben, Organoide, mikrofluidische „Organ-on-Chip“-Technologien sowie In-silico-Modelle. Diese Modelle vertiefen das Verständnis grundlegender Mechanismen von Krankheiten sowie Therapien und verändern die Zukunft von Forschung und Entwicklung.

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