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Länderreport Serbien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 1 – Serbien

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Arzneimittel

Hohe Zuwächse verzeichnete in den vergangenen Jahren der Arzneimittelmarkt. Zwischen 1996 und 2008 habe sich dieser auf rund 1,2 Mrd. US$ fast verdreifacht, so Schätzungen der Marktforschungsfirma Espicom. Infolge der Wirtschaftskrise sei es zu einem Rückgang auf 1,06 Mrd. US$ (2010) gekommen, 2011 dann zu einem Anstieg auf 1,26 Mrd. US$ (174 US$ pro Kopf). Bis 2016 rechnet Espicom mit einem Wachstum von 9,7% pro Jahr auf rund 2 Mrd. US$.

Mehr als 40% der Einfuhren stammen derzeit aus Deutschland, Frankreich und Italien. Serbien hatte zu Zeiten Jugoslawiens eine starke Arzneimittelindustrie aufgebaut. Diese betreibt zwar keine Wirkstoffforschung, weist aber in der Generika-Herstellung einen hohen technischen Standard auf. Das Gros der benötigten Substanzen wird importiert.

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Pharmabranche

Die Pharmaunternehmen vor Ort reagierten auf die steigende Nachfrage teilweise mit Kapazitätserweiterungen. So hat beispielsweise Galenika 2010 ein neues Werk fertiggestellt (Investitionen: rund 50 Mio. Euro). Pharma Swiss investiert 20 Mio. Euro in eine neue Arzneimittelanlage in Belgrad. Rund 11 Mio. Euro hat in Zrenjanin die Firma FarmaS (Kroatien) für ein neues Generika-Werk eingesetzt. Erweiterungsinvestitionen führt Actavis in Leskovac durch (2012: 3,7 Mio. Euro). Ein Teil der gestiegenen Modernisierungsinvestitionen in der Branche ist der vorgeschriebenen Anpassung an GMP-Standards (Good Manufacturing Practices) geschuldet.

Petrochemie

Auch in der Erdölverarbeitung sind größere Investitionen eingeleitet worden. Das vom russischen Gazpromneft übernommene Mineralölunternehmen NIS (Novi Sad) plant etwa 550 Mio. Euro für die Modernisierung der Raffinerien in Novi Sad und Pancevo sowie 50 Mio. Euro für Umweltschutzmaßnahmen ein. Die Ausgaben werden die Produktionskapazität und die Qualität von Dieselkraftstoffen (Euro 5) erhöhen. Ein Vorhaben zur Errichtung einer neuen Erdölraffinerie am Standort Smederevo verfolgt das internationale Konsortium Comico Oil. Die Investitionskosten werden mit 250 Mio. US$ angegeben.

Investitionen durch ausländische Unternehmen

Die Kooperation mit und Übernahmen durch ausländische Unternehmen setzten auch in anderen Teilen der chemischen Industrie Investitionen in Gang, etwa in der Kautschuk- und Reifenindustrie oder im Bereich Industriegase. Bei letzteren engagierten sich vor allem deutsche Unternehmen (Messer, Linde). Im Gespräch ist der Einstieg strategischer Investoren bei MSK (Kikinda; Methanol, Essigsäure) und bei Azotara Pancevo (Mineraldünger), die derzeit noch mehrheitlich dem Gasversorger Srbijagas gehören. Die Beteiligung wäre mit umfangreichen Investitionsverpflichtungen verbunden.

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