English China

Länderreport Serbien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 1 – Serbien

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

Produktion/Branchenstruktur

Die serbische Chemieindustrie zeigte in den vergangenen Jahren zum Teil stark schwankende Produktionsergebnisse. Einige ausländische Unternehmen (auch deutsche) haben investiert und die Erzeugung angekurbelt. Das Land bleibt aber auf umfangreiche Einfuhren angewiesen.

Die serbische chemische Industrie schien sich 2010 erholt zu haben. Der Aufwärtstrend kam jedoch 2011 und in den ersten Monaten 2012 wieder zum Erliegen. Im 1.Quartal 2012 ging die Herstellung von Chemikalien und Chemieerzeugnissen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3% und die Produktion der pharmazeutischen Industrie um 1,2% zurück (Gesamtindustrie: -2%). Im Plus (13,1%) war dagegen die Gummi- und Kunststoffindustrie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Deutsche Unternehmen in Serbien

In der organischen Chemie stellt eine Reihe von stark diversifizierten Unternehmen Vorprodukte für die Farben- und Lackbranche sowie die Waschmittelindustrie her (etwa Zupa Krusevac, Prva Iskra Obrenovac, Milan Blagojevic).

Anorganische Chemikalien, insbesondere für die Agrarchemie, produzieren die Düngemittelhersteller Zorka Sabac, Azotara Pancevo und IHP Prahovo zum Teil selbst. In allen Segmenten der chemischen Industrie wird allerdings der Großteil des Bedarfs an Vorerzeugnissen über Einfuhren gedeckt.

Bei der Produktion von technischen Gasen und Waschmitteln sind deutsche Firmen in Serbien stark vertreten. Zu den wichtigsten Marktakteuren gehören Messer (Messer Tehnogas), Linde Gas und Henkel. Das bedeutendste Unternehmen der serbischen Kunststoffindustrie ist HIP-Petrohemija/Pancevo, das mehrere Werke im Land betreibt. Unter anderem stellen diese Polyethylen, Propylen und synthetischen Kautschuk her.

Strategische Partner gesucht

Im Bereich Farben und Lacke sind slowenische Firmen (Helios, JUB) über Übernahmen und Greenfield-Investitionen in Serbien stark präsent. Einige ausländische Hersteller finden sich bei Bauklebstoffen, Gips, Verputzmaterial und Dämmstoffen (unter anderem Henkel, Knauf Insulation oder Austrotherm). Ausländische Unternehmen dominieren in der Zementherstellung (Lafarge, Holcim, Titan).

Der größte Inlandsproduzent im Pharmabereich, Hemofarm, wurde 2006 von dem deutschen Unternehmen Stada übernommen. Der zweitwichtigste Hersteller, Galenika, sollte eigentlich 2010 privatisiert werden. Die Regierung hat jedoch von diesen Plänen Abstand genommen. Sie beabsichtigt nun, mittelfristig einen strategischen Partner für Galenika zu finden. Zum Verkauf steht auch Jugoremedija (Zrenjanin). Die Ausschreibung zur Privatisierung scheiterte jedoch im Frühjahr 2011.

(ID:36448190)