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Aerosol-Verbreitung über acht Meter CoV-2-Ausbruch: Generelles Problem für Schlachtbetriebe?

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Der massive SARS-Cov-2-Ausbruch im Mai in Rheda-Wiedenbrück hat Fragen nach den Ursachen ausgelöst. In einer aktuellen Studie kommen Forscher zu dem Schluss, dass vor allem die Bedienungen in einem Fleischzerlegebetrieb die Infektionen begünstigt haben.

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Wissenschaftler haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie es zu dem SARS-Cov-2-Ausbruch beim Fleischzerlegebetrieb in Rheda-Wiedenbrück kommen konnte (Symbolbild: typische Situation in einer Zerlegeabteilung).
Wissenschaftler haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie es zu dem SARS-Cov-2-Ausbruch beim Fleischzerlegebetrieb in Rheda-Wiedenbrück kommen konnte (Symbolbild: typische Situation in einer Zerlegeabteilung).
(Bild: ©industrieblick - stock.adobe.com)

Braunschweig – In einer gemeinsamen Studie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI), wurden die Ursprünge des ersten SARS-Cov-2-Ausbruchs im Mai 2020 bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, dem größten Fleischverarbeitungskomplex Deutschlands, untersucht. Die Ergebnisse rekonstruieren initiale Übertragungsereignisse im Mai 2020: Ausgehend von einem einzigen Mitarbeiter wurde das Virus auf mehrere Personen in einem Umkreis von mehr als acht Metern übertragen. Die hauptsächliche Übertragung fand im Zerlegebereich für Rinderviertel statt, in dem die Luft umgewälzt und auf zehn Grad Celsius gekühlt wird. Demgegenüber spielte die Wohnsituation der Arbeiter während der untersuchten Phase des Ausbruchs keine wesentliche Rolle.

Acht Mutationen aufgetreten

Zudem zeigt eine Auswertung der Virussequenzen, dass sich alle SARS-CoV-2-positiv getesteten Personen aus dem Infektionscluster im Mai 2020 eine neue Kombination von acht Mutationen teilen, die zuvor noch nicht beobachtet worden war.

Melanie Brinkmann, Professorin an der Technischen Universität Braunschweig und Forschungsgruppenleiterin am HZI sagt: „Unsere Studie beleuchtet SARS-CoV-2-Infektionen in einem Arbeitsbereich, in dem verschiedene Faktoren aufeinandertreffen, die eine Übertragung über relativ weite Distanzen ermöglichen. Es stellt sich nun die wichtige Frage, unter welchen Bedingungen Übertragungsereignisse über größere Entfernungen in anderen Lebensbereichen möglich sind“ Prof. Adam Grundhoff, Mitautor der Studie und Forschungsgruppenleiter am HPI ergänzt: „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Bedingungen des Zerlegebetriebs – also die niedrige Temperatur, eine geringe Frischluftzufuhr und eine konstante Luftumwälzung durch die Klimaanlage in der Halle, zusammen mit anstrengender körperlicher Arbeit – die Aerosolübertragung von SARS-CoV-2-Partikeln über größere Entfernungen hinweg förderten.“ „Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Faktoren generell eine entscheidende Rolle bei den weltweit auftretenden Ausbrüchen in Fleisch- oder Fischverarbeitungsbetrieben spielen. Unter diesen Bedingungen ist ein Abstand von 1,5 bis 3 Metern alleine ganz offenbar nicht ausreichend, um eine Übertragung zu verhindern“, betont Experte Grundhoff.

Originalpublikation: Thomas Günther, Manja Czech-Sioli, Daniela Indenbirken, Alexis Robitailles, Peter Tenhaken, Martin Exner, Matthias Ottinger, Nicole Fischer, Adam Grundhoff, Melanie M. Brinkmann. Investigation of a superspreading event preceding the largest meat processing plant-related SARS-Coronavirus 2 outbreak in Germany. SSRN, 2020.

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