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BAM führt Untersuchungen durch Der analytische Blick auf die Qumran-Rollen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Kulturschätze wie alte Gemälde, Bücher oder andere Kunstobjekte können mit modernen analytischen Methoden immer genauer untersucht werden. Im Rahmen eines Auftrages des amerikanischen Museum of the Bible hat die Bundesanstalt für Materialforschung die so genannten Qumran-Rollen, antike biblische Schriftrollen aus dem Westjordanland, analysiert.

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Fragmente der Qumran-Rollen, die 2006 bis 2010 an der BAM untersucht wurden.
Fragmente der Qumran-Rollen, die 2006 bis 2010 an der BAM untersucht wurden.
(Bild: BAM)

Berlin – Das Museum of the Bible in Washington D.C.hat im Oktober 2018 die Ergebnisse der Analyse ihrer fünf Qumran-Fragmente veröfentlicht. Im Auftrag des Museums hatte die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) eine Reihe von Untersuchungen an den Fragmenten durchgeführt. Die Analyseergebnisse der BAM lassen darauf schließen, dass die fünf Fragmente Materialeigenschaften aufweisen, die nicht konsistent sind mit jenen, die gesicherter Herkunft sind. Im Bereich Kunst- und Kulturgutanalyse verfügt die BAM nach eigener Aussage über eine umfassende Expertise in der zerstörungsfreien Materialanalyse von Farbmitteln, Schreib- und Zeichenmaterialien sowie organischen Schriftträgern.

Hintergrund zur Untersuchung der Qumran-Rollen

Die BAM hat im April 2017 einen Prüfauftrag vom amerikanischen Museum of the Bible erhalten. Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ira Rabin vom Fachbereich Kunst- und Kulturgutanalyse an der BAM wurden fünf Fragmente untersucht, die den so genannten Qumran-Rollen zugeordnet werden. Bei einer Analyse werden meist unterschiedliche zerstörungsfreie Verfahren durchgeführt, um die Materialzusammensetzung der Tuschen und Pergamente festzustellen. Bei solchen Untersuchungen geht es in der Regel darum festzustellen, ob vorhandene Proben Gemeinsamkeiten oder Unterschiede mit Vergleichsproben aufweisen. „Die naturwissenschaftliche Analyse kann eine Fälschung entlarven, wenn Materialien verwendet wurden, die erst nach dem Entstehungsdatum des vermeintlichen Originals verwendet wurden“, erklärt Prof. Dr. Rabin.

Kunst- und Kulturgutanalyse an der BAM

Prof. Dr. Oliver Hahn, Leiter des Fachbereichs Kunst- und Kulturgutanalyse: „Die BAM verfügt bei solchen Untersuchungen über jahrzehntelange Erfahrungen und die notwendige Expertise. So wurden beispielsweise Fragmente der Qumran-Rollen bereits 2006 bis 2010 im Rahmen eines Forschungsvorhabens untersucht.“ Die Neu- und Weiterentwicklung zerstörungsfreier Analysemethoden macht die naturwissenschaftliche Untersuchung zum wertvollen Instrument für eine umfassende Charakterisierung der Materialzusammensetzung von Kunst- und Kulturgut. Materialwissenschaftliche Analysemethoden geben wichtige Hinweise zur Beantwortung von kulturhistorischen Fragestellungen, die mit geisteswissenschaftlichen Methoden alleine nicht zu lösen sind. Darüber hinaus ist eine Charakterisierung umweltbedingter Materialschäden in vielen Fällen erforderlich, um geeignete Restaurierungs- oder Konservierungskonzepte zu erstellen. Die naturwissenschaftliche Begleitung von restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen komplettiert die Arbeitsschwerpunkte des Fachbereichs Kunst- und Kulturgutanalyse der BAM.

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