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Pilzerkrankung

Der Einfluss einer Pilzerkrankung bei Schweinen wurde unterschätzt

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Pneumocystis carinii wohl unterschätzt

Die Forschenden zeigten, dass mit dem Material einer Spülung auch eine schwache Infektion eindeutig nachgewiesen werden kann. Die DNA des Pilzes konnte mit molekularen Methoden wie der Echtzeit-PCR spezifisch nachgewiesen werden. Der Test war auf die für Schweine typischen Stämme abgestimmt. Speichel war dagegen für den Nachweis einer schwachen oder mittleren Infektion nicht geeignet. Die Probennahme durch eine Lungenspülung kommt damit am ehesten für den Nachweis des Pilzes und für Routinekontrollen in lebenden Schweinen infrage.

Weissenbacher-Lang will in weiteren Versuchen bestätigen, dass eine Infektion der Lunge mit Pneumocystis als zusätzlicher Faktor bei Mischinfektionen mit anderen Atemwegerregern eine Rolle spielen kann. In diesem Fall wäre es notwendig rechtzeitig zu reagieren. Die hohe Anfälligkeit, die bei den getesteten Schweinen nachgewiesen wurde, zeigt, dass man den Pilz nicht unterschätzen sollte. Selbst wenn Pneumocystis selbst bis dato als eine geringe Gefahr für Schweine eingestuft wurde.

Lungenspülung ist eine Option für Routinekontrollen

Atemwegserkrankungen von Schweinen sind für Betriebe eine wirtschaftliche Bedrohung. Es muss üblicherweise mit großen Verlusten gerechnet werden. Die Haltung im Stall erfordert daher hohe Qualitätsstandards alleine bei der Belüftung. Hat sich ein Erreger dennoch im Stall manifestiert, dann müssen rechtzeitig tierärztliche Maßnahmen gesetzt werden, damit der Großteil der Herde gesund bleibt. Lungenspülungen sind eine geeignete Methode zur regelmäßigen Kontrolle der Herde.

Biopsien zeitaufwändig und schädlich für die Tiere

Für eine Biopsie muss das Schwein narkotisiert und diese muss unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden. Der Aufwand ist groß und bedeutet neben Stress ein hohes gesundheitliches Risiko für die Tiere. Wesentlich schonender und mit geringerem Aufwand verbunden ist eine Lungenspülung. Dafür wird das Schwein nur kurz narkotisiert. Die Lungenspülung selbst dauert nur wenige Minuten. In der Humanmedizin wird diese Methode routinemäßig angewendet. Tiermediziner sind mit Lungenspülungen genauso vertraut. Die Lungenspülung könnte deshalb im Schweinestall ohne große Umstellungen für Kontrollen angewendet werden.

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